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Labors für Molekulare Biotechnologie installiert

22.05.2002 - (idw) Fachhochschule Aalen


Zwei Studentinnen am Laborfermenter, rechts davon eine große Zentrifuge, an der Wand ein Poster mit dem Ergebnis einer DNA-Sequenzierung mit Hilfe des neu beschafften Analysators. Dem Fachbereich Chemie der Fachhochschule Aalen wurden nun zwei Labors übergeben, in denen die Studierenden mit dem Schwerpunkt Molekulare Biotechnologie ihre Praktika durchführen werden. An den hierfür eigens angeschafften Geräten zu einem Gesamtwert von ca. 300.000 Euro können die Studierenden unter anderem die Basenpaare im Erbgut der DNA genetisch sequenzieren und winzigste Mengen der DNA vervielfältigen. "Damit verfügen wir über die dringend benötigten Genlabors, die uns technisch in den Stand der aktuellen Forschung auf dem Gebiet der Molekularen Biotechnologie versetzen", erklärt der Dekan des Fachbereichs Chemie, Prof. Dr. Maximilian Kolb.

Wer beim Begriff 'Genlabor' allerdings an geklonte Stammzellen oder die Geburt neuer Frankensteins denkt, geht fehl. Das in den Thermocyclern vervielfältigte Erbgut dient dazu, gentechnisch veränderte Lebensmittel zu identifizieren oder kriminalistische Nachweise bei Schwerverbrechen zu führen. "Die Polymerase-Chain-Reaction-Methode ist heute eine Standardmethode in molekularbiologischen Laboratorien", so Prof. Kolb. Bei dieser Methode wird der DNA-Doppelstrang bei höherer Temperatur in die beiden Einzelstränge aufgeschmolzen. Die gewonnenen Einzelstränge dienen dann als Matrix für die zugegebenen Nucleotide, mit denen sie sich zu identischen Doppelsträngen verbinden. Auf diesem Syntheseweg entsteht eine Vielzahl von derselben DNA, die dann untersucht werden kann, ohne dass befürchtet werden müsste, dass bei der Untersuchung das Beweisstück verändert oder gar zerstört wird.

Neben der Gentechnik kommen in den Genlabors natürlich auch klassische biochemische Verfahren zur Anwendung, wie bspw. die Elektrophorese zur Trennung von Proteinen oder die Chromatographie zur Analyse von Aminosäuren. Daher werden künftig auch Praktika zur Identifizierung von Mikroorganismen und der Ermittlung von deren Stoffwechselleistung angeboten. So können die Studierenden am Laborfermenter die Wachstumsgeschwindigkeit von Mikroorganismen untersuchen oder den Verlauf der Substratkonzentration von z.B. Ethanol oder Ascorbinsäure im Stoffwechsel der Mikroorganismen bestimmen.

Der Studienschwerpunkt Molekulare Biotechnologie ist neben der Analytischen Chemie und der Polymerchemie der jüngste im Angebot des Fachbereichs Chemie an der FH Aalen. In diesem Schwerpunkt werden die Gebiete Molekularbiologie, Biochemie und Mikrobiologie in Theorie und Praxis gelehrt. "Allerdings müssen auch in der Biotechnologie zuvor die chemischen Grundlagen studiert werden", erläutert Prof. Kolb: "Ohne die ist ein sinnvolles Arbeiten auf diesem Gebiet nicht möglich."
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