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Augsburger Physiker Peter Hänggi in die Leopoldina gewählt

24.05.2003 - (idw) Universität Augsburg

Prof. Dr. Peter Hänggi, Inhaber des Lehrstuhls für Theoretische Physik I an der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät, ist zum Mitglied der "Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina" gewählt worden.


Seit 1986 Ordinarius für Theoretische Physik an der Universität Augsburg, seit Kurzem Mitglied der Leopoldina: Prof. Dr. Peter Hänggi LEOPOLDINA: IM SINNE EINER HUMANEN WISSENSCHAFTSENTWICKLUNG

Die Leopoldina ist eine der ältesten, ohne Unterbrechung existierenden Akademien. Sie orientiert sich seit 350 Jahren an dem Zweck, zu dem sie gegründet wurde, nämlich: über die Grenzen der Fachgebiete und der Länder hinaus durch eine freie Vereinigung von Gelehrten im Sinne einer humanen Wissenschaftsentwicklung zu wirken. Ihr Namenspatron ist Kaiser Leopold I., der die Akademie 1687 förmlich zur Reichsakademie "Sacri Romani Imperii Academia Caesareo-Leopoldina Naturae Curiosorum" erhoben und mit Privilegien, darunter der Zensurfreiheit und dem Nachdruckverbot ihrer Schriften, ausgestattet hat. Während der Sitz der Akademie ursprünglich an den Wirkungsort des jeweiligen Präsidenten gekoppelt war, wurde die Leopoldina 1878 in Halle an der Saale dauerhaft ansässig. Durch die Verhinderung des Anschlusses an die staatliche Akademie der Wissenschaften konnte sich die Leopoldina nach dem Zweiten Weltkrieg ihre Unabhängigkeit wahren. Seit 1991 hat sie den privatrechtlichen Status einer eingetragenen Vereinigung. Etwa zwei Drittel der derzeit rund 1.100 Leopoldina-Mitglieder kommen aus den Stammländern Deutschland, Österreich und Schweiz, ein Drittel stammt aus rund 25 Ländern aller Kontinenten.

Die Leopoldina ist traditionell eine Honoratioren-Akademie mit wenigen, in der Regel wissenschaftshistorischen Forschungsprojekten. Von den Mitglieder wird erwartet, dass sie sich mit ihren Kenntnissen aktiv in die Akademie einbringen, indem sie über Vortragstätigkeiten hinaus wissenschaftliche Veranstaltungen initiieren und organisieren und sich an ad hoc-Kommissionen beteiligen, die sich interdisziplinär mit besonders relevanten gesellschaftlichen Fragen befassen.

ANERKENNUNG VON WISSENSCHAFTLICHER LEISTUNG UND FORSCHER-PERSÖNLICHKEIT

Die Wahl in die Leopoldina, die auf Vorschlag aus dem Kreis der Mitglieder erfolgt und eine weitgehende Übereinstimmung des Präsidiums und der Senatoren voraussetzt, gilt als eine herausragende Anerkennung der wissenschaftlichen Leistung und der Persönlichkeit eines Forschers. "Natürlich", so Hänggi, "ist es ein sehr schönes Gefühl, sich in noch - relativ - jungen Jahren in einem Kreis zu finden, der sein außergewöhnliches Ansehen nicht nur aus einer Jahrhunderte alten Tradition schöpft, sondern aktuell auch aus der Mitgliedschaft zahlreicher Nobelpreisträger und Forscher aus aller Herren Länder, die in ihrem Fach allesamt international allerhöchstes Renommee genießen."

1950 in Bärschwill/Schweiz geboren, hat Peter Hänggi an der Universität Basel studiert und promoviert. 1986 ist er als erster Physiker an die Universität Augsburg berufen worden. Sein wissenschaftlicher Werdegang führte ihn über die University of Illinois, Urbana-Champaign, die Universität Stuttgart, die University of California, San Diego, und das Polytechnic Institute of New York nach Augsburg.

AN DREI SONDERFORSCHUNGSBEREICHEN BETEILIGT

Hänggi ist Mitglied der Sonderforschungsbereiche 438 "Mathematische Modellierung, Simulation und Verifikation in materialorientierten Prozessen und intelligenten Systemen" (TU München, Universität Augsburg), 486 "Manipulation von Materie auf der Nanometerskala" (LMU München,TU München, Universität Augburg, Max-Planck-Gesellschaft) und 484 "Kooperative Phänomene im Festkörper: Metall-Isolator Übergänge und Ordnung mikroskopischer Freiheitsgrade" (Universität Augsburg); weiterhin ist er an den DFG-Schwerpunktprogrammen "Zeitabhängige Phänomene und Methoden in Quantensystemen der Physik und Chemie" sowie "Quanten-Informationsverarbeitung" beteiligt, ebenso am Schwerpunktprogramm "Physics, Chemistry and Biology with Single Molecules" der VolkswagenStiftung. Er ist Inhaber zweier Patente ("Controlled Stochastic Resonance Circuit" und "Noise-Induced Transport of microscopic particles in macroporous materials"); seit 1998 gibt er das "New Journal of Physics" heraus, an der Herausgabe mehrer anderer physikalischer Periodika wirkt er in verschiedenen Funktionen mit.

Die Leopoldina-Mitgliedschaft fügt sich als besonderer Glanzpunkt an eine lange Liste von Ehrungen und Auszeichnungen des Augsburger Physikers an, zu der allein in den beiden vergangenen Jahren die Mitgliedschaft in der Max-Planck-Gesellschaft, der Humboldt Honorary Research Award of the Foundation for Polish Science, die außerordentliche Mitgliedschaft im Center for NanoScience und der japanische RIKEN Eminent Scientist Award hinzugekommen sind.

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KONTAKT:

Prof. Dr. Peter Hänggi
Lehrstuhl für Theoretische Physik I, Universität Augsburg, 86135 Augsburg
Telefon 0821/598-3249, Fax 0821/598-3222, hanggi@physik.uni-augsburg.de
http://www.physik.uni-augsburg.de/theo1/hanggi/

WEITERE INFORMATIONEN ZUR LEOPOLDINA:
http://www.leopoldina.uni-halle.de/
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