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Hertie-Stiftung größter privater Förderer der Multiple-Sklerose-Forschung in Deutschland

13.05.2009 - (idw) Gemeinnützige Hertie-Stiftung

* Seit 1978 flossen mehr als 33 Mio. Euro in die Forschungsförderung

* Gründung von MS-Instituten in Hamburg und Göttingen

* Jährlich 1,3 Mio. Euro für MS-Forschungsprojekte an deutschen Instituten und im benachbarten Ausland Frankfurt am Main, 12.5.2009. Die Multiple Sklerose (MS) ist eine der häufigsten entzündlichen Erkrankungen des zentralen Nervensystems. In Deutschland sind ca. 120.000 Menschen davon betroffen. Gemäß des Willens ihres Stifters setzt sich die Hertie-Stiftung seit 1978 für MS-Erkrankte ein. In Göttingen gründete die Hertie-Stiftung 2004 das deutschlandweit erste Institut für Multiple-Sklerose-Forschung und 2007 das Institut für Neuroimmunologie und Klinische Multiple-Sklerose-Forschung (inims) in Hamburg. Seit 2002 sind 68 MS-Forschungsprojekte durch Einzelantragsverfahren von der Hertie-Stiftung gefördert worden.

2004 gründete die Hertie-Stiftung im Bereich Humanmedizin das deutschlandweit erste Institut für Multiple-Sklerose Forschung (IMSF) an der Universität Göttingen. Ziel des Instituts ist die Erforschung der neuroimmunologischen Mechanismen, die den Untergang der Nervenfaserscheiden verursachen sowie die Entwicklung von Strategien, die zur Reparatur dieser Schäden führen. Seit 2008 ist der MS-Forscher Prof. Alexander Flügel Leiter des Instituts. Aktuell forscht Prof. Flügel an der Funktion der sogenannten autoreaktiven T-Zellen, die sich bei der MS gegen den eigenen Körper richten.

2007 etablierte die Hertie-Stiftung mit dem Institut für Neuroimmunologie und Klinische Multiple-Sklerose-Forschung (inims) das Konzept eines integrierten Behandlungs- und Forschungszentrums. Grundlagenwissenschaftliche und klinische Forschung werden hier verbunden. Das inims ist ein Kooperationsprojekt mit dem Universitätsklinikum Eppendorf (UKE) und dem Zentrum für Molekulare Neurobiologie Hamburg. Direktor des Instituts ist MS-Forscher Professor Roland Martin, einer der führenden MS-Forscher weltweit. Bis 2006 hat er die Cellular Immunology Section der renommierten National Institutes of Health in den USA geleitet. Am inims wird vor allem an der Entwicklung neuer Therapien gearbeitet. Dabei geht es sowohl um Zelltherapie, als auch um Therapeutika, die auf natürlichen Substanzen basieren.

68 Einzelanträge von MS-Forschungsvorhaben hat die Hertie-Stiftung seit dem Jahr 2002 bewilligt: Projekte zu klinischen, rehabilitativen Projekten ebenso wie Arbeiten, die sich mit der Pathologie, Immunologie, Bildgebung sowie grundlegenden Arbeiten zur Myelin- und Axonbiologie beschäftigen. Zu denbedeutendsten Erkenntnissen gehören beispielsweise die Klassifikation verschiedener Subtypen der MS nach dem zugrundeliegenden Schädigungsmuster, Arbeiten zur Antikörperantwort gegen ein humanes Eiweiß (Myelin-Oligodendrozysten-Glykoprotein -MOG) oder neue Erkenntnisse zur Wirkungsweise des Wirkstoffes Interferon. Die Beurteilung der eingereichten Anträge erfolgt im Einzelantragsverfahren durch Experten des Fachgebietes (Peer-Review-Prozess) mit Gutachtern aus Europa und den USA. Die mittlere Bearbeitungszeit bis zur Förderentscheidung beträgt maximal 50 Tage.

Prof. Brück vom Institut für Neuropathologie von der Georg-August-Universität Göttingen betont: "Die Förderung durch die Gemeinnützige Hertie-Stiftung spielt in Deutschland eine eminent wichtige Rolle... und stellt neben der Deutschen Forschungsgemeinschaft den wichtigsten Eckpfeiler in der Forschungsförderung dar und ist für eine effiziente und erfolgreiche Forschung auf dem Gebiet der Multiplen Sklerose unverzichtbar".

Neben der Forschungsförderung unterstützt die Hertie-Stiftung - vor allem in Zusammenarbeit mit der Deutschen Multiple Sklerose Gesellschaft (DMSG) - die Aktivitäten von Selbsthilfegruppen, gewährt Einzelfallhilfen und fördert die Selbstorganisation der Erkrankten. Dazu wurden in den zurückliegenden 25 Jahren Fördermittel von insgesamt 11 Mio. Euro bereitgestellt. Seit 1992 vergibt die Stiftung jährlich den Hertie-Preis für Engagement und Selbsthilfe, der mit 25.000 Euro dotiert ist. Damit möchte die Stiftung den Erkrankten Mut machen und vorbildliche Aktivitäten öffentlich würdigen.

Zum 1. Welt MS-Tag am 27. Mai 2009 hat die Hertie-Stiftung in Zusammenarbeit mit der Internationalen Multiple Sklerose Vereinigung (MSIF) in London mit der Hamburger Filmproduktion "Production M" einen Film mit der Musik von U2 realisiert. Die irische Rockband hat dafür einen ihrer populärsten Songs zur Verfügung gestellt. Der Film wird am 1. Welt MS-Tag auf der Homepage der Hertie-Stiftung abrufbar sein unter www.ghst.de

Gerne vermitteln wir Ihnen ein Gespräch mit Prof. Martin oder Prof. Flügel.

Die Gemeinnützige Hertie-Stiftung baut auf dem Lebenswerk des 1972 verstorbenen Stifters Georg Karg, Inhaber der Hertie Waren- und Kaufhaus GmbH, auf. Bereits vor seinem Tod hatte Georg Karg in seiner Satzung festgehalten, die Stiftung solle sich auch der Medizin widmen. In seiner Familie gab es zwei Fälle einer Erkrankung, die der Multiplen Sklerose sehr ähnelte. Dieses führte langfristig dazu, dass die Stiftung die MS-Forschung und die Unterstützung von MS-Erkrankten in ihrer Stiftungssatzung konkretisierte.



Kontakt:
Gemeinnützige Hertie-Stiftung, Susanne Lehmann, Referentin Information / Kommunikation,
Tel.: 069 / 660 756 172, LehmannS@ghst.de

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