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Plastination und Körperwelten

09.07.2009 - (idw) Friedrich-Schiller-Universität Jena

Gunther von Hagens spricht am 15. Juli, 18 Uhr an der Friedrich-Schiller-Universität Jena Jena (09.07.09) Er gehört zu den schillerndsten Wissenschaftlern nicht nur in Deutschland: Prof. (USA) Dr. Gunther von Hagens vom Institut für Plastination in Heidelberg. Der Anatom hat mit der Plastination eine Technik zur Präparation von Körpern entwickelt, die diese in einer nie zuvor gekannten Schärfe und Qualität auch jenseits des medizinischen Bereichs zeigen. "Er will nach eigenem Verständnis die Anatomie demokratisieren und begeht dafür einen Tabubruch, indem er Körper öffentlich ausstellt", sagt Prof. Dr. Dr. Christoph Redies, Anatom von der Universität Jena. Und gerade dieses Zur-Schau-Stellen fasziniert die Massen - mehr als 26 Millionen Besucher haben nach Angaben der Veranstalter bereits von Hagens Körperwelten-Ausstellungen gesehen - und führt gleichzeitig zu kontroversen Diskussionen: über die ausgestellten Körper, ihre Herkunft, ihre Präsentation als Kunstobjekte, das mögliche Überschreiten ethischer Normen und vieles mehr.

Am 15. Juli erhält die Öffentlichkeit erstmals in Jena die Gelegenheit, sich selbst ein Bild von Gunther von Hagens zu machen. Er hält an diesem Mittwoch um 18.00 Uhr einen Vortrag über "Plastination und Körperwelten: Spannungsfeld zwischen Ethik, Aufklärung und Wissenschaft" im Hörsaal 1 des Uni-Campus (Carl-Zeiß-Str. 3). Der Vortrag ist öffentlich und kostenfrei, aber es werden weder Plätze reserviert noch Karten vergeben. Gunther von Hagens kehrt damit an den Ort seiner Ausbildung zurück, denn an der Universität Jena begann er von 1965-68 sein Medizinstudium.

Sein Vortrag ist das Finale der Ringvorlesung "Der Leichnam im öffentlichen Raum", den das Institut für Anatomie und das Ethikzentrum der Universität gemeinsam veranstalten. "In der Ringvorlesung haben wir in Bezug auf den Leichnam schon viel über Tabus und ihre Veränderungen im Lauf der Geschichte und in anderen Kulturen gehört und diskutiert", sagt Dr. Dirk Preuß vom Ethikzentrum. "Deshalb passt Herr von Hagens so gut in diese Vorlesungsreihe, denn seine Ausstellungen durchbrechen ein bisher in Deutschland akzeptiertes Tabu." "Er forciert damit eine kulturelle Veränderung", ergänzt Prof. Redies, "und daher bin ich auf seine Argumentation sehr gespannt".

Hinweis für die Medien:
Journalistinnen und Journalisten, die im Anschluss an den Vortrag ein Gespräch mit Gunther von Hagens wünschen oder während des Vortrags filmen wollen, melden sich bitte rechtzeitig an bei der Pressestelle der Universität Jena unter Telefon 03641 / 931030 oder per E-Mail an: presse[at]uni-jena.de.
Weitere Informationen: http://www.uni-jena.de
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