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Bund fördert Greifswalder Forschungsprojekt zur Individualisierten Medizin

18.05.2009 - (idw) Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald

In der zweiten Förderrunde Spitzenforschung und Innovation in den Neuen Ländern wird das Bundesforschungsministerium (BMBF) das Forschungsvorhaben Gani_Med fördern. In diesem Projekt arbeiten mehrere renommierte nationale und internationale Partner aus Wissenschaft und Wirtschaft unter Federführung der Universität Greifswald zusammen. Ziel des Projektes ist die Etablierung der personalisierten Medizin als Grundlage einer besseren, sichereren und wirtschaftlicheren Gesundheitsversorgung. Greifswald erhält 14 Mio. Euro verteilt über fünf Jahre. Das Gesundheitssystem in Deutschland muss sich auf den demographischen Wandel einstellen. Es müssen immer mehr ältere Menschen, die auch häufiger krank sind, behandelt werden. Gleichzeitig entwickeln sich Medizintechnik und Behandlungsmethoden weiter. Um auch in Zukunft eine Krankenversorgung in hoher Qualität absichern zu können, muss der Einsatz der Ressourcen bei der Patientenversorgung deutlich optimiert werden.

Die Konzeptstudie Gani_Med geht davon aus, dass dies über die Individualisierte Medizin möglich ist. In dem Forschungsprojekt soll untersucht werden, welche Rolle individuelle, patientenbezogene, insbesondere molekulare Charakteristika bei Diagnose und Therapie spielen. Durch Einsatz modernster Diagnostik werden neue, individuell auf den einzelnen Patienten zugeschnittene Behandlungsverfahren entwickelt und eingesetzt. So sollen die Effektivität der Behandlung gesteigert, unerwünschte Effekte vermieden und letztlich die Kosten reduziert werden.

"Wir wollen zielorientierte Grundlagenforschung und klinische Routine verbinden, um eine fundierte Datenbasis für eine zukünftige individualisierte Medizin zu schaffen. Mittel- bis langfristig sollen konkrete Zusammenhänge zwischen Krankheitsbildern und individuellen Eigenschaften der Patienten hergestellt werden können. So könnten bestimmte Krankheiten frühzeitiger diagnostiziert und therapiert werden. Der Verbund will ein international anerkanntes Kompetenzzentrum für Individualisierte Medizin errichten, das Standards setzt. Dies betrifft nicht nur experimentelle Wissenschaften, sondern auch Kollegen aus den Wirtschaftswissenschaften, der Philosophie und der Theologie", so Prof. Dr. Heyo K. Kroemer.

Das Projekt Gani_Med wird von allen fünf Fakultäten der Universität sowie dem Universitätsklinikum getragen. Durch den Forschungsverbund Community Medicine wurde in Greifswald über die SHIP-Studie zur Bevölkerungsgesundheit bereits eine breite Datenbasis zu Erkrankungen in der Bevölkerung geschaffen. Diese Informationen werden durch spezielle Genomstudien und Ganzkörperuntersuchungen im Magnetresonanztomographen ergänzt. Dabei sind das Wissen und die Erfahrungen der Funktionellen Genomforschung an der Universität Greifswald sehr gefragt. Das Institut für Mikrobiologie und Molekularbiologie sowie das Interfakultäre Institut für Genetik und Funktionelle Genomforschung sind eingebunden. Auch Theologen und Bioethiker der Universität Greifswald werden in das Vorhaben einbezogen. Eine weitere wichtige Voraussetzung für exzellente klinische Forschung ist das moderne Universitätsklinikum in Greifswald.

Dem Verbund gehören weiterhin das Helmholtz Zentrum München (HMGU), das Dr. Margarete Fischer-Bosch-Institut für Klinische Pharmakologie Stuttgart (IKP), das Deutsches Diabetes-Zentrum, Leibniz-Zentrum für Diabetesforschung an der Heinrich Heine Universität Düsseldorf, das Deutsche Krebsforschungszentrum Heidelberg, das Universitätsklinikum Heidelberg, Zentrum für Informations- und Medizintechnik, der Lehrstuhl für Systematische Theologie/Ethik an der Universität Erlangen-Nürnberg, das Interfakultäre Zentrum für Ethik in den Wissenschaften an der Universität Tübingen und die Vanderbilt University School of Medicine in Nashville/USA an. Zu den Partnern aus der Wirtschaft gehören die Siemens AG (München), die Bruker Biospin GmbH (Rheinstetten), die Colenta Labortechnik GmbH & Co. KG (Wiener Neustadt/Österreich), die Decodon GmbH (Greifswald) und die Baltic Analytics GmbH (Greifswald).

Für die zweite Programmrunde hatten die fünf Neuen Länder und Berlin Projekte für ihr jeweiliges Land eingereicht. Ein unabhängiges Gutachtergremium hat 24 Strategiekonzepte diskutiert und bewertet. In dieser zweiten Auswahlrunde wurden insgesamt elf Vorhaben zur Förderung ausgewählt.

Weitere Informationen
Gani_Med - Greifswald Approach to Individualised Medicine
SHIP - Study of Health in Pomerania

Alle Projekte aus Mecklenburg-Vorpommern, die in der zweiten Runde durch das BMBF gefördert werden, präsentieren sich am 19. Mai 2009, 14:00 Uhr, in der Landespressekonferenz Mecklenburg-Vorpommern im Schweriner Schloss.

Ansprechpartner für Rückfragen
Prof. Dr. Heyo K. Kroemer
Institut für Pharmakologie der Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald
Friedrich-Loeffler-Straße 23d, 17487 Greifswald

Telefon 03834 86-5630, Telefax 03834 86-5631, kroemer@uni-greifswald.de
Weitere Informationen: http://www.medizin.uni-greifswald.de/pharmako/index.html - Institut für Pharmakologie an der Universität Greifswald http://www.bmbf.de/press/2552.php - Bundesministerium für Bildung und Forschung http://www.unternehmen-region.de/ - Spitzenforschung in den neuen Bundesländern
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