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Reform gemeinsam zum Ziel führen - Hochschul- und Wirtschaftsvertreter ziehen Bilanz aus 10 Jahren Bologna

08.07.2009 - (idw) Hochschulrektorenkonferenz (HRK)

"Die Zielsetzung des Bologna-Prozesses ist richtig, und es ist Aufgabe aller Beteiligten, diese Reform zum Erfolg zu führen", bilanzierte die Präsidentin der Hochschulrektorenkonferenz (HRK), Prof. Dr. Margret Wintermantel, anlässlich der Tagung "10 Jahre Bologna - Wo stehen wir?" heute in Berlin. "Der Bildungsstreik adressiert offensichtliche Defizite, zieht aber falsche Schlüsse", ergänzte Thomas Sattelberger, Personalvorstand der Deutschen Telekom AG und Vorsitzender des BDA/BDI/HRK-Arbeitskreises Hochschule/Wirtschaft. "Es kann uns nicht um die Rückabwicklung einer zutiefst sinnvollen Reform gehen. Wir brauchen eine Reform der Reform!" "In den kommenden Jahren werden die Hochschulen ihre Strategien noch weiter verbessern und insbesondere in die Qualität der Lehre und des Prüfens investieren", ergänzte der stellvertretende Generalsekretär des Stifterverbandes für die deutsche Wissenschaft, Dr. Volker Meyer-Guckel.

"Die deutsche Wirtschaft steht zum Bologna-Prozess und seinen Zielen", bekräftigte Sattelberger. "Bei der Reformumsetzung wurde aber zu oft nur alter Wein in neue Schläuche gefüllt. Viele Reformkritiker erweisen sich gleichzeitig als Hauptverantwortliche für diese augenfälligen Mängel. Es ist höchste Zeit, den Bologna-Zielen mit einer gemeinsamen Kraftanstrengung auch in Deutschland zum Durchbruch zu verhelfen." Hier nimmt der Personalvorstand alle in die Pflicht: "Die Hochschulen müssen dringend die Studierbarkeit aller Bachelor-Studiengänge sicherstellen. Bund und Länder müssen die finanziellen Rahmenbedingungen für eine verbesserte Lehre schaffen und Detailregulierungen unterlassen. Die Unternehmen sind gefordert, ihre Anstrengungen zu vervielfachen und ihre Personalkonzepte zügig auf die neuen Absolventen auszurichten."

"Die Studierenden können ihre Studien- und Berufslaufbahn jetzt viel individueller gestalten als früher", sagte Wintermantel auf die Frage nach den Errungenschaften der Reform. "Die neuen Studiengänge weisen endlich Strukturen auf, die international üblich sind und verstanden werden. Studierende finden Studiengänge mit zeitgemäßen Inhalten vor. Sie erfahren frühzeitig, wohin der Studiengang sie führen wird und warum welches Modul dafür wichtig ist. Jeder Studiengang wird von einer wissenschaftlichen Expertengruppe begutachtet, was der Qualität zugute kommt und auch den Fachbereichen hilft. Die Hochschulen sind sich der aktuellen Probleme in der Umsetzung bewusst, und ich kann insbesondere den Studierenden versichern, dass sie intensiv an ihrer Behebung arbeiten."

"Leider wird Bologna ganz überwiegend durch die negative Brille analysiert", bedauert Meyer-Guckel. "Für viele Vorwürfe der Bologna-Kritiker fehlen schlicht die Belege. Im Gegenteil: Gerade diejenigen, die jetzt am lautesten kritisieren, man habe ihnen mit Bologna ein schlechtes Studiensystem aufgezwungen, hätten dessen positive Ausgestaltung doch mit in der Hand gehabt! Sie hätten in der Gemeinschaft von Lehrenden und Lernenden ein neues, studierendenzentriertes Studium kreativ mit gestalten können. Dies ist aber vielerorts dankenswerterweise geschehen, so dass wir insgesamt ein positives Fazit der vergangenen zehn Jahre ziehen können. Es ist bedauerlich und überhaupt nicht produktiv, wenn mitunter rückwärtsgewandte Diskussionen geführt werden statt gemeinsam voranzuschreiten und die Dinge besser zu machen."

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