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Deutschland vernetzt Mikrochip-Forscher der Welt - Auf Trierer Server online Chip-Entwürfe testen

23.05.2002 - (idw) Institut für Telematik e.V.

Trier. Über ein Internet-Portal haben das Institut für Telematik und der Trierer Uni-Lehrstuhl für Informatik jetzt eine Plattform geschaffen, auf der Mikrochip-Spezialisten aus aller Welt zusammenarbeiten können. Neben Informationen aus der Forschung stellt www.bdd-portal.org den Entwicklern von Software zum Entwurf und zur Analyse von Mikrochips auch Hilfsmittel bereit, um "online" die Korrektheit von neuen Schaltkreis-Entwürfen zu testen. Zudem können Wissenschaftler auf dem Trierer Internet-Server neun verschiedene Software-Programme nutzen, um Computer gestützt zum Beispiel Fehler in Schaltkreis-Entwürfen zu finden.

Professor Christoph Meinel (48), der in Personalunion Lehrstuhl-Inhaber (C4) für Informatik an der Uni Trier und Direktor des mit der Fraunhofer-Gesellschaft verbundenen Trierer Instituts für Telematik ist, hat mit seinem Wissenschaftler-Team und dem elektronischen Agenten "MOPS", einer automatischen Suchmaschine für spezielle Internet-Seiten, bereits über 3000 wissenschaftliche Abhandlungen über sogenannte "binäre Entscheidungsdiagramme" aufgespürt und ins Portal gestellt. Binäre Entscheidungs-Diagramme - englisch abgekürzt mit den Buchstaben BDD - sind eine Datenstruktur, mit der Mikrochips mathematisch simuliert und bearbeitet werden können.

"Im BDD-Portal führen wir auch die Internet-Präsenzen von rund 120 aktiven Forschern aus aller Welt auf", berichtet Prof. Meinel. "Indem wir die Internet-Technologie nutzen, fördern wir die internationale Zusammenarbeit in unserer Disziplin", erläutert der Informatik-Wissenschaftler den Nutzen des Trierer BDD-Portals für die über die ganze Welt verteilte Wissenschaftler-Gemeinde, die sich mit den Grundlagen für die Computer unterstützte Entwicklung der Mikrochips beschäftigt: "Wir haben uns somit ein virtuelles Labor geschaffen, wo man mit Fach-Kolleginnen und Kollegen die neuesten Informationen über Forschungsprojekte und -Ergebnisse austauscht, über Konferenzen, Symposien, Workshops und Präsentationen chattet, Industriekontakte knüpft und Vergleiche mit der wissenschaftlichen Arbeit an anderen Forschungs-Standorten zieht".

Vor allem für die Mikrochip-Hersteller ist das Trierer Portal eine nützliche Einrichtung. Sie kann ihnen bei der Begutachtung von neuen Schaltkreis-Entwürfen viel Zeit und Geld sparen. Denn anhaltende Miniaturisierung und explosionsartig zunehmende Komplexität von integrierten Schaltkreisen macht es für Entwickler immer schwieriger, korrekt arbeitende Mikrochips auf den Markt zu bringen. Zudem werden die Entwicklungszyklen durch den Konkurrenzdruck zwischen den Herstellern immer kürzer. Professor Meinel weiß, dass es zu allen aktuellen Prozessoren Listen mit bekannten, aufgetretenen Fehlern gibt, doch minderten diese die Einsatzfähigkeit der Chips meist nur in geringem Maße. Trotzdem sei es gerade bei sicherheitskritischen Anwendungen in Flug- oder Kraftfahrzeugen wichtig, Hardware-Fehler bereits möglichst früh im Designprozess zu erkennen. "Hierfür bietet unser Portal eine wichtige Unterstützung", unterstreicht Prof. Meinel.
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