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F&E-Projekt AMICA verbessert die Versorgung von Patienten mit chronischen Atemwegserkrankungen

21.04.2009 - (idw) Forschungszentrum Informatik

Im Rahmen des europäischen Projektes AMICA untersucht und entwickelt das FZI Forschungszentrum Informatik Lösungen zur Verbesserung des Disease-Managements von Patienten mit Atemwegserkrankungen / Innovative Versorgungskonzepte für chronisch kranke Menschen werden ausgearbeitet und in Pilotstudien evaluiert / F&E-Arbeiten sind Teil des FZI-Forschungsschwerpunkts "AAL - Technologien und Dienstleistungen für ein selbständiges Leben im Alter" Menschen mit einer chronischen Atemwegserkrankung leiden unter Husten und Atemnot. Einfachste Handgriffe wie anziehen, Schuhe zubinden oder bücken werden zum Problem. Die Betroffenen, meist ältere Menschen, brauchen Hilfe sowohl bei alltäglichen Aufgaben als auch bei der Behandlung ihrer Krankheit; zum Beispiel beim regelmäßigen Inhalieren von bronchienerweiternden Medikamenten.
Damit chronisch kranke Menschen möglichst lange selbständig in ihrer häuslichen Umgebung leben können und dabei optimal versorgt werden, untersucht und entwickelt das FZI Forschungszentrum Informatik zusammen mit fünf europäischen Partnern im Rahmen des Projekts AMICA Dienstleistungskonzepte und Technologien, die unter Einbeziehung von Ärzten und Pflegediensten eine weitgehende Betreuung des Patienten in den eigenen vier Wänden ermöglichen. Den Ausgangspunkt hierfür bildet ein strukturiertes kontinuierliches Versorgungsmanagement - in der Fachsprache als Disease-Management bezeichnet - welches ausgehend von einer telemedizinischen Betreuung alle Behandlungsaktivitäten koordiniert. Entscheidend für den Therapieerfolg aber sind die Patienten selbst. Deshalb zielt das AAL-Projekt AMICA vor allem auf Maßnahmen, die Patienten besser in den Behandlungsprozess einbinden und die deren persönliche Motivation zu Prävention und Einhaltung von Therapievorgaben stärken. Erforscht werden dafür z.B. elektronische Gesundheitstagebücher, die dem Patienten Hinweise zu seinem Gesundheitszustand geben, sowie Anreizsysteme, die in den Behandlungsprozess integriert werden.
Innovative Versorgungskonzepte, die für eine breite Anwendung in der Regelversorgung vor allem älterer Menschen geeignet sind, werden im Rahmen des Projektes in Pilotstudien an Patienten mit chronischen Atemwegserkrankungen getestet. Wichtige Anforderungen, die an die zu entwickelnden Lösungen gestellt werden, sind einfache Bedienbarkeit und Akzeptanz bei älteren Menschen, Einbindung in bestehende Versorgungsstrukturen und tragfähige Refinanzierungsmodelle.
Neben den Forschungsbereichen ESS (Embedded Systems and Sensors Engineering) und IPE (Information Process Engineering) des FZI sind die Unternehmen Vitaphone in Mannheim, Instituto de Investigación en Servicios de Saludad in Valencia, der Elektronikhersteller MSC in Madrid sowie die Forschungseinrichtungen Universidad de Cadiz und Institute of Communication and Computer Systems in Athen am Projekt beteiligt.
Das Projekt ist Teil des FZI-Forschungsschwerpunkts "Ambient Assisted Living" (AAL). In interdisziplinären Teams arbeiten Forscher des FZI mit Partnern aus Industrie, Gesundheitsversorgung und Pflege an Technologien und Dienstleistungskonzepten für ein selbständiges Leben im Alter. Durch seine breite interdisziplinäre Ausrichtung ist das FZI bestens für dieses Forschungsfeld gerüstet, da die Kompetenzen seiner Forschungsteams AAL-Schlüsselbereiche wie Sensorik und Vernetzung, Medizintechnik, Telematik, Prozess- und Geschäftsmodellierung abdecken. Darüber hinaus kann das FZI wichtige Branchenkenntnisse aus dem Gesundheitswesen in AAL-Projekte einbringen.
Bei allen Entwicklungen wird besonderer Wert wird auf die Evaluierung der Ergebnisse gelegt. Dazu wurde am FZI das FZI Living Lab AAL eingerichtet; ein Labor, welches die Möglichkeit bietet, die an der Versorgung Beteiligten und ihre Kunden in die Anwendungsentwicklung einzubeziehen. Es ist einer typischen Lebensumgebung älterer Menschen nachempfunden. Hier können die AAL-Anwendungsszenarien mit den Endnutzern, den Technologiepartnern und Domänenexperten unter realen Einsatzbedingungen besprochen, entwickelt und erlebbar gemacht werden.
Das FZI will mit seiner bereichsübergreifenden Forschung zu AAL hauptsächlich Forschungs- und Entwicklungsaspekte ansprechen, die bei einer breiten Anwendung in der Hilfestellung für ältere und/oder chronisch kranke Menschen von Bedeutung sind, damit sie möglichst lange ein selbständiges, aktives und mobiles Leben führen können.
Mehr Informationen unter: http://aal.fzi.de


Weitere Informationen:
FZI Forschungszentrum Informatik
Haid-und-Neu-Str. 10-14
76131 Karlsruhe
Internet: http://www.fzi.de

Ansprechpartner:
Dr.-Ing. Christophe Kunze (ESS)
Tel.: +49 721 9654-150
Email: kunze@fzi.de

Dr. Carsten Holtmann (IPE)
Tel.: +49 721 9654-850
Email: holtmann@fzi.de

Presseanfragen:
Vera Münch PR+TEXTE
Telefon: + 49 5121 82613
E-Mail: info@vera-muench.de


Über das FZI Forschungszentrum Informatik
Das FZI ist eine Forschungseinrichtung des Landes Baden-Württemberg und der Universität Karlsruhe (TH). Es hat die Aufgabe, die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse aus Informatik, Ingenieurwissenschaften und Wirtschaftswissenschaften für Unternehmen und öffentliche Einrichtungen verfügbar zu machen. In Kooperationsprojekten und in Auftragsforschung entwickelt das FZI für seine Geschäftspartner Konzepte für betriebliche Organisationsaufgaben, Software- und Systemlösungen und setzt diese in innovative Produkte, Dienstleistungen und Geschäftsprozesse um. Wissenschaftliche Exzellenz und Interdisziplinarität sind in der Organisation verankert: Für den Technologietransfer engagieren sich am FZI Professorinnen und Professoren, die an verschiedenen Fakultäten der Universität Karlsruhe (TH) und weiteren Universitäten Informatik und ihre Anwendungen erforschen. Die Forschungseinrichtung ist gemeinnützig.


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