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Größere Sicherheit in der Behandlung von Hepatitis C

15.05.2009 - (idw) Medizinische Hochschule Hannover

Zwei Studien von MHH-Medizinern im Kompetenznetz Hepatitis Neue Ergebnisse zweier Studien des Kompetenznetzes Hepatitis (Hep-Net) versprechen größere Sicherheit in der Behandlung von Hepatitis C-Patienten. Das Kompetenznetz Hepatitis, ein Projekt der Deutschen Leberstiftung und gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung, verfolgt als ein Ziel, die Versorgung von Patienten mit einer chronischen Virushepatitis zu verbessern.

Die "Akute HCV III-Studie", die im Study House des Hep-Net unter der Leitung von Professor Dr. Michael Manns, Direktor der MHH-Klinik für Gastroenterologie, Hepatologie und Endokrinologie initiiert wurde, vergleicht zwei Therapieansätze. Die Studie sollte die Frage klären, ob es sinnvoller ist, Hepatitis C-Patienten sofort 24 Wochen lang mit Interferon-alpha zu behandeln oder die Patienten zunächst zwölf Wochen lang zu beobachten und sie erst dann, wenn es zwischenzeitlich nicht zu einer spontanen Ausheilung der Infektion gekommen ist, mit einer Kombinationstherapie aus PEG-Interferon und Ribavirin zu behandeln.

Die Ergebnisse zeigen, dass eine sofortige Behandlung mit PEG-Interferon-alfa-2b für 24 Wochen die sicherste Therapie für Hepatitis C-Patienten ist. Bei einzelnen Patienten, die aus Sorge vor den Nebenwirkungen der Interferon-Therapie erst die Möglichkeit einer spontanen Ausheilung abwarten wollen, führt eine verzögerte Therapie aber auch fast immer zu einer Ausheilung. Die Voraussetzung dafür ist jedoch, dass die Patienten nach dieser Wartezeit die Behandlung konsequent durchführen.

Die "Akute HCV III-Studie" ist die bislang größte prospektive, randomisierte Studie zur akuten Hepatitis C in Europa. 107 Patienten in 72 Hep-Net-Zentren aus ganz Deutschland waren daran beteiligt. "Ohne das Hep-Net-Netzwerk und die Deutsche Leberstiftung wären solche Studien nicht möglich", sagt Professor Dr. Michael Manns, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Leberstiftung und Sprecher des "Kompetenznetz Hepatitis". "Die akute HCV III-Studie ist in dieser Art weltweit einmalig und wird eine große Bedeutung für das Management von Patienten mit akuter Hepatitis C-Virusinfektion, zum Beispiel nach einer Nadelstich-Verletzung, haben."

In der zweiten Studie wurde unter der Koordination von Dr. Heiner Wedemeyer, Oberarzt in der MHH-Klinik für Gastroenterologie, Hepatologie und Endokrinologie, untersucht, ob Patienten mit chronischer Hepatitis C und dem Genotyp 2 oder 3 auch in einer kürzeren Therapiedauer und mit reduzierter Medikamentendosis erfolgreich behandelt werden können. Die "REDD 2/3-Studie" zeigte, dass beim Einsatz von PEG Interferon-alfa-2b weiterhin die 24-wöchige Behandlung die beste ist. Wichtigstes Ergebnis der Studie ist, dass eine Verkürzung der Therapie auf 16 Wochen nur bei einzelnen Patienten möglich ist. Dagegen zeigte eine niedrigere Interferon-Dosis (1.0 µg/kg statt 1.5 µg/kg) annähernd gleiche Ausheilungsraten.

An dieser Studie, die zwischen 2003 und 2006 im Kompetenznetz Hepatitis durchgeführt wurde, waren in Deutschland über 350 Patienten als sogenannte "HepNet-Kohorte" beteiligt. Ab 2005 wurden von der Firma Schering-Plough nochmals etwa 350 Patienten in zahlreichen asiatischen Zentren hinzugefügt. Damit stellt diese Studie die bisher größte Untersuchung für asiatische Patienten mit dem HCV Genotyp 3 dar. Von Bedeutung ist, dass die Studie in Deutschland unter sogenannten "Real World" Bedingungen durchgeführt wurde und damit weitaus realistischere Ergebnisse liefert als viele von der Industrie gesponserte Zulassungsstudien, bei denen häufig Patienten mit zusätzlichen Erkrankungen von der Behandlung ausgeschlossen werden.

Die Ergebnisse der beiden Studien wurden Ende April auf der Jahrestagung der European Association for the Study of the Liver (EASL) in Kopenhagen vorgestellt. "Wir haben uns sehr gefreut, mit der "Akuten HCV III-Studie" und der "REDD 2/3-Studie" zwei Hep-Net-Studien auf der Tagung präsentieren zu können, die eine große Bedeutung für die Therapie von Hepatitis C-Patienten haben", sagt Professor Manns. Die Auswahl der beiden Studien aus mehr als 2000 eingereichten Beiträgen zeige ihre große Relevanz für die Hepatologie.

Weitere Informationen erhalten Sie von der Deutschen Leberstiftung, Claudia Biehahn, Presse und Öffentlichkeitsarbeit, Carl-Neuberg-Straße 1, 30625 Hannover, Telefon (0511) 532-6811, Fax (0511) 532-6820, presse@deutsche-leberstiftung.de, www.deutsche-leberstiftung.de


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