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Wie verändert Psychotherapie die Hirnaktivität? Konferenz zur Erfolgsmessung von Langzeittherapien bei psychisch kranken

29.05.2009 - (idw) Universitätsklinikum Ulm

Die Wirksamkeit von Therapien soll auch bei psychischen Erkrankungen nachgewiesen werden, was bei Patienten mit komplexen Störungsbildern und langen Behandlungsgeschichten schwierig ist. Die DFG-geförderte Ulmer Konferenz mit renommierten Experten aus ganz Europa fragt, wie es dennoch gelingen kann. Dabei wird auch die weltweit erste Studie zur analytischen Langzeitpsychotherapie bei chronischer Depression vorgestellt, die sich mit biologischen Parametern befasst und die Veränderung von Hirnaktivitäten im Therapieverlauf beobachtet. Ulm Conference: Psychoanalytic Process Strategies III
04. bis 06. Juni 2009
Universitätsklinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie
Am Hochsträß 8 (ehemalige Hochschule für Gestaltung), 89081 Ulm

Rund 15 Prozent der Patienten, die sich wegen psychischer Erkrankungen behandeln lassen, benötigen eine langfristige Therapie, die mehr als 40 Sitzungen dauert. Diese Patienten leiden oft unter mehreren komplexen, oft chronischen Störungen wie Ängsten, Depressionen oder körperlichen Beschwerden, die ihre Ursache in der Psyche haben. Die Wirksamkeit verschiedener Therapien in wissenschaftlichen Studien nachzuweisen, ist schwierig, wird im Zeitalter der evidenz-basierten Medizin jedoch verstärkt gefordert. "Viele der betroffenen Patienten sind nicht bereit, sich den wissenschaftlichen Anforderungen einer randomisierten Studie zu unterwerfen", erklärt Konferenzorganisator Prof. Dr. Horst Kächele, Ärztlicher Direktor der Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie. "Sollen beispielsweise zwei Therapieformen miteinander verglichen werden, müssten Patienten sich einverstanden erklären, nach dem Zufallsprinzip der einen oder anderen Form zugeordnet zu werden - das empfinden viele Patienten aufgrund ihrer oft langjährigen Therapieerfahrung als Zumutung. Auch viele Therapeuten sehen durch die Teilnahme an solchen Studien das sensible Verhältnis zu ihren Patienten in Gefahr", so Kächele.

Dass es zur Langzeittherapie psychisch kranker Menschen jedoch jetzt schon mehr evidenz-basierte Studienergebnisse gibt, als allgemein vermutet, zeigt der renommierte Giessener Psychotherapieforscher Prof. Dr. Falk Leichsenring in seinem Vortrag am Freitagvormittag. Auf der Konferenz wird diskutiert und gezeigt, welche Methoden und Herangehensweisen geeignet sein können, den Erfolg von Langzeittherapien trotz aller Schwierigkeiten zu messen - und dadurch Therapien weiter zu verbessern.

Einen Weg zeigt die weltweit erste Studie zur analytischen Langzeitpsychotherapie bei chronischer Depression, die sich mit biologischen Parametern befasst. Dabei wurde die Hirnaktivität von Patienten beobachtet, während sie über eine Videobrille mit Grundaussagen ihres psychischen Konflikts konfrontiert, wurden. "Im Verlauf der mehrmonatigen intensiven Psychotherapie ging die Aktivität in der Hirnregion, die für die Registrierung negativer Erfahrungen zuständig ist (der sogenannte Mandelkern), zurück. Dies ist ein deutlicher Hinweis auf den Therapieerfolg", erläutert Professor Kächele.

Journalisten sind herzlich zur Konferenz eingeladen, gerne helfen wir Ihnen bei Interviewabsprachen.
Unten finden Sie einen Link zum Konferenzprogramm und ein Foto von Prof. Dr. Horst Kächele.

Mit freundlichen Grüßen,
Petra Schultze

Universitätsklinikum Ulm
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Albert-Einstein-Allee 29

D - 89081 Ulm


Tel.: +49 - (0)731 - 500 43025
Fax: +49 - (0)731 - 500 43026
Mail: petra.schultze@uniklinik-ulm.de
Internet: http://www.uniklinik-ulm.de
Weitere Informationen: http://www.uniklinik-ulm.de/psychosomatik - Ulmer Universitätsklinik für psychosomatische Medizin und Psychotherapie http://sip.medizin.uni-ulm.de/abteilung/downloads/pprs3.pdf - Konferenzprogramm
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