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Volker Wittwer - Stellvertretender Leiter und Gründungsmitglied Fraunhofer ISE wurde 65

30.06.2009 - (idw) Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE

Prof. Dr. Volker Wittwer, Stellvertretender Leiter des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme ISE und außerplanmäßiger Professor an der Universität Freiburg, vollendete am 25. Juni 2009 sein 65. Lebensjahr und verlässt damit zum Ende des Monats das Institut. Am vergangenen Freitag gab das Fraunhofer ISE ihm zu Ehren eine Feier. Mit Volker Wittwer verlässt ein Gründungsmitglied das ISE, er hat das Institut von Beginn an ganz wesentlich mit geprägt. Bereits vor dem Start des heute mit 880 Mitarbeitern größten europäischen Solarforschungsinstituts arbeitete er an der Seite von Prof. Dr. Adolf Goetzberger an solartechnischen Entwicklungen. Prof. Dr. Volker Wittwer, Stellvertretender Leiter des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme ISE und außerplanmäßiger Professor an der Universität Freiburg, vollendete am 25. Juni 2009 sein 65. Lebensjahr und verlässt damit zum Ende des Monats das Institut. Am vergangenen Freitag gab das Fraunhofer ISE ihm zu Ehren eine Feier. Mit Volker Wittwer verlässt ein Gründungsmitglied das ISE, er hat das Institut von Beginn an ganz wesentlich mit geprägt. Bereits vor dem Start des heute mit 880 Mitarbeitern größten europäischen Solarforschungsinstituts arbeitete er an der Seite von Prof. Dr. Adolf Goetzberger an solartechnischen Entwicklungen. Zu seiner erfolgreichen Wissenschaftler-Karriere beglückwünschten ihn zahlreiche Gratulanten - von der Fraunhofer-Gesellschaft über die EU-Plattform Solarthermie und das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie bis hin zur Stadt Freiburg und der Albert-Ludwigs-Universität.

Besonders hervorzuheben ist Volker Wittwers langjährige wissenschaftliche Leistung in den Bereichen Solarthermie sowie energieeffizientes und solares Bauen. Über 24 Jahre leitete er die entsprechende Abteilung am Fraunhofer ISE. "Zudem", so Institutsleiter Prof. Dr. Eicke R. Weber, "ist die hervorragende wissenschaftliche Vernetzung des ISE im europäischen und internationalen Kontext zu einem großen Teil auf Herrn Wittwers Aktivitäten zurückzuführen. Wir freuen uns daher sehr, dass er auch nach seinem 65. Geburtstag dem Institut als Berater zur Verfügung stehen wird. "

Seit 1997 war Volker Wittwer zunächst parallel zur Abteilungsleitung, in den letzten Jahren dann ausschließlich Stellvertretender Institutsleiter - eine Funktion, in der er zehn Jahre lang Joachim Luther zur Seite stand, bis dieser 2006 die Leitung an Eicke Weber übergab. Für Joachim Luther ist Volker Wittwer "das Idealbild eines ausgesprochen erfolgreichen Fraunhofer Forschers. Er hat Wissenschaft und Inno-vation in perfekter Weise zusammengedacht und -gebracht, indem er stets die konkrete Anwendung im Auge hatte. "

1974 schloss Volker Wittwer an der TU München das Physikstudium mit der Promotion im Bereich Festkörperphysik ab. Die Fraunhofer-Karriere begann gleich im Anschluss mit dem Eintritt als Wissenschaftlicher Mitarbeiter in das Fraunhofer-Institut für Angewandte Festkörperphysik IAF in Freiburg. Dort übernahm er 1979 unter Adolf Goetzberger die Leitung der Arbeitsgruppe "Fluoreszenzkollektoren". Dieses Verfahren zur Konzentration von Sonnenlicht erfährt derzeit durch die Fortschritte im Bereich der Nanoteilchen eine beachtliche Renaissance. Der FLUKO, wie er unter Eingeweihten heißt, war eine technologische Basisidee, die zur Gründung des Fraunhofer ISE führte. "Herr Wittwer war an der strategischen Vorbereitung zur Institutsgründung wesentlich beteiligt", so Adolf Goetzberger. Bereits im Gründungsjahr 1981 wurde er Abteilungsleiter am Fraunhofer ISE, für einen Themenbereich, der später die Bezeichnung Thermische und Optische Systeme erhielt. Damals widmete er sich insbesondere den transparenten Wärme-Dämmstoffen (TWD), die durch ihre optische Transparenz einen solaren Energieeintrag auf die hinter der Isolation liegende Wand ermöglichen. Erste industrielle Pilotprodukte dämmen sowohl Wittwers als auch Goetzbergers Wohnhaus.

1993 erfolgte die Habilitation an der Universität Oldenburg mit einer Schrift zum Thema "Materialien für die thermische Solarenergiekonversion - spektral und räumlich selektive Strukturen". Dieses Thema kennzeichnet sehr gut das weitere, immer breiter werdende Arbeitsfeld von Volker Wittwer:
Materialien, Komponenten und Systeme für die intelligente Konversion solarer Strahlung. Dazu sollten im Laufe der Jahre unter vielen anderen diese Themenbereiche zählen: spektral selektive Absorberschichten für thermische Solarkollektoren und thermische Solarkraftwerke, elektro-optische und thermo-optische Schalter zur Kontrolle der Lichttransmission von Komponenten (Fenster, Kollektoren), Interferenz-lithographie zur mechanischen Strukturierung von optischen Oberflächen und Sol-Gel Beschichtungen von optischen Oberflächen mit dem Ziel der Antireflexbeschichtung von Solarsystemen sowie anderer Oberflächenfunktionen. Viele der von Wittwer bearbeiteten Technologien sind in die industrielle Fertigung umgesetzt oder im Pilotmaßstab realisiert, teilweise durch Ausgründungen des Instituts. Zu weithin beachteten Demonstrationsprojekten hat er entscheidende Beiträge geleistet, darunter die Renovierung der Villa Tannheim, das Energieautarke Solarhaus sowie der Neubau des Fraunhofer ISE.

2001 erfolgte die Umhabilitierung von Oldenburg nach Freiburg, wo Volker Wittwer seit 2006 als außerplanmäßiger Professor lehrt. Er hat viele exzellente Diplom- und Doktorarbeiten betreut und ist Autor einer Vielzahl von herausragenden Publikationen und Vorträgen. Internationale Anerkennung erhielt er durch die Aufnahme in das Herausgeberteam der beiden bekanntesten Zeitschriften im Bereich der Solarenergie, "Solar Energy" und "Solar Energy Material and Solar Cells". Auch die Organisation von hoch angesehenen nationalen und internationalen Tagungen und Messen zählt zu seinen Aktivitäten.

2006 erhielt Prof. Wittwer den "Solar Heating and Cooling Award" der International Energy Agency (IEA). Im Mai 2009 wurde er gemeinsam mit Prof. Goetzberger anlässlich des 19. OTTI Symposiums Thermische Solarenergie mit dem "Spirit of Energy" Preis geehrt. Beide hatten 1991 das Forum der Symposien Thermische Solarenergie ins Leben gerufen und kontinuierlich weiterentwickelt. Das Fraunhofer ISE wünscht seinem scheidenden Stellvertretenden Institutsleiter für den neuen Lebensabschnitt alles Gute und freut sich auf die geplante weitere Zusammenarbeit.

Weitere Informationen: http://www.ise.fraunhofer.de
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