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Mehr interkulturelle Kompetenz für die Polizei

22.05.2003 - (idw) VolkswagenStiftung

Abschlusspräsentation und Pressegespräch am Montag, dem 26. Mai, zu einem von der Stiftung an der Fachhochschule Köln geförderten Projekt

Der von der Polizei an einem Tag zum dritten Mal mit seinem Auto kontrollierte Schwarzafrikaner, die Verfolgung eines Taschendiebes bis in eine Moschee hinein, die scheinbare Entführung einer jungen Türkin: Beispiele für belastende Kontaktsituationen zwischen Bürgerinnen und Bürgern verschiedener Nationen und den Beamtinnen und Beamten der Polizei. Diese Situationen, die durch die Unfreiwilligkeit der Begegnungen sowie starken emotionalen Stress gekennzeichnet sind, zehren an den Nerven der Beteiligten. Mit Blick auf die Zunahme solcher Situationen und die wachsende Multikulturalität der Bevölkerung muss hier etwas getan werden - aber was?

Zur Abschlusspräsentation des von der VolkswagenStiftung über drei Jahre mit 365.000 Euro unterstützten Vorhabens "Bausteine zur Förderung der interkulturellen Kompetenz der Polizei" laden die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Forschungsschwerpunkts "Interkulturelle Kompetenz durch Personal- und Organisationsentwicklung" der Fachhochschule Köln interessierte Journalistinnen und Journalisten herzlich ein - und zwar für:

- Montag, den 26. Mai 2003 um 11.30 Uhr
- in die Fachhochschule Köln
- Claudiusstr. 1, 50678 Köln, Mevissensaal

Kontakt

Fachhochschule Köln Pressestelle,
Petra Schmidt-Bentum, Telefon: 02 21/82 75 - 31 19
Fax: 02 21/82 75 - 31 31, E-Mail: petra.schmidt_bentum@fh-koeln.de,
http://www.fh-koeln.de
Claudiusstraße 1, D 50678 Köln


Das gesamte Projekt wurde von Beginn an nicht nur von Polizeileitung und Strafvollzug im Land unterstützt, sondern auch vom zuständigen Ministerium. Nordrhein-Westfalens Innenminister Dr. Fritz Behrens, der das Projekt 1998 auch mit aus der Taufe hob, hält die Hauptrede zur Abschlusspräsentation.

Programm am Montag, 26. Mai 2003
11.00 Uhr: Eintreffen der Gäste im Mevissensaal der FH Köln, Claudiusstr. 1
11.30 Uhr: Begrüßung durch Professorin Dr. Margot Ruschitzka, Prorektorin für Forschungs- und Entwicklungsaufgaben der FH Köln; Ansprache des NRW-Innenministers Dr. Fritz Behrens
11.50 Uhr: Resümee von Professor Dr. Wolf Rainer Leenen, Projektleiter und Leiter des Forschungsschwerpunktes an der FH Köln
12.10 Uhr: Gemeinsamer Rundgang durch die Ausstellung und Gespräche

Neben diesen Personen stehen Ihnen als weitere Gesprächspartner Polizeihauptkommissarin Ninett Haase und der Polizeihauptkommissar und Polizeitrainer Achim Wickerath zur Verfügung.

Über Verlauf und die Resultate des Projektes informiert eine Ausstellung. Hier können sich die Gäste elektronisch durch das Trainingsprogramm für die Multiplikatoren der Polizei klicken. Zudem werden in einem separaten Raum die von den Wissenschaftlern des Forschungsschwerpunkts mit professioneller Hilfe gedrehten Trainingsfilme gezeigt. Büchertische informieren über die während des Projektes geschriebenen Artikel und Bände.

Folgende Ziele wurden mit dem Vorhaben verfolgt:
- Entwicklung und Durchführung von speziell auf diese Zielgruppe ausgerichteten Trainings,
- Erarbeitung von geeigneten Methoden und Medien,
- Maßnahmen zur interkulturellen Öffnung der Polizei Nordrhein-Westfalens.

Vor allem ging es darum, professionelle Bewältigungsstrategien für ganz alltägliche "interkulturelle Situationen" zu erarbeiten und zu vermitteln, wie sie etwa bei Verkehrskontrollen, der häufigsten Form interkultureller Kontaktsituationen, auftreten. Solche Lernprozesse, das betonen die Wissenschaftler, sind überfällig - ist doch die Polizei noch immer auf ein deutsches Umfeld eingestellt. Das spiegelt sich auch in den polizeilichen Handlungsroutinen wider, die Polizistinnen und Polizisten für die sichere Bewältigung insbesondere gefährlicher Situationen entwickeln. Die darin liegende Tendenz zur Vereinfachung im Umgang mit dem Gegenüber wird aber der Uneindeutigkeit und Komplexität interkultureller Situationen nicht gerecht. Dies birgt die Gefahr falscher Situationseinschätzungen in sich - und das kann gravierende Folgen haben.

Der Entwicklung von sozialen Kompetenzen wie "Überprüfung des eigenen Verhaltens" oder "Ertragen von unklaren Situationen" stehen allerdings zu-nächst einmal Lernwiderstände entgegen - schließlich sind Handlungsroutinen zu hinterfragen. Erschwerend kommt hinzu, dass die "harte" Organisationskultur der Polizei, nicht ohne Grund auch "Null-Fehler-Kultur" genannt, solche Veränderungsprozesse nicht unbedingt unterstützt. Zur Entwicklung interkultureller Kompetenz sind also Lernprozesse auf der individuellen, aber auch auf der Ebene der gesamten Organisation notwendig.

Dass das Forschungsprojekt in diesem Sinne erfolgreich war, zeigen nicht zuletzt die positiven Rückmeldungen der rund 280 Polizistinnen, Polizisten und ihrer Vorgesetzten, die im Laufe der drei Jahre an den neu entwickelten interkulturellen Fortbildungsangeboten teilgenommen haben.


Der Text der Presseinformation steht im Internet zur Verfügung unter
http://www.volkswagenstiftung.de/presse-news/presse03/22052003.htm



Kontakt

VolkswagenStiftung, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Dr. Christian Jung
Telefon: 05 11/83 81 - 380, E-Mail: jung@volkswagenstiftung.de


Weitere Informationen:
Fachhochschule Köln, Forschungsschwerpunkt "Interkulturelle Kompetenz",
Mainzer Str. 5, 50678 Köln, Harald Grosch, Telefon: 02 21/82 75 - 39 24
E-Mail: harald.grosch@dvz.fh-koeln.de;
Andreas Groß, Telefon: 02 21/82 75 - 39 23, Fax: 02 21/82 75 - 39 34
E-Mail: andreas.gross@dvz.fh-koeln.de; http://www.interkulturelle-kompetenz.de
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