Studium, Ausbildung und Beruf

web uni-protokolle.de
 powered by
NachrichtenLexikonProtokolleBücherForenDonnerstag, 17. April 2014 

Wissenschaftsrat: Ergebnisse der Frühjahrssitzungen in Saarbrücken (27. und 28. Mai 2009)

29.05.2009 - (idw) Wissenschaftsrat

Die wehrmedizinischen Einrichtungen, die dem Bundesminister der Verteidigung unterstehen, erbringen unverzichtbare Leistungen, um gesundheitliche Risiken der Soldatinnen und Soldaten frühzeitig erkennen und geeignete Sicherheits- und Schutzmaßnahmen ergreifen zu können. Das ergab die jüngste Evaluierung von fünf wehrmedizinischen Einrichtungen der Bundesressortforschung. Hinsichtlich der Qualität der vorgefundenen Forschungs- und Entwicklungsleistungen in den einzelnen Einrichtungen ergibt sich ein differenziertes Bild, zum Teil sieht der Wissenschaftsrat einen erheblichen strukturellen Anpassungsbedarf.

Das Deutsche Institut für Medizinische Dokumentation und Information (DIMDI), Köln, erfüllt im Auftrag des Bundesministeriums für Gesundheit verschiedene Serviceleistungen für das deutsche Gesundheitswesen. Während die Tätigkeit auf dem Gebiet der medizinischen Klassifikationen insgesamt gut und mit dem nötigen Sachverstand erfüllt wird, fehlt insbesondere den Arbeiten zur Bewertung medizinischer Verfahren und Technologien (so genannte Health Technology Assessments, HTA) eine entsprechende Anbindung an aktuelle wissenschaftliche Diskussionen in der Fachwelt. Falls das DIMDI auch künftig als Einrichtung ohne F&E-Aufgaben fortgeführt werden soll, empfiehlt der Wissenschaftsrat die Streichung des Instituts aus der Liste der Ressortforschungseinrichtungen.

Positiv bewertet hat der Wissenschaftsrat die Entwicklung des Akademienprogramms, für das er im Jahr 2004 eine tiefgreifende Reform empfohlen hatte. So wurden unter anderem die Antragsverfahren für Forschende, die nicht Mitglied einer Akademie sind, geöffnet und die Evaluationsverfahren an gängige Standards angepasst. Die Laufzeiten der Vorhaben wurden überprüft und teilweise verkürzt, Neuvorhaben von vornherein auf 25 Jahre begrenzt. Das Akademienprogramm ist ein von Bund und Ländern finanziertes und von der Union der Deutschen Akademien der Wissenschaften getragenes Förderinstrument für langfristige Forschungsprojekte insbesondere in den Geisteswissenschaften.

Empfohlen hat der Wissenschaftsrat den Bau eines multidisziplinären, technisch hoch avancierten, global operierenden Tiefseeforschungsschiffs, mit dem international und interdisziplinär besetzte Expeditionen durchgeführt werden können. Das Nachfolgeprojekt für das 2010 planmäßig aus dem Dienst scheidende Tiefseeforschungsschiff "Sonne" wird in absehbarer Zukunft das einzige europäische Forschungsschiff sein, das permanent im Indischen und Pazifischen Ozean zum Einsatz kommt und dort regelmäßig Forschung betreibt. Im Jahr 2013 soll die neue Forschungsplattform an die Wissenschaft übergeben werden.

In seinen diesjährigen Empfehlungen zur Förderung von Forschungsbauten hat sich der Wissenschaftsrat für die Aufnahme von 18 Forschungsbauten mit Gesamtkosten von insgesamt 436,2 Millionen Euro in die Förderung ausgesprochen. In den neuen Forschungsbauten werden Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler an einer breiten Palette von gesellschaftlich aktuellen und wissenschaftlich relevanten Fragestellungen forschen können: Die Themen reichen von Aspekten kultureller Transformationsprozesse über die Krebsforschung bis hin zu der Entwicklung neuer Materialien und Fragen der Energie- und Kraftfahrzeugtechnik.

Im Rahmen der institutionellen Akkreditierung nichtstaatlicher Hochschulen hat der Wissenschaftsrat seine vierzigste und einundvierzigste Stellungnahme verabschiedet. Beide Einrichtungen sind in Hamburg angesiedelt und erhielten eine Akkreditierung für fünf Jahre.

Die 2004 gegründete Hamburg School of Business Administration (HSBA) hat sich in kurzer Zeit einen guten Ruf in der Wirtschaft der Region Hamburg erarbeitet. Sie bietet duale Studiengänge im Gebiet "Business Administration" sowie das auf die maritime Wirtschaft zugeschnittene Programm "Shipping and Ship Finance" an. Die von der Handelskammer Hamburg getragene HSBA überzeugt durch ein stringentes Leitbild, ein klares Profil, ein durchdachtes Qualitätsmanagement und eine gute internationale Vernetzung.

Die AMD Akademie Mode & Design mit Hauptsitz in Hamburg und Dependancen in Berlin, Düsseldorf und München bietet interdisziplinäre Bachelor-Studiengänge mit künstlerisch-gestalterischer und branchenspezifischer betriebswirtschaftlicher Ausrichtung an. Sie bewältigt überzeugend die schwierige Aufgabe, sich im laufenden Betrieb aus einer fast zwanzig Jahre bestehenden Berufsfachschule in eine Hochschule umzuwandeln.



Hinweis: Die Empfehlungen und Stellungnahmen werden im Netz als Volltext (www.wissenschaftsrat.de) veröffentlicht, sie können aber auch bei der Geschäftsstelle des Wissenschaftsrates per E-Mail (post@wissenschaftsrat.de) angefordert werden.
Weitere Informationen: http://www.wissenschaftsrat.de
uniprotokolle > Nachrichten > Wissenschaftsrat: Ergebnisse der Frühjahrssitzungen in Saarbrücken (27. und 28. Mai 2009)
ImpressumLesezeichen setzenSeite versendenDruckansicht

HTML-Code zum Verweis auf diese Seite:
<a href="http://www.uni-protokolle.de/nachrichten/id/178000/">Wissenschaftsrat: Ergebnisse der Frühjahrssitzungen in Saarbrücken (27. und 28. Mai 2009) </a>