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TUB: Alt-TU-Präsident Manfred Fricke verstorben

06.05.2009 - (idw) Technische Universität Berlin

Am 5. Mai verstarb überraschend Prof. Dr.-Ing. Manfred Fricke. Der TU-Präsident von 1985 bis 1993 hatte sich innerhalb der Universität, im Berliner Senat und weit über Berlin hinaus international einen Namen gemacht als wissenschaftlicher Experte für Flugsicherheitstechnik, Luftverkehr und Flughafenplanung ebenso wie als zupackender politischer Reformer. Bewegt über das plötzliche Ableben des im 73. Lebensjahr stehenden Alt-Präsidenten, zeigte sich TU-Präsident Prof. Dr. Kurt Kutzler: "Mit Manfred Fricke verlieren wir nicht nur einen hervorragenden Wissenschaftler, Kollegen und Menschen, sondern auch einen Mann, der unsere Universität durch seine umfassenden Strukturreformen ein sehr großes Stück auf dem Weg zu einer modernen Universität vorangebracht hat." Kurt Kutzler erinnerte daran, dass die TU Berlin unter der Amtsführung Manfred Frickes unter anderem die Zahl der Fachbereiche von 22 auf 15 reduziert hatte, neue Leitungs und Leistungsstrukturen einführte und die internationalen Partnerschaftsbeziehungen ausbaute. Außerdem verdanke die TU Berlin ihm ein besonderes Stück Technik: den A330/340 Airbus Flugsimulator, der seitdem bei der von Manfred Fricke initiierten Zentrum für Flugsimulation Berlin GmbH an der TU Berlin stationiert ist. Noch weit über seine aktive Amtszeit als Hochschullehrer und -manager hinaus habe sich Manfred Fricke in Wissenschaft und Hochschulpolitik engagiert, unter anderem als Senator der Helmholtz-Gemeinschaft und in der Wissenschaftlichen Kommission Niedersachsen. Das Mitgefühl des TU-Präsdiums und der Universitätsangehörigen gelte insbesondere der Ehefrau Manfred Frickes sowie den beiden Söhnen.

Zur Person

Manfred Fricke, 1936 in Hainichen bei Dresden geboren, studierte 1955 bis 1962 an der TU Berlin Maschinenbau mit dem Schwerpunkt Flugtechnik. Im Anschluss begann er seine Karriere als Wissenschaftler an der TU Berlin. Nach Promotion 1966 und Habilitation 1970 wurde Manfred Fricke Direktor des Instituts für Flugführung und Luftverkehr an der TU Berlin. 1978 wurde er zum ordentlichen Professor für Flugführung und Luftverkehr am Institut für Luft- und Raumfahrt der TU Berlin berufen.

Professor Fricke war langjähriges Mitglied im Akademischen Senat der TU Berlin und Vorsitzender des Haushaltsausschusses. Bevor er 1985 zum TU-Präsidenten gewählt wurde, übte er 1978 bis 1982 das Amt des 1. Vizepräsidenten aus. 1989 trat er als erster TU-Präsident zu einer zweiten Amtszeit an. Nach Ablauf der Amtszeit 1993 kehrte er an sein Fachgebiet zurück. Zum 15. September 2004 ging Professor Fricke in den Ruhestand.

Außerhalb der Universität war er in verschiedenen Funktionen und Einrichtungen aktiv: unter anderem als Vorsitzender des Wissenschaftlichen Beirats beim Bundesminister für Verkehr, als Koordinator der am Luftfahrtförderprogramm des Bundes beteiligten deutschen Hochschulen, als Fachgutachter für die Deutsche Forschungsgemeinschaft, als Sachverständiger des Bundesforschungsministeriums, als Mitglied des Senats der Deutschen Forschungsanstalt für Luft- und Raumfahrt, als Mitglied der Wissenschaftlichen Kommission Niedersachsen, sowie als Mitglied im Senat der Helmholtz-Gemeinschaft. Er engagierte sich darüber hinaus im Stiftungsrat des Japanisch-Deutschen Zentrums in Berlin und war Mitglied des Aufsichtsrates der Lufthansa Consulting GmbH.

Verdienste um die gesamte Berliner Hochschullandschaft erwarb sich Manfred Fricke als Leiter einer Expertenkommission, die nach der Wiedervereinigung im Auftrag des Berliner Senats Vorschläge für das Zusammenwachsen der Berliner Hochschulen im Ost- und Westteil der Stadt erarbeitete. Zu seiner Verabschiedung aus dem aktiven Dienst am 10. November 2004 verlieh ihm TU-Präsident Kurt Kutzler als Dank für die geleistete Arbeit die Goldene Ehrennadel der TU Berlin.

Drei chinesische Universitäten zeichneten ihn mit dem Titel "Ehrenprofessor" aus. Die Universität Miskol? in Ungarn verlieh ihm 1994 die Ehrenmedaille der Hochschule. Ebenfalls 1994 erhielt er das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse in Anerkennung seiner vorbildlichen hochschulreformerischen Anstrengungen im Bundesgebiet.

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