Studium, Ausbildung und Beruf

web uni-protokolle.de
 powered by
NachrichtenLexikonProtokolleBücherForenDonnerstag, 18. September 2014 

Virtuelle Anprobe im Internet

20.04.2009 - (idw) Hochschule Fulda

Exponat der Hochschule Fulda auf der IMB, Weltmesse für Bekleidungstechnik und Textilverarbeitung in Köln, 21. - 24.04.2009 Bequem von zuhause aus Bekleidung "shoppen gehen", in einem nahezu grenzenlosen Produktangebot stöbern und dabei unabhängig von Öffnungszeiten sein - das Internet macht es möglich. Inzwischen für sehr viele Menschen ein attraktiver Weg, sich einzukleiden: Gemessen am Online-Umsatz steht die Textil- und Schuh-Branche mit deutlichem Abstand an erster Stelle.
Doch welche Größe ist bei dem gewählten Oberteil die passende? Und harmonieren Farbe, Schnitt und Passform mit dem eigenen Typ? Viele offene Fragen, die Kunden nach wie vor verunsichern und denen die Versender mit großzügigen Rücksendeoptionen begegnen. Auf bis zu 80% schätzen Experten die Retourenquote, was enorme Kosten verursacht.

Die Antwort auf diese Herausforderungen liefert die Virtuelle Anprobe: Kleidung im Online-Shop am eigenen virtuellen Körper anprobieren und verlässlich beurteilen.
Die einzelnen Komponenten, aus denen reale Bekleidung besteht, wie u.a. einzelne Stoffteile, werden im Rechner zu einem dreidimensionalen Kleidungsstück zusammengefügt und dem Avatar, dem virtuellen Abbild des Kunden "angezogen". Sowohl Konfektionsware als auch Maßkonfektion wird unterstützt. Um Faltenwurf und textile Oberfläche realistisch darzustellen, werden physikalische Stoffeigenschaften, Schwerkraft und Reibung berücksichtigt. Höchste Detailtreue wird durch die Abbildung von Merkmalen wie Nahtfäden, Stoffdicke und Knöpfen gewährleistet. Die aufwändige Berechnung von Beleuchtung und Schattenwurf trägt ebenfalls zu einem hochwertigen Darstellungsergebnis bei. Die Avatare sind hinsichtlich ihrer Körpermerkmale anpassbar: Körpermaße und -form, Frisur und Hautfarbe sowie individuelle Gesichtsformen (noch in Arbeit). Neben einer zuverlässigen Passformkontrolle und Beurteilung der Optik der Bekleidung soll so auch sichergestellt werden, dass die Kunden sich mit ihrem virtuellen Ebenbild identifizieren.
Nahtlos integriert in beliebige Bekleidungs-Shops kann die 3D-Szene - Avatar, vollständiges Outfit mit mehreren Bekleidungsstücken und Hintergrund - im Web-Browser betrachtet werden. Die Kunden haben die Möglichkeit, ihr Anprobeergebnis interaktiv aus beliebigen Blickwinkeln zu begutachten und Details zu vergrößern. Einzelne Kleidungsstücke oder bei Maßkonfektion auch Komponenten wie Stoffe oder Krägen können direkt aus dem Produktkatalog heraus ausgetauscht werden.
Ein Vergleich verschiedener Kombinationen ist für die Kunden damit sehr einfach durchführbar. Traditioneller Online-Shops lassen mit dieser innovativen Technologie ein völlig neues Einkaufserlebnis für die Kunden entstehen. Im SiMaKon-Projekt findet eine enge Zusammenarbeit der wissenschaftlichen Partner mit Unternehmen aus der Textilbranche statt, um alle relevanten Anforderungen der Praxis zu berücksichtigen. Fortlaufende Benutzerteste stellen bereits in der Entwicklungsphase sicher, dass durch umfassende Benutzerfreundlichkeit ein Höchstmaß an Akzeptanz bei den Endkunden erreicht wird.

Die aktuellen Arbeiten bis zum Projektabschluss konzentrieren sich zum einen auf die weitere Optimierung der Benutzungsschnittstellen. Desweiteren wird an der Erweiterung und Verbesserung der Möglichkeiten zur kundenindividuellen Anpassung der Avatare und Leistungsverbesserung der Bekleidungssimulation gearbeitet. Die zukünftige Fortführung der Forschungsaktivitäten wird perspektivisch im Bereich der Avatare sowie der Realisierung des Konzepts der virtuellen Anprobe und des Bekleidungseinzelhandels generell in virtuellen Welten, speziell unter User Experience Gesichtspunkten angesiedelt sein. Kooperationsanfragen sowohl aus dem Bereich Wirtschaft als auch der Forschung sind jederzeit willkommen.

Das Forschungsprojekt SiMaKon zieht nach Abschluss der Hälfte der auf drei Jahre angelegten Arbeiten eine positive Zwischenbilanz. Als Ergebnis demonstriert es seinen aktuellen System-Prototypen der "Virtuellen Anprobe im Internet" auf der Messe IMB, World of Textile Processing in Köln, die am 21.04.09 beginnt. SiMaKon, Simulation von Maßbekleidung und Konfektion online zur Passformkontrolle ist ein BMBF-gefördertes interdisziplinäres Kooperationsprojekt unter Leitung der Hochschule Fulda, Prof. Dr. Karim Khakzar, und unter Beteiligung der Hochschule Reutlingen, des Maßkonfektionärs Campe & Ohff GmbH, Lauterbach, Berlin und Hamburg, der Damenmaßmanufaktur Hoffmann GmbH, Nürnberg sowie des Fraunhofer-Institut für Graphische Datenverarbeitung, Darmstadt. Auf der Messe wird das Projekt am Stand des Projektpartners Hochschule Reutlingen in Halle 07.1, Stand C040 gezeigt.


Kontakt und weitere Informationen:

Prof. Dr. Karim Khakzar,
Projekt SiMaKon
Hochschule Fulda, University of Applied Sciences
Marquardstraße 35, 36039 Fulda
Telefon +49 (661) 9640-338, Fax -349
info@simakon.info
http://www.simakon.info/

uniprotokolle > Nachrichten > Virtuelle Anprobe im Internet
ImpressumLesezeichen setzenSeite versendenDruckansicht

HTML-Code zum Verweis auf diese Seite:
<a href="http://www.uni-protokolle.de/nachrichten/id/175284/">Virtuelle Anprobe im Internet </a>