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Wissenschaftspreis der Stiftung Lesen für Maik Philipp von der Leuphana Universität Lüneburg

24.06.2009 - (idw) Leuphana Universität Lüneburg

Mit der AusLese 2009 hat die Stiftung Lesen in der vergangenen Woche in Mainz herausragende Personen und Projekte rund um die Leseförderung geehrt. Unter ihnen war auch Maik Philipp, Kulturwissenschaftler der Leuphana Universität Lüneburg, an den der erstmals vergebene Wissenschaftspreis der Stiftung ging. "Lesen, wenn anderes und andere wichtiger werden", hat Maik Philipp seine Arbeit zur Leseorientierung in der peer group bei Kindern aus fünften Klassen überschrieben, für die er mit dem neuen "Wissenschaftspreis der Stiftung Lesen" ausgezeichnet wurde. Der Preis ist mit 3.000 Euro dotiert und wird alle zwei Jahre vergeben.

Maik Philipps Magisterarbeit trage dazu bei, so die Jury der Stiftung Lesen in ihrer Begründung, eine "Perspektivenverschiebung in der Leseförderung" zurechtzurücken: "Die Leseforschung hat sich bisher primär auf die Familie und die Schule als zentrale Instanzen der Lesesozialisation konzentriert, die Gleichaltrigen jedoch nur wenig in den Blick genommen." Die Jury unter der Leitung von Prof. Dr. Stefan Aufenanger, Wissenschaftlicher Berater der Stiftung Lesen und Professor für Medienpädagogik an der Universität Mainz, hebt das "anspruchsvolle Forschungsdesign" der Untersuchung auf Grundlage einer Befragung von 492 Fünftklässlern hervor und betont: "Die Studie eröffnet neue Perspektiven für die Leseförderung, indem sie die Chancen aufzeigt, Freundinnen und Freunde von Kindern aktiv in die Leseförderung einzubeziehen." Gleichzeitig belege die Untersuchung die Bedeutung der Lesesozialisations-Faktoren "Familiales Leseklima", "soziale Herkunft" sowie "Geschlecht". Das Fazit der Jury: Der Autor habe "eine wissenschaftlich fundierte sowie auch für die Praxis der Leseförderung bedeutsame Arbeit vorgelegt."

Maik Philipp, der jetzt den Forschungsansatz seiner Magisterarbeit im Rahmen einer Promotion ausweitet, freut sich über den Preis und die Tatsache, dass gerade eine Untersuchung über die Lesesozialisation in informellen Kontexten prämiert wurde: "In der derzeitigen Vermessung des Kompetenz-Outputs von Deutschlands Schulen geraten das 'urwüchsige' Lesen und die Bildungsleistungen aus dem Blick, die Familie und auch Freunde quasi nebenbei erbringen. Diese Leistungen sind beachtlich. Wie die Auswertung der Daten zeigt, profitieren Kinder aller Schulformen von Freunden, die viel lesen und sich darüber unterhalten. Dieser Effekt tritt unabhängig von Schulform, Geschlecht oder etwa der Bildungsaffinität der Eltern auf."

Die prämierte Arbeit ist im LIT Verlag (Hamburg) als Buch erschienen.

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