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Goethes Liebe zu Anna Amalia: Ein Vortrag am Deutschen Historischen Institut Paris

20.04.2009 - (idw) Deutsches Historisches Institut Paris

Hat Goethe Anna Amalia geliebt? Diese Frage steht im Zentrum des Vortrags von Stefan Weiß, Historiker und Privatdozent an der Universität Augsburg, am 28. April 2009 um 18 Uhr im Deutschen Historischen Institut Paris. Bisher war die Goethe-Forschung von einem Liebesverhältnis zwischen dem deutschen Dichter und Charlotte von Stein, einer Hofdame der Herzogin Anna Amalia von Sachsen-Weimar-Eisenach, ausgegangen. Doch im Jahr 2003 überraschte der in Weimar lebende Jurist Ettore Ghibellino die Fachwelt mit seiner These, diese Liebesgeschichte sei nur eine Tarnung für die wahre Liebe Goethes zur Herzogin Anna Amalia gewesen. Tatsächlich habe die Literaturwissenschaft seit 150 Jahren Dokumente umdatiert, ignoriert oder fehlinterpretiert, um das von Goethe inszenierte angebliche Verhältnis mit Charlotte von Stein plausibel erscheinen zu lassen. Die Herzogsfamilie habe die Affäre als Staatsgeheimnis behandelt und somit ihren Beitrag zu einer weiteren Verschleierung der Tatsachen geleistet.

Ein großer Teil der germanistischen Fachwelt lehnt die Thesen des "Ketzers von Weimar" ab. Dies ist nicht verwunderlich, denn eine Anerkennung der Thesen würde unweigerlich eine Neuinterpretation des gesamten Werks des Dichters nach sich ziehen. Dadurch würden viele der bisherigen Forschungsarbeiten obsolet werden. In seinem Vortrag bezieht Stefan Weiß, ein Mitarbeiter Ghibellinos, in der aktuellen Debatte Position. Auf der Basis neuer Quellenfunde und vor dem Hintergrund der Gesellschaft des Weimarer Hofes rückt er das Verhältnis zwischen Goethe und Anna Amalia in ein neues Licht.

Praktische Informationen
Goethe et Anna Amalia - un amour courtois. Vortrag in französischer Sprache von Stefan Weiß, Privatdozent an der Universität Augsburg und ehemaliger Gastwissenschaftler am Deutschen Historischen Institut Paris (DHIP). Organisiert vom DHIP in Kooperation mit dem Goethe-Institut Paris. Am Dienstag, 28. April 2008, 18 Uhr, im großen Saal des DHIP, 8 rue du Parc-Royal, 75004 Paris, Tel. 00 33 (0)1 44 54 23 91. Eintritt frei.

Zusatzinformationen zum Deutschen Historischen Institut Paris (DHIP)
Das DHIP ist eine wichtige Schnittstelle zwischen deutscher und französischer Geschichtswissenschaft. Zu seinen Aufgaben gehört die Durchführung und Veröffentlichung von Forschungen zur französischen, deutsch-französischen und westeuropäischen Geschichte. Das Institut verfügt über eine mit über 110 000 Bänden ausgestattete Bibliothek, es veranstaltet regelmäßig Vorträge und Kolloquien, und es gibt eine Fachzeitschrift sowie mehrere Buchreihen heraus. Ein Teil der Publikationen des DHIP ist kostenlos über das Internet zugänglich. Von großer Bedeutung für die Vernetzung von deutscher und französischer Wissenschaft ist auch die Nachwuchsförderung des Instituts.

Deutsches Historisches Institut Paris
Dr. Christiane Coester, Pressesprecherin
Tel. aus Deutschland: 00 331 44 54 24 16
Tel. aus Frankreich: 01 44 54 24 16
E-Mail: ccoester@dhi-paris.fr
Weitere Informationen: http://www.dhi-paris.fr - Homepage http://www.dhi-paris.fr/index.php?id=17 - Presseseite http://www.dhi-paris.fr/uploads/media/dhip_pressemappe_01.pdf - Pressemappe
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