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Spezialistin für Ernährung im Alter: Prof. Dororthee Volkert

29.04.2009 - (idw) Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg

Genau vor einem Jahr konnte an der Universität Erlangen-Nürnberg der Vertrag zur Errichtung einer neuen Stiftungsprofessur für klinische Ernährung im Alter unterzeichnet werden. Nun hat Prof. Dr. Dorothee Volkert zum April diesen Jahres die neue Professur am Institut für Biomedizin des Alterns angetreten. Die Professur wird für zunächst fünf Jahre mit insgesamt 1,2 Millionen Euro aus der Nürnberger Theo und Friedl Schöller-Stiftung gefördert. Forschungsziel ist es, umfassende Erkenntnisse zu bekommen, wie man Senioren vor Mangelernährung schützen kann. Die Einrichtung und Besetzung der Professur ist ein bedeutender Schritt zur Erweiterung des Instituts für Biomedizin des Alterns und ermöglicht den Ausbau des bereits bestehenden Forschungsschwerpunkts "Ernährung im Alter" zu einem Zentrum der Alters- und Ernährungsforschung in Deutschland. "Die Besetzung mit der Ernährungswissenschaftlerin Prof. Volkert verstärkt die interdisziplinäre Ausrichtung unserer Arbeitsgruppe, die sich bisher aus Medizinern, Naturwissenschaftlern und einer Ökotrophologin zusammensetzt, und ist für die Förderung der Ernährungsforschung elementar", freut sich Prof. Dr. Cornel Sieber, Leiter des Instituts für Biomedizin des Alterns, über die neue Kollegin.

"Die künftige Forschung auf dem Gebiet der Altersernährung soll die Zusammenhänge zwischen der Ernährung und physiologischen, biochemischen und funktionellen Aspekten des Alterns weiter aufklären und dazu beitragen, häufige Ernährungsprobleme alter Menschen in Zukunft besser zu verstehen", skizziert Prof. Volkert ihr neues Aufgabengebiet, "denn viele Fragen sind in diesem Bereich für uns noch ungeklärt."

Eine zentrale Frage dabei ist, wie sich durch richtige Ernährung Selbständigkeit und Lebensqualität im Alter am besten erhalten bzw. wiedergewinnen lassen. Im Hinblick auf häufige Ernährungsprobleme ist noch immer unklar, wie sich die weit verbreitete Problematik der Mangelernährung im Alter am besten vermeiden bzw. reduzieren lässt. Zudem wächst auch bei älteren Menschen die Problematik des Übergewichts. Noch wenig ist bisher darüber bekannt, inwieweit man die damit verbundenen Gesundheitsprobleme und Einschränkungen der Selbständigkeit durch eine Gewichtsreduktion bei alten Menschen verbessern kann.

"Wir wollen", so Prof. Volkert, "in enger Zusammenarbeit mit angrenzenden Disziplinen wie z. B. Gerontologie, Sport- und Pflegewissenschaft die Zusammenhänge zwischen Ernährung, Bewegung, sozialen Kontakten und Gesundheit im Alter weiter aufklären. Dazu planen wir auch internationale Kooperationen, um den wissenschaftlichen Austausch auf diesem Spezialgebiet optimal zu fördern."

Dorothee Volkert wurde 1960 in Heilbronn am Neckar geboren. Sie studierte Ernährungswissenschaft an der Universität Stuttgart-Hohenheim und promovierte dort 1991 zum Dr. rer. nat. mit einer Arbeit zum Thema "Ernährungszustand geriatrischer Patienten: Formen, Häufigkeiten und mögliche Ursachen von Mangelernährung". Lehr- und Forschungstätigkeit in den Bereichen Ernährungsphysiologie, speziell Ernährung im Alter, und Ernährungsepidemiologie führten sie 1996 an die Universität Bonn, wo sie 2001 mit einer Arbeit über "Ernährung älterer Menschen in Deutschland" habilitierte. 2005 wechselte sie als Leiterin der Abteilung Medizinisch-wissenschaftliche Information zur Firma Pfrimmer Nutricia nach Erlangen. Zum April 2009 hat Dorothee Volkert die neue Stiftungsprofessur am Institut für Biomedizin des Alterns bei Prof. Dr. Cornel Sieber übernommen.

Prof. Volkert hat sich in zahlreichen Forschungsprojekten mit der Ernährungssituation und der Verbesserung der Ernährungsversorgung älterer Menschen beschäftigt, ihre Ergebnisse wurden in Publikationen, Vorträgen, Büchern und auf wissenschaftlichen Kongressen veröffentlicht. Sie ist Erstautorin der Leitlinie "Enterale Ernährung in der Geriatrie" der Deutschen Gesellschaft für Ernährungsmedizin und der Deutschen Gesellschaft für Geriatrie sowie der Europäischen Gesellschaft für Klinische Ernährung und Stoffwechsel und hat an der Erstellung von Standards zur Qualitätssicherung der Ernährungsversorgung pflegebedürftiger Senioren mitgewirkt.


Geriatrie und Psychogerontologie gehören zu den Forschungsschwerpunkten an der Universität Erlangen-Nürnberg. Über ein interdisziplinäres Zentrum sind die Altersforscher mit Kollegen anderer Fachgebiete wie den Wirtschafts- und den Sportwissenschaften, der Soziologie oder der Informatik, vernetzt.

Weitere Informationen für die Medien:

Prof. Dr. Dorothee Volkert
Tel. 0911/3000-517
dorothee.volkert@aging.med.uni-erlangen.de

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