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Gefragt in der Wirtschaft und fachlich kompetent

03.06.2009 - (idw) Bayerisches Staatsinstitut für Hochschulforschung und Hochschulplanung

Bayerisches Absolventenpanel (BAP): Aktuelle Ergebnisse vorgestellt

Die Absolventen der Hochschulen Bayerns sind in der bayerischen Wirtschaft gefragt. "76 Prozent der jungen Akademiker treten ihre erste Stelle in Bayern an. Bei Absolventen aus den Bereichen Informatik, Elektrotechnik und Maschi-nenbau sind es sogar 90 Prozent", sagte Bayerns Wissenschaftsminister Wolfgang Heubisch vergangene Woche. Gemeinsam mit Professor Hans-Ulrich Küpper, dem Leiter des Bayerischen Staatsinstituts für Hochschulforschung und Hochschulplanung (IHF), stellte er die wichtigsten Ergebnisse des Bayerischen Absolventenpanels (BAP) vor. Die Absolventen der Hochschulen Bayerns sind in der bayerischen Wirtschaft gefragt. "76 Prozent der jungen Akademiker treten ihre erste Stelle in Bayern an. Bei Absolventen aus den Bereichen Informatik, Elektrotechnik und Maschinenbau sind es sogar 90 Prozent. Dies ist angesichts des Fachkräftemangels besonders erfreulich", sagte Wissenschaftsminister Wolfgang Heubisch vergangene Woche. Gemeinsam mit Professor Hans-Ulrich Küpper, dem Leiter des Bayerischen Staatsinstituts für Hochschulforschung und Hochschulplanung (IHF), stellte er die wichtigsten Ergebnisse des Bayerischen Absolventenpanels (BAP) vor, einer bayernweiten, repräsentativen und langfristig angelegten Befragung von Hochschulabsolventen, die ins Berufsleben starten. Durchgeführt wird das BAP vom IHF zusammen mit den Hochschulen.

Gute Beschäftigungsbedingungen verhindern die Abwanderung von jungen Fachkräften in andere Bundesländer. Beruflich interessant ist eher das Ausland. "In den Naturwissenschaften tritt jeder zehnte bayerische Absolvent der Biologie und der Physik seine erste Stelle außerhalb Deutschlands an", erläuterte IHF-Leiter Küpper. "Insgesamt gehen sechs Prozent der jungen bayerischen Akademiker ins Ausland, bundesweit sind es nur vier Prozent."

Insbesondere die Ballungsgebiete München und Nürnberg/Erlangen weisen aufgrund guter Beschäftigungsmöglichkeiten eine hohe regionale Bindung auf. Mehr als 80 Prozent der Absolventen Münchner Hochschulen und etwa 70 Prozent der Absolventen Nürnberger Hochschulen bleiben nach Abschluss in der Nähe ihres Studienortes. Doch auch für kleinere Städte sind die Fachhochschulen ein wichtiger Standortfaktor: Beispiele sind Orte wie Hof und Coburg, in deren Umkreis um die 60 Prozent der Absolventen noch eineinhalb Jahre nach ihrem Abschluss wohnen und arbeiten. "Investitionen in Hochschulen sind demnach Investitionen in den Wirtschaftsstandort", folgerte Randolf Rodenstock, Präsident der vbw - Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V.

Im Bundesvergleich geben die bayerischen Absolventen vieler Studienfächer ihren Hochschulen überdurchschnittlich gute Noten für die Praxistauglichkeit der Ausbildung und die Betreuung während ihres Studiums. Allerdings benoten die ehemaligen Studierenden die Betreuung je nach Fach nur im mittleren Bereich (zwei bis drei), so dass hier noch Verbesserungsbedarf besteht. Besser als der Bundesdurchschnitt bewerten die jungen Akademiker auch ihre Fähigkeit, das Gelernte anzuwenden, also ihre Transferkompetenz. Spezielle Fachkenntnisse sind eine weitere Stärke. Interessant ist, dass die Absolventen der Universitäten einerseits und der Fachhochschulen andererseits ihr Kompetenzniveau sehr ähnlich bewerten, dass es also wenig Unterschiede zwischen den einzelnen Hochschulen gleichen Typs gibt.

Der Übergang in die Berufstätigkeit gelingt den Absolventen je nach Studienfach unterschiedlich gut. Problemlos gestaltet sich der Berufseinstieg für die überwiegende Mehrheit der Natur- und Ingenieurwissenschaftler. 80 Prozent (Ingenieure) bzw. 70 Prozent (Naturwissenschaftler) haben drei Monate nach ihrem Abschluss eine erste Stelle. Länger dauert diese Phase in anderen Fächern: Drei Monate nach dem Examen ist es nur knapp 50 Prozent der Sozialwissenschaftler und 40 Prozent der Geisteswissenschaftler gelungen, eine reguläre Beschäftigung zu finden. Nach einem Jahr liegt die Quote in beiden Bereichen jedoch bei knapp 80 Prozent.

BAP ist Langzeitstudie
Das BAP ist ein Projekt des Bayerischen Staatsinstituts für Hochschulforschung und Hochschulplanung (IHF) zusammen mit den bayerischen Hochschulen. Ziel dieser Langzeitstudie ist es, in regelmäßigen Abständen Informationen über die Ausbildungsqualität bayerischer Hochschulen und den Berufs-erfolg ihrer Absolventen zu gewinnen. Die erste Befragung fand im Jahr 2005 statt. Die Daten der zweiten und jüngsten Befragung, die den Absolventenjahrgang 2006 betrifft, sind auch mit bundesweiten Daten der HIS-Hochschul-Informations-System GmbH verglichen worden. Dadurch gibt es erstmals auch Aussagen darüber, wie bayerische Absolventen ihre Kompetenzen und die Hochschulausbildung im Vergleich zum Bundesdurchschnitt einschätzen. Ein weiterer Schwerpunkt der Auswertung war die regionale Mobilität beim Berufseinstieg. Die aktuellen Ergebnisse hat das IHF am 28. Mai auf der Tagung "Hochschulen und Absolventen im Wettbewerb: Studienqualität - Berufseinstieg - Profilbildung" vorgestellt.

Über die Ergebnisse der ersten Befragung des BAP ist soeben das Buch "Studienqualität, Kompetenzen und Berufseinstieg in Bayern: Der Absolventenjahrgang 2004" in der Reihe Studien zur Hochschulforschung des IHF erschienen. Die Veröffentlichung kann in begrenzter Stückzahl in gedruckter Form per E-Mail (sekretariat@ihf.bayern.de) beim IHF bestellt oder über die Homepage www.ihf.bayern.de als pdf-Datei herunter geladen werden.


Bei Nachfragen wenden Sie sich bitte an Alexandra Stoffel:
Stoffel@ihf.bayern.de
Weitere Informationen: http://www.ihf.bayern.de
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