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Fünf Millionen Euro für den Aufbau des LMU Center of International Health

09.06.2009 - (idw) Ludwig-Maximilians-Universität München

Der Deutsche Akademische Austausch Dienst (DAAD) hat heute das Ergebnis des Wettbewerbs "Hochschulexzellenz in der Entwicklungszusammenarbeit" bekannt gegeben. Dieser wurde zusammen mit dem Bundesentwicklungsministerium ausgeschrieben, um die Bildungszusammenarbeit mit Entwicklungsländern zu stärken. Danach stehen der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) und ihren Partneruniversitäten für den Aufbau des Center of International HealthLMU in den nächsten fünf Jahren fünf Millionen Euro Fördermittel zur Verfügung. Das LMU-Center soll die Gesundheitsfürsorge in Entwicklungsländern fördern, indem Bildung und Forschung im Gesundheitssektor gestärkt werden. Im Fokus stehen dabei die Milleniums-Entwicklungsziele der Vereinten Nationen, insbesondere die Bekämpfung lebensbedrohlicher Krankheiten, die Senkung der Kindersterblichkeit und die Verbesserung der Gesundheit der Mütter.

Das Center of International Health der LMU basiert auf drei Bausteinen: Der erste umfasst neben der Unterstützung von Universitäten und Lehreinrichtungen in Entwicklungsländern bei der Erstellung und Optimierung von Lehrplänen auch die gezielte Schulung von akademischem Personal. Dabei soll auf bereits bestehende Kooperationen der LMU unter anderem mit der Jimma University (JU) in Äthiopien oder der Danang University in Vietnam zurückgegriffen und ein Netzwerk von Abteilungen für die Lehrplan-Entwicklung sowie von Spezialausbildungen für Gesundheitspersonal aufgebaut werden.

Ein zweiter Baustein ist der Aufbau eines interdisziplinären Promotionsprogramms "PhD International Health", das die Bereiche Entwicklungs- und Grundlagenforschung sowie klinische Forschung repräsentiert und das gesamte Spektrum der Gesundheitswissenschaften an der LMU widerspiegelt. Dabei ist auch eine intensive Zusammenarbeit mit dem stark auf entwicklungspolitische Fragen gerichteten Programm "Global Health Governance" der Sozialwissenschaftlichen Fakultät vorgesehen. Das Promotionsprogramm soll einen Rahmen für die Zusammenarbeit mit Entwicklungsländern bieten und ihren Fachleuten die Möglichkeit einer wissenschaftlichen Aus- und Weiterbildung sowie einer akademischen Karriere eröffnen.

Den dritten Baustein bilden Trainingsprogramme, wie etwa regionale Sommerschulen in Deutschland oder in den Entwicklungsländern, die sich vor allem an Experten und politische Entscheidungsträger richten. Thematischer Ausgangspunkt ist die Arbeitsmedizin, die von Entscheidungsträgern in Entwicklungsländern häufig als unbezahlbarer Luxus angesehen wird. Und das, obwohl aufgrund schlechter Arbeitsbedingungen, Berufskrankheiten und Arbeitsunfällen jährlich zehn bis 20 Prozent des Bruttoinlandsprodukts eines Landes verloren gehen können. Die Sommerschulen sollen unter anderem Ausbildung und Austausch zu allen wichtigen Aspekten der Arbeitsmedizin bieten und sowohl Fachpersonal aus dem Gesundheitswesen als auch Postgraduierten aus anderen Feldern offen stehen. Weitere Schritte sind der Aufbau eines regionalen Diplom-Programms im Bereich Arbeitsmedizin in Lateinamerika sowie zusätzliche Sommerschulprogramme zu den Themen Gesundheitspolitik, Epidemiologie und Bekämpfung von Infektionskrankheiten.

Ziel von "Hochschulexzellenz in der Entwicklungs-zusammenarbeit" ist es, deutsche Hochschulen und die Partnerhochschulen in den Entwicklungsländern in den Bereichen Lehre, Forschung und Dienstleistung zu stärken, um entwicklungspolitische Ziele, wie etwa Millenniumsentwicklungsziele und andere globale Herausforderungen, besser zu erreichen. Darüber hinaus soll das Engagement deutscher Hochschulen in der Lösung globaler Probleme sichtbar und gezielt für die deutsche Entwicklungszusammenarbeit nutzbar gemacht werden. Ab Juli werden neben der LMU nun vier weitere Hochschulen (TU Braunschweig, FH Köln, Universität Hohenheim, Universität Kassel) gefördert, die in Lehre und Forschung über ausgewiesene Kompetenzen in der Entwicklungszusammenarbeit verfügen und auf dieser Basis unter Beteiligung ihrer Partner in den Entwicklungsländern ein schlüssiges Zukunftskonzept vorweisen konnten.


Ansprechpartner:
Prof. Dr. Thomas Löscher
Sprecher des Center of International HealthLMU
Abteilung Infektions- und Tropenmedizin
Tel.: 089 / 21 80 - 35 17
E-Mail: Loescher@lrz.uni-muenchen.de

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