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Gründung eines nationalen Herzforschungszentrums ist auf einem guten Weg

16.04.2009 - (idw) Deutsche Gesellschaft für Kardiologie - Herz- und Kreislaufforschung e.V.

Kardiologen-Präsident Prof. Heusch: Beeindruckende Erfolge der deutschen Herz-Medizin Mannheim, Donnerstag, 16. April 2009 - "Fortschritte in der Herz-Kreislauf-Medizin haben maßgeblich zur Verlängerung unserer Lebenserwartung beigetragen. In Deutschland stieg die Lebenserwartung zwischen 1980 und 2002 bei Männern um 5,75 Jahre, die Senkung der Sterblichkeit an Herz- und Kreislauferkrankungen hatte mit 2,62 Jahren den Löwenanteil an diesem Gewinn an Lebenserwartung; die Zahlen für Frauen sind vergleichbar", bilanziert Prof. Dr. Dr. h.c. Gerd Heusch (Essen), Präsident der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie (DGK). "Die Sterblichkeit nach einem Herzinfarkt im Krankenhaus ging zwischen 1998 und 2004 bei Frauen von 22 auf 13 Prozent, und bei Männern von zwölf auf sieben Prozent zurück."
Die deutsche kardiovaskuläre Forschung sei international hochkompetitiv und anerkannt, sagte der DGK-Präsident auf der Eröffnungs-Pressekonferenz der 75. Jahrestagung der DGK, auf der in Mannheim vom 16. Und 18. April mehr als 7000 aktive Teilnehmer aus 25 Ländern erwartet werden.

DGK hat Konzept für Deutsches Herzforschungszentrum erarbeitet

Die DGK hat deshalb wiederholt die Gründung eines Deutschen Herzforschungszentrums gefordert, in Analogie zum Deutschen Krebsforschungszentrum in Heidelberg und zu dem neuen Demenzforschungszentrum in Bonn. "Frau Bundesministerin Dr. Schavan hat auf unsere Forderung positiv reagiert und die Deutsche Gesellschaft für Kardiologie zur Vorlage eines Konzeptantrags aufgefordert", so der DGK-Präsident. "Wir haben nun ein Konzept erarbeitet, das ganz auf die Schwerpunktthemen der kardiovaskulären Forschung abzielt: entzündliche Herzerkrankungen, Gefäßbiologie, Herzinfarkt, Herzinsuffizienz, Regeneration und Reparatur, Rhythmusstörungen. Für diese Themen haben wir die Standorte identifiziert, die auf diesem Gebiet international exzellent ausgewiesen sind."

Bündelung und bessere Vernetzung der Forschung zum Nutzen der Patienten

In dem geplanten Deutschen Herzforschungszentrum werden nach diesem Konzept insgesamt acht universitäre Standorte und das Max Delbrück Zentrum der Helmholtz Gemeinschaft zusammenarbeiten. "Von der Bündelung und besseren Vernetzung, nicht zuletzt auch von der besseren strukturellen Förderung erwarten wir uns einen Quantensprung in der weiteren kardiovaskulären Forschung, die sich zügig auch in einer besseren Versorgung der Patientinnen und Patienten niederschlagen soll", so Prof. Heusch.

Deutsche Herz- und Kreislaufforschung ist chronisch unterfinanziert

Trotz der beeindruckenden Bilanz in Wissenschaft und Patientenversorgung ist die deutsche Herz- und Kreislaufforschung chronisch und strukturell unterfinanziert, kritisiert der DGK-Präsident: "Während unverändert 44 Prozent der Bevölkerung an Herz- und Kreislauferkrankungen sterben und hier der Gewinn an Lebenserwartung durch den medizinischen Fortschritt beträchtlich ist, werden für kardiovaskuläre Forschung in Deutschland nur 155 Millionen Euro pro Jahr aus öffentlichen Mitteln aufgewandt. Zum Vergleich: An Krebs sterben 26 Prozent der Bevölkerung, der Gewinn an Lebenserwartung durch medizinischen Fortschritt in den letzten 25 Jahren beträgt nur 0,6 Jahre, und dennoch werden hier 367 Millionen Euro öffentlicher Mittel pro Jahr aufgewandt. Ähnlich und noch krasser sieht der Vergleich zu Infektionskrankheiten, insbesondere HIV, und neurologischen Erkrankungen, insbesondere Demenz, aus."

Kontakt:
Deutsche Gesellschaft für Kardiologie (DGK)
Pressestelle
Prof. Dr. Eckart Fleck / Christiane Limberg
Achenbachstr. 43, 40237 Düsseldorf
Tel.: 0211 / 600 692 - 61; E-Mail: limberg@dgk.org
Roland Bettschart, B&K
Pressezentrum am Kongress: 0612-41065003; mobil 0043 676 6356775


Die Deutsche Gesellschaft für Kardiologie - Herz und Kreislaufforschung e.V. (DGK) mit Sitz in Düsseldorf ist eine wissenschaftlich medizinische Fachgesellschaft mit heute mehr als 7000 Mitgliedern. Ihr Ziel ist die Förderung der Wissenschaft auf dem Gebiet der kardiovaskulären Erkrankungen, die Ausrichtung von Tagungen und die Aus-, Weiter- und Fortbildung ihrer Mitglieder. 1927 in Bad Nauheim gegründet, ist die DGK die älteste kardiologische Gesellschaft in Europa. Weitere Informationen unter www.dgk.org.
Weitere Informationen: http://www.dgk.org
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