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Landschaftsnutzung nach der Eiszeit

07.05.2009 - (idw) Eberhard Karls Universität Tübingen

Förderpreis für Ältere Urgeschichte und Quartärökologie geht an Daniela Holst Am heutigen 7. Mai 2009 wurde am Institut für Ur- und Frühgeschichte und Archäologie des Mittelalters der Universität Tübingen zum elften Mal der Tübinger Förderpreis für Ältere Urgeschichte und Quartärökologie verliehen. Diesjährige Preisträgerin ist Dr. Daniela Holst, die am Museum für die Archäologie des Eiszeitalters, Forschungsbereich Altsteinzeit des Römisch-Germanischen Zentralmuseums Mainz mit Sitz auf Schloss Monrepos in Neuwied tätig ist. Der Preis, der von der Firma ratiopharm gestiftet wird, ist mit 5.000 Euro dotiert und damit der höchstdotierte Preis dieser Art für Urgeschichts-Archäologen.

Daniela Holst wird für ihre Dissertation mit dem Titel "Subsistenz und Landschaftsnutzung im Frühmesolithikum: Nussröstplätze am Duvensee" ausgezeichnet, die sich mit Veränderungen in der Landschaftsnutzung vor dem Hintergrund des früh-nacheiszeitlichen Landschaftswandels um etwa 9000-8000 vor heute befasst. Holst beschäftigt sich darin mit Funden vom schleswig-holsteinischen Ausgrabungsort Duvensee, einem Schlüsselfundplatz mit einer Vielzahl von sehr gut erhaltenen Artefakten. Mit modernsten Methoden macht sie zunächst eine Analyse von Steinwerkzeugen und derer Klingentechnologie. Die Art der Herstellung dieser Instrumente erlaubt Rückschlüsse auf Tradition und Kommunikation der damaligen Menschen sowie deren Umgang mit der Landschaft. Zudem stellt sie räumliche Untersuchungen an, die eine Rekonstruktion des Siedlungsgeschehens auf den Fundstellen ermöglichen. Besonders auffallend an den Fundorten sind dabei Röststellen für Haselnüsse. Holst kann mit ihrer Arbeit nachweisen, dass die Menschen zwischen Eiszeit und dem Beginn von Ackerbau und Viehzucht entgegen einer gängigen Auffassung nicht primär Jäger waren. Rein rechnerisch betrachtet konnte ein Mensch am Duvensee in dieser Zeit bis zu 44 Prozent des Energiejahresbedarfs mit Nüssen decken. Das Rösten der Nüsse diente dabei primär der Konservierung, da diese schon recht früh und in großen Mengen geerntet und gelagert wurden. Mit ihrem innovativen Forschungsansatz ist Holsts Arbeit wegweisend für die moderne Mittelsteinzeitforschung.

Weitere Informationen:
Prof. Nicholas J. Conard Ph.D.
Institut für Ur- und Frühgeschichte und Archäologie des Mittelalters, Abt. Ältere Urgeschichte und Quartärökologie
Schloß Hohentübingen, 72070 Tübingen
Tel.: (0 70 71) 29 7 24 16
E-Mail: nicholas.conard@uni-tuebingen.de

EBERHARD KARLS UNIVERSITÄT TÜBINGEN
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit · Michael Seifert
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Tel.: 0 70 71 · 29 · 7 67 89 · Fax: 0 70 71 · 29 · 5566
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