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Sprachförderprojekt für Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund erhält Saarländischen Weiterbildungspreis 2009

02.07.2009 - (idw) Universität des Saarlandes

Die Fachrichtung Germanistik der Universität des Saarlandes hat mit ihrem Projekt "Förderunterricht für Jugendliche mit Migrationshintergrund beim Übergang von der Schule zum Beruf" beim Saarländischen Weiterbildungspreis den ersten Platz belegt. Das Projekt verknüpft erfolgreich mehrere Ziele miteinander: Durch zusätzlichen, freiwilligen Sprachunterricht für Kinder und Jugendliche aus Einwandererfamilien verbessert es deren Bildungschancen; gleichzeitig erhalten Studierende eine qualifizierte Aus- und Weiterbildung. Das Besondere des Saarbrücker Konzepts: Die Förderlehrer werden nicht nur innerhalb der Universität in der Didaktik des Deutschen als Zweitsprache ausgebildet, sondern dies wird mit dem schulischen Einsatz und - bundesweit einmalig - dem Erwerb sozialer Integrationskompetenz verzahnt.

Der mit 2000 Euro dotierte Preis wurde heute im Kultusministerium des Saarlandes von Bildungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer und Professor Wolfgang Wahlster, Leiter des Deutschen Forschungszentrums für Künstliche Intelligenz DFKI, übergeben. "Mit einem breit vernetzten und ganzheitlichen Ansatz zum Sprachenlernen von Kindern und Jugendlichen hat das Projekt die Jury überzeugt", sagte die Ministerin in ihrer Laudatio. Das Projekt beinhalte nicht nur Sprachlernangebote, sondern auch eine Zusatz-Qualifizierung von Studierenden und Lehrenden sowie den Einbezug von Eltern.

Universitätspräsident Volker Linneweber hat die Patenschaft des Projektes inne. Er unterstreicht, dass Lehrer mit Zusatzausbildung für Migrantenkinder heute mehr denn je gebraucht würden. "Die Universität hat mit ihrem Sprachförderprojekt eine erfolgreiche Strategie entwickelt, um Kinder aus Einwandererfamilien und ihre Eltern bei der sprachlichen und sozialen Integration wirkungsvoll zu unterstützen."

Die erste Projektphase für Schüler der Sekundarstufe I hat der Lehrstuhl Deutsch als Fremdsprache von Professor Lutz Götze im Oktober 2005 gestartet. Rund 450 Kinder an 21 Schulen konnten in drei Projektjahren am kostenlosen Unterricht "Deutsch als Zweitsprache" teilnehmen und dadurch ihre schulischen Leistungen deutlich verbessern. Für die Sprachvermittlung in Theorie und Praxis wurden hundert Studierende qualifiziert. Realisiert wurde das Sprachförderprojekt der Stiftung Mercator im Saarland gemeinsam mit dem Diakonischen Werk, dem Kultusministerium und dem Bundesministerium für Bildung und Forschung. Es erhielt eine Förderung von insgesamt 270.000 Euro. Nachdem die erste Phase inzwischen abgeschlossen ist, wird der Förderunterricht an drei Projektschulen durch das Kultusministerium und den Landkreis Neunkirchen weiterfinanziert (Erweitere Realschulen Neunkirchen-Wiebelskirchen und Merchweiler sowie Gesamtschule Schiffweiler).

Seit 1. Juni 2006 läuft die zweite dreijährige Projektphase in der Sekundarstufe II an mittlerweile neun Schulen. Hier werden Jugendliche mit Migrationshintergrund beim Übergang von der Schule zum Beruf durch gezielte und - für Berufsschulen im Saarland einmalige - Sprachförderung unterstützt. Gefördert wird die zweite Projektphase durch den Europäischen Integrationsfond, die Stiftung Mercator, das Diakonische Werk an der Saar sowie die Universität des Saarlandes mit jährlich 142.000 Euro.

Im Sprachförderprojekt (erste und zweite Projektphase) besuchen Schülerinnen und Schüler mit Migrationshintergrund zwei Mal wöchentlich einen zweistündigen Nachmittagsunterricht; sie werden in Gruppen aus drei bis acht Schülern unterrichtet. Als Förderlehrer arbeiten ausgewählte Studierende im Lehramtsstudium für Fremdsprachen und im Aufbaustudium Deutsch als Fremdsprache. Mit dem Unterricht an einer Projektschule können sie ihr im Aufbaustudium obligatorisches Praktikum als - bezahlte - Förderlehrer absolvieren. Für ihre pädagogische Schulung wurde ein Kooperationsnetzwerk mit dem Zentrum für Lehrerbildung an der Universität und dem Diakonischen Werk an der Saar aufgebaut, das die Förderlehrer in die Integrations- und Elternarbeit einbindet. "Die positiven Rückmeldungen der studentischen Förderlehrer machen deutlich, wie wertvoll es für sie ist, betreute Unterrichtserfahrung in multikulturellen Gruppen sammeln zu können", sagt Ausbildungsleiterin Elena Tregubova von der Saar-Uni.

Der Saarländische Weiterbildungspreis wurde 2007 vom Saarlernnetz unter Federführung des Deutschen Forschungszentrums für Künstliche Intelligenz (DFKI) in Kooperation mit dem Landesausschuss für Weiterbildung sowie dem Bildungs- und dem Wirtschaftsministerium ins Leben gerufen. Bei der aktuellen zweiten Auslobung schlossen sich die HWK und IHK, die VSU sowie die Verbände der Katholischen und Evangelischen Erwachsenenbildung und alle Volkshochschulen an. Der Preis soll auch zukünftig im zweijährigen Rhythmus ausgeschrieben werden.

Kontakt:
Projektleitung: Prof. Dr. Lutz Götze, Lehrstuhl Deutsch als Fremdsprache
Universität des Saarlandes, Tel. (0681) 302-3712

http://www.uni-saarland.de/fak4/fr41/goetze/

Projektkoordination und Ausbildungsleitung: Dr. paed. /RUS Elena Tregubova,
Tel. (0681) 302-3712, e.tregubova@mx.uni-saarland.de

Projekthomepage: http://www.foerderunterricht-saarland.de

Informationen zum bundesweiten Förderunterrichtsprojekt unter:
http://www.mercator-foerderunterricht.de

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