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Sechs RUB-Nachwuchsforscher diskutieren mit Nobelpreisträgern

22.06.2009 - (idw) Ruhr-Universität Bochum

Ausgewählt aus 20.000 Bewerbern

Unter rund 20.000 Bewerbern aus aller Welt haben sich sechs junge Bochumer Forscher durchgesetzt: Sie sind beim 59. Lindauer Nobelpreisträgertreffen vom 28. Juni bis zum 3. Juli dabei, wo 600 Nachwuchsforscher aus 66 Ländern mit 23 Nobelpreisträgern diskutieren. Im Mittelpunkt der Tagung stehen Lösungsansätze der Chemie für globale Herausforderungen. Alexander Witt, Daniel Filchtinski, Matthias Heyden, Gerd Kock, Christine Richter und Julia Weiler sind die Bochumer Auserwählten. Mehrstufiges, internationales Auswahlverfahren

Die Nachwuchsforscher haben ein mehrstufiges, internationales Auswahlverfahren durchlaufen, um an der Tagung teilnehmen zu können. Sie gehören zu den vielversprechendsten wissenschaftlichen Talenten im Bereich Chemie und wurden von zahlreichen Universitäten, Stiftungen oder internationalen Forschungseinrichtungen weltweit vorgeschlagen. Fast 130 Institutionen waren an dem Nominierungsverfahren beteiligt. Gemeinsam werden alle Teilnehmer der traditionsreichen und weltweit einmaligen Zukunftswerkstatt eine Woche lang Vorträge hören, aktuelle Themen diskutieren und wertvolle Kontakte knüpfen. Wissenschaftsbegeisterte weltweit können die Vorträge und Podiumsdiskussionen der Tagung im Live-Stream auf http://www.lindau-nobel.de verfolgen.

Themengebiete und Preisträger

Grundüberzeugung der Tagungsteilnehmer ist, dass die Chemie entscheidend dazu beitragen kann, das Überleben der Menschheit auf ihrem überlasteten Planeten zu gewährleisten. Die Chemie wird im 21. Jahrhundert eine Schlüsselrolle spielen, wenn es darum geht, nachhaltige Lösungen für die Entschärfung des Klimawandels, die Umstellung auf erneuerbare Energien, die umweltschonende Produktion von Gütern und neuen Materialien und die Bekämpfung von Krankheiten zu finden. Diskutiert werden bei der diesjährigen Tagung vorrangig drei Themenbereiche: Die Biochemie der lebenden Zelle wird erörtert mit den Nobelpreisträgern für Chemie 2008 Osami Shimomura, Martin Chalfie und Roger Tsien, die das grün fluoreszierende Protein GFP entdeckt und als intrazellulären Leuchtstift nutzbar gemacht haben, sowie mit dem Chemie-Nobelpreisträger 2004 Aaron Ciechanover, der den Mechanismus des Proteinabbaus entschlüsselt hat. Welche Bedeutung die strukturelle Genomforschung für die Erkundung des ?Universums der Proteine? hat, wird der Chemie-Nobelpreisträger des Jahres 2002, Kurt Wüthrich, beschreiben. Die Analyse von Oberflächenreaktionen, die besonders bedeutsam für Katalysatoren, aber auch für die Kunstdüngerproduktion und die Energiegewinnung in Brennstoffzellen ist, diskutieren die Teilnehmer mit Gerhard Ertl (Chemie-Nobelpreis 2007), Mario Molina und Sherwood Rowland (Chemie-Nobelpreis 1995). Neue Strategien der Synthese werden mit zwei der drei Laureaten von 2005, Robert Grubbs und Richard Schrock, diskutiert. Mit Spannung erwartet wird auch der Vortrag von Ryoji Noyori über die Chemie als Schlüssel zu unserer Zukunft. Der japanische Wissenschaftler gehört zu den drei Chemikern, die 2001 mit dem Nobelpreis belohnt wurden.

Weitere Informationen

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