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Die MHH ehrt 131 Doktoranden

14.05.2009 - (idw) Medizinische Hochschule Hannover

Urkundenverleihung am Freitag, 15. Mai 2009, an 73 Frauen und 58 Männer / Freundegesellschaft unterstützt junge Forscher mit Promotionspreisen Die Medizinische Hochschule Hannover (MHH) begeht zum 18. Mal ihre Promotionsfeier und lädt dazu Preisträger und Nominierte, Verwandte, Bekannte und Freunde für Freitag, 15. Mai 2009, um 15.15 Uhr auf den MHH-Campus, Klinisches Lehrgebäude I1, in den Hörsaal F ein. MHH-Präsident Professor Dr. Dieter Bitter-Suermann wird die Urkunden für die erfolgreich beendeten Doktorarbeiten 113 jungen Ärztinnen und Ärzten, 14 Zahnmedizinerinnen und -medizinern sowie an drei Humanbiologen überreichen. Zudem wird der Doktortitel Public Health (Dr. PH) an eine Doktorandin verliehen. Unter den Doktoranden sind 73 Frauen und 58 Männer. Elf haben ihre Promotion "mit Auszeichnung" abgeschlossen. Die Promotionspreise gehen an Dr. Inke Timmerbeul (32) und Dr. Nurdanat Berkingali (32). Die beiden Auszeichnungen sind mit jeweils 2.500 Euro dotiert und werden von der Gesellschaft der Freunde der Medizinischen Hochschule Hannover e.V. vergeben. Der mit 2.500 Euro dotierte Hans-Heinrich Niemann-Preis geht an Dr. Rainer Beck (31). Dieser Preis wird ebenfalls von der Gesellschaft der Freunde am Freitag verliehen.

Die Promotionspreise

p27-Protein beeinflusst Entwicklung von Tumoren
p27 tritt im Zellzyklus als ein sogenannter Inhibitor, ein hemmendes Protein, auf und ist in Karzinomen herunterreguliert. Das erlaubt Prognosen darüber, wie bösartig der Tumor ist und wie er streuen könnte -und damit über das Langzeitüberleben des Patienten. Dr. Inke Timmerbeul (32) aus der Arbeitsgruppe von Professor Dr. Nisar Peter Malek, Klinik für Gastroenterologie, Hepatologie und Endokrinologie, hat untersucht, ob eine Erhöhung und Stabilisierung des p27-Spiegels vor der Entstehung von Tumoren schützt. Dr. Timmerbeul verglich Mäuse, bei denen der Abbauweg des Proteins blockiert ist und die daher einen höheren p27-Spiegel in der Zelle aufweisen, mit einer Gruppe unbehandelter Mäuse. Beide Vergleichsgruppen entwickelten eine Vielzahl verschiedener Tumore. Ein signifikanter Unterschied zeigte sich bei den Tumoren des Darms. Die Versuchsgruppe mit dem blockierten p27-Protein entwickelte zwar eine vergleichbare Menge Darmtumoren, aber diese waren deutlich weniger bösartig als in der Vergleichsgruppe. Das Fazit: Der Abbau des Proteins p27 reguliert die Entwicklung von einem gutartigen Darmtumor zum bösartigen Karzinom. Die Ergebnisse weisen auf in die Richtung, den Abbau von p27 medikamentös zu hemmen und damit das Risiko zu minimieren, dass sich gutartige zu bösartigen Tumoren entwickeln. Professor Malek ist es kürzlich gelungen, eine Substanz zu identifizieren, die den Abbau von p27 hemmt.

Das Hormon Erythropoetin stimuliert das Wachstum von Nervenzellen des Innenohres
Bei einer Hörminderung oder Ertaubung tritt neben einem Haarzellverlust des Innenohres auch ein Verlust der Spiralganglienzellen auf, also der Nervenzellen des Innenohres. Eine Regeneration dieser Zellen ist beim Menschen bisher nicht möglich. Im Tierversuch gelingt es, diese Zellen mit Nervenwachstumsfaktoren vor dem Absterben zu schützen. Dem Hormon Erythropoetin (EPO), verantwortlich für die Bildung der roten Blutkörperchen, werden protektive Effekte auf Nervenzellen zugeschrieben. Dr. Nurdanat Berkingali (32) untersuchte in der Arbeitsgruppe von Professor Dr. Timo Stöver aus der Klinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde, welchen Effekt EPO in einem Zellkulturmodell auf Spiralganglienzellen hat. Die Ergebnisse zeigen, dass mit der Gabe von EPO das Auswachsen der Neuriten der Spiralganglienzellen deutlich gesteigert wurde. Eine zusätzliche signifikante Verlängerung der Neuriten war nach gleichzeitiger Gabe von EPO und des Nervenwachstumsfaktors BDNF zu beobachten. Die Kombination stellt damit einen interessanten Wirkstoff dar, der für eine zukünftige Therapie von Innenohrerkrankungen Anwendung finden könnte.

Der Hans-Heinrich-Niemann-Preis

Mechanismus von Transportvesikeln der Zelle weiter entschlüsselt
Der Transport von Lipiden und Proteinen in den Zellen aller höheren Organismen wird von spezialisierten Transportvesikeln vermittelt. Dies sind von Hüllproteinen umgebene, etwa 100 Nanometer große Membranbläschen, die ihre Fracht vom Ort ihres Ursprungs zum jeweiligen Zielorganell transportieren. Die experimentelle Arbeit von Dr. Rainer Beck (31) liefert ein neues Verständnis über das Zusammenspiel verschiedener Komponenten bei der Entstehung eines Tranportvesikels. Dr. Beck untersuchte in der Arbeitsgruppe von Professor Dr. Felix Wieland am Biochemie Zentrum der Universität Heidelberg, welche Faktoren für die Entstehung von Transportvesikeln verantwortlich sind. Als ein molekularer Schalter steuert das Protein "Arf" die Bindung des Hüllproteinkomplexes Coatomer an die Golgi Membran. Coatomer verleiht dem entstehenden Vesikel seine Form. Das Protein "Arf" ist jedoch mehr als nur ein Schalter, der Coatomer rekrutiert. Ein bis dato unbekannter Befund war, dass "Arf" allein im Stande ist, die Membran zu krümmen und das Transportvesikel von der Membran abzuschnüren. Die Grundlagenforschung solch komplexer intrazellulärer Vorgänge öffnet möglicherweise die Tür für therapeutische Ansätze.




So kommen Sie zum Hörsaal F: Benutzen Sie die Haupteinfahrt der MHH und fahren unter der Anzeigentafel hindurch geradeaus weiter auf der Carl-Neuberg-Straße. Der Eingang zum Klinischen Lehrgebäude I1 befindet sich auf der linken Seite unter der Fußgängerbrücke. Von dort ist der Weg zum Hörsaal F ausgeschildert.

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