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Von Kooperation, Tarifsystem, Gesundheit, Strategie und Elite

24.05.2003 - (idw) Friedrich-Schiller-Universität Jena

Soziologen der Universität Jena zeichneten heute ihre besten Absolventen aus

Jena (23.05.03) Jörg Oberthür hat 2001 die beste Magisterarbeit am Institut für Soziologie der Universität Jena eingereicht. Ein Jahr später wurden unter den 23 Magisterarbeiten die Studien von Karina Becker und Axel Salheiser als beste ausgewählt. Die Preisträger erhielten heute während des Festaktes anlässlich des 10. Geburtstages des Instituts mit 200 Euro dotierte Preise für ihre guten Examen. Jeweils 400 Euro erhielten Dr. Ingrid Artus für die beste sozialwissenschaftliche Promotion des Jahres 2001 und Dr. Jürgen Güdler für seine Doktorarbeit aus dem Jahr 2002.

Güdler stellte sein eigenes Fach in den Mittelpunkt einer Untersuchung. "Kooperation in der Soziologie. Langfristige Entwicklungen, strukturbildende Wirkungen, individuelle Platzierungseffekte" lautet der Titel seiner prämierten Arbeit. Güdler erforschte durch eine intelligente Verknüpfung wissenschaftlicher Nachweissysteme die Kooperationsmuster unter Soziologen.

"Die Krise des Tarifsystems in Ost- und Westdeutschland als Kooperationsproblem zwischen tariflichen und betrieblichen Akteuren" ist die Dissertation von Ingrid Artus überschrieben. Darin wird u. a. eine Realanalyse des tarifpolitischen Systems in Ostdeutschland aufgezeigt. Sie beruht auf einer fundierten Prüfung der betrieblichen Handlungsbedingungen der ostdeutschen Industrie. Artus hat dabei die industriellen Beziehungen Ostdeutschlands - und des wirtschaftlichen Beziehungssystems im allgemeinen - in komplexer Weise ermittelt.

Jörg Oberthür hat in seiner Magisterarbeit eines der wichtigsten Reformprojekte der Bundesregierung behandelt: die Gesundheitsreform 2000. In seiner Arbeit "Die Gesundheitsreform 2000. Eine Analyse rot-grüner Gesundheitspolitik" dokumentiert er einerseits, welche konkreten Schritte zur konzeptionellen Entwicklung der Reform unternommen wurden. Zudem führt er die Maßnahmen auf, die ergriffen wurden, um das Konzept politisch durchzusetzen. Gleichzeitig entwickelte er durch intensive Analyse der Machtressourcen und Konfliktpotenziale, warum sich das Projekt so und nicht anders entwickelt hat.

"Eine empirische Untersuchung zur Strategiefähigkeit von klein- und mittelständischen Unternehmen" legte Karina Becker im letzten Jahr vor. Sie hat in ihrer Arbeit ein empirisches Feld untersucht, das einen zentralen Aspekt im Marktintegrationsprozess der privatisierten Unternehmen Ostdeutschlands darstellt und darüber hinaus einen neuralgischen Punkt der konkurrenzschwachen klein- und mittelständischen Betriebe bezeichnet. Neben einem ausgezeichneten Theorieteil arbeitet Becker in Fallstudien überaus stimmig verschiedene Typen von Unternehmen heraus.

Axel Salheiser hat die "Rekrutierungs- und Karrieremuster von Leitungskadern in der DDR-Industrie" beschrieben. Dabei hat er nicht nur auf Sekundärdaten zurückgegriffen, sondern eigene Daten erhoben. Die folgende Auswertung verknüpft theoretische und methodische Kenntnisse mit einer souveränen Stoffbeherrschung und nicht häufig anzutreffender sprachlicher Eleganz, wie sein Gutachter hervorhob.

Ebenso vielfältig wie die prämierten Arbeiten sind die Themen, die gegenwärtig am Institut bearbeitet werden, betonte Prof. Dr. Rudi Schmidt. Das werde, so der Institutsdirektor, nicht nur in den Projekten der einzelnen Professuren und des Sonderforschungsbereichs deutlich, sondern bereits an den Examensthemen, wie er bei der feierlichen Übergabe der Abschlusszeugnisse unterstrich.
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