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An der Freien Universität Berlin entsteht ein "Forschungsforum Öffentliche Sicherheit"

16.06.2009 - (idw) Freie Universität Berlin

Bundesforschungsministerium fördert das fächerübergreifende Querschnittsprojekt

Ob Terrorgefahr, "Neue Grippe" oder stundenlanger Ausfall von Mobilfunknetzen: Weltweit ist die öffentliche Sicherheit neuen Risiken ausgesetzt. Als bundesweit erstes Projekt seiner Art entsteht an der Freien Universität Berlin jetzt ein "Forschungsforum Öffentliche Sicherheit", mit dessen Hilfe die Gefahren für lebenswichtige Infrastrukturen in unserer Gesellschaft erkannt, transparent gemacht und verringert werden sollen. Das Forum wird durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung im Rahmen des Sicherheitsforschungsprogramms der Bundesregierung gefördert und soll den permanenten Austausch von Bedarfen, Ideen und Anregungen zwischen der nationalen und internationalen Sicherheitsforschung sowie Industrie, Verbänden, öffentlichen Einrichtungen, Behörden und Organisationen unterstützen. Ein wesentliches Ziel ist die Zusammenführung bisheriger Arbeiten zur Öffentlichen Sicherheit aus unterschiedlichen Disziplinen, um inter- und transdisziplinäre Forschungsergebnisse zu erhalten. Diese sollen dann Grundlage für Handlungsempfehlungen an Politik, Industrie und Organisationen sein.

Ob die Stromversorgung quer durch Europa zusammenbricht oder ein Virus Teile des Internets lahmlegt - immer wieder wird uns vor Augen geführt, dass unsere Gesellschaft auf teilweise sehr verletzlichen Infrastrukturen beruht. Oft genügen kleine Anlässe, wie etwa das Abschalten einer Stromleitung oder die Aktualisierung eines Computer-Programms, um einen Großteil einer lebenswichtigen Infrastruktur zu blockieren und somit letztendlich die öffentliche Sicherheit zu gefährden: Wie soll ein Notruf vom Handy ohne Mobilfunknetz abgesetzt werden? Wie kann ein pflegebedürftiger Mensch zu Hause ohne Strom weitergepflegt werden? Wer liefert rechtzeitig Nahrungsmittel, wenn eine Grippewelle auch die Fuhrunternehmer erfasst?

Die Rahmenbedingungen für die Öffentliche Sicherheit haben sich in den vergangenen 20 Jahren deutlich verändert. Forscher identifizieren seit Längerem neue Risiken und Bedrohungen: Die sogenannte asymmetrische Kriegsführung hat klassische Konflikte abgelöst, Klimaveränderungen bedrohen die Landwirtschaft in vielen Regionen, die technische Abhängigkeit der Informationsgesellschaft ist dramatisch gewachsen, Infektionskrankheiten finden dank regem Reiseverkehr schnellere Verbreitung, und schließlich wurden große Teile der Daseinsvorsorge aus Kostengründen privatisiert.

"Wir leben in einer Zeit hochkomplexer und leistungsfähiger Infrastrukturen, die aber zugleich sehr verletzlich sind", sagt Thomas Rachel, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für Bildung und Forschung. "Wir müssen deshalb neue, innovative Lösungen für die Sicherheit der Menschen in unserem Land diskutieren und finden, eine transparente Wissensbrücke aus der Forschung hin zu Politik, Wirtschaft und Öffentlichkeit schlagen. Das Forschungsforum Öffentliche Sicherheit ist deshalb ein wichtiger Beitrag zur zivilen Sicherheitskultur in Deutschland."

Das Forum wird eng in das breite Spektrum der Forschungsaktivitäten im Bereich der Öffentlichen Sicherheit an der Freien Universität Berlin eingebunden sein. Beteiligt sind unter anderen die Fächer Politikwissenschaft, Medizin, Rechtswissenschaft, Ökonomie, Psychologie, Informatik, Biologie und Sozialwissenschaften, die in unterschiedlichen Verbünden seit Längerem auf dem Gebiet der Sicherheit forschen.

"Die Freie Universität Berlin bietet ein ideales Umfeld für die nachhaltige Entwicklung des Forschungsforums", sagt Prof. Dr. Jochen Schiller, Vizepräsident der Freien Universität und Leiter des Projekts. "Die breite Fächerbasis mit vielen Disziplinen auch außerhalb der klassischen Ingenieurwissenschaften garantiert die Zukunftsfähigkeit des Vorhabens." Forschungen zum Thema Sicherheit sind schon seit mehreren Jahren ein Schwerpunkt an der Freien Universität. Bereits 2007 wurde hier eine Stiftungsprofessur zum Thema "Sichere Identität" eingerichtet.

Das "Forschungsforum Öffentliche Sicherheit" leiste nicht nur einen wichtigen Beitrag für mehr Sicherheit in der Gesellschaft, betont Schiller. Es füge sich auch in das Programm "Forschung für die zivile Sicherheit" der Bundesregierung ein. Im Rahmen des Programms wird der gesellschaftlichen Diskussion und Auseinandersetzung mit Fragen der öffentlichen Sicherheit besonderer Stellenwert zugemessen. Durch Workshops und Diskurse mit verschiedenen Interessenvertretern soll das Forschungsforum zum Wissenstransfer in die Öffentlichkeit und zur Entwicklung eines Bewusstseins für sicherheitsrelevante Fragen beitragen.


Weitere Informationen erteilen Ihnen gern:
Prof. Dr.-Ing. habil. Jochen H. Schiller, Arbeitsgruppenleiter am Institut für Informatik der Freien Universität Berlin,Telefon: +49 30 838-75213, E-Mail: jochen.schiller@fu-berlin.de

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