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Werner-Siemens Graduiertenkolleg für Präklinische Molekulare Bildgebung mit 1,2 Millionen gefördert - Bewerbungsschluss

13.07.2009 - (idw) Universitätsklinikum Tübingen

Am Universitätsklinikum Tübingen wird ab sofort ein Werner-Siemens Graduiertenkolleg für Präklinische Molekulare Bildgebung angeboten.
Für die Teilnahme am Kolleg sowie für eine Doktorarbeit im Bereich der Präklinischen Bildgebung können sich Absolventen aus verschiedenen naturwissenschaftlichen Disziplinen aus dem In- und Ausland bis zum 30. September 2009 bewerben. Sie erhalten ein Stipendium für drei Jahre und zusätzliche Geldmittel für Laborkosten und den Besuch von wissenschaftlichen Kongressen. Insgesamt stehen im ersten Jahr fünf Stipendiatenplätze zur Verfügung. Die Werner Siemens-Stiftung, die seit dem vergangenen Jahr am Universitätsklinikum Tübingen bereits die Werner Siemens-Professur für Präklinische Bildgebung und Bildgebungstechnologien mit insgesamt 3,16 Millionen Euro fördert, wird das Graduiertenkolleg in den nächsten drei Jahren mit 1,2 Millionen Euro unterstützen.
Die Molekulare Bildgebung vereint die Expertise der Fächer Biochemie, Biologie, Chemie, Informatik, Medizin und Physik. Absolventen aus einer dieser Fachdisziplinen stehen vor der Herausforderung, sich mindestens teilweise in die jeweiligen anderen Fachgebiete einarbeiten zu müssen, um auf dem Gebiet der Molekularen Bildgebung forschen zu können.

Die Molekulare Bildgebung beschäftigt sich dabei mit Fragen wie: Wie können einzelne Zellen, Botenstoffe oder Antikörper im lebenden, unversehrten Organismus sichtbar gemacht werden? Wie lässt sich die Wanderung von Zellen (z.B. die Wanderung von T-Zellen bei der Immunabwehr) im Körper verfolgen und abbilden? Wie können Tumore, degenerative Hirnerkrankungen oder immunologische Prozesse im Tiermodel nicht-invasiv charakterisiert werden? Mit welchen technischen Verfahren kann man die gewünschte Bildgebung erreichen? Wie lassen sich diese Verfahren realisieren? Welche Geräte müssen entwickelt, welche Software programmiert, welche Markierungsmoleküle synthetisiert, wie muss ein Versuchsansatz geplant, durchgeführt und ausgewertet werden? Dies sind die Aufgaben, die die Wissenschaftler zu lösen haben.

Einen Ausweg aus diesem Dilemma wird das Graduiertenkolleg für Präklinische Molekulare Bildgebung bieten, das begleitend zur Doktorarbeit eine maßgeschneiderte Ausbildung anbieten wird. Das Kolleg unter der Leitung von Prof. Bernd Pichler ist am Labor für Präklinische Bildgebung des Departments für Radiologie des Universitätsklinikums Tübingen angesiedelt. Prof. Pichler: "Mit dem angebotenen Ausbildungsprogramm gehen wir neue Wege. Neben dem nötigen interdisziplinären Fachwissen und der praktischen Anleitung zur Durchführung hochkarätiger Forschungsarbeiten erhalten die Kollegiaten das gesamte zusätzliche Rüstzeug, das ein Wissenschaftler braucht, um international bestehen zu können."
Dazu gehören Fortbildungen in den Bereichen Publikation von wissenschaftlichen Inhalten, die Prä-sentation vor internationalem Publikum und die Einwerbung von externen Fördermitteln. Neu ist, dass jedem Kollegiat einerseits ein Forschungsaufenthalt bei Kooperationspartnern in den USA ermöglicht wird und er andererseits eigenverantwortlich ein festes Forschungsbudget zugewiesen bekommt, aus dem er seine Laborkosten bestreiten muss. Pichler: "Im bisherigen Wissenschaftssystem erhält man erst relativ spät - als Arbeitsgruppenleiter mit zirka 35 bis 40 Jahren -, zum ersten Mal finanzielle Verantwortung. Ich halte es für dringend notwendig, dass junge Wissenschaftler schon viel früher lernen, finanzielle Verantwortung zu übernehmen und ein eigenes, wenn zunächst auch kleines Budget selbstständig zu verwalten. Sie sind dann auf die Übernahme von späteren Leitungsaufgaben viel besser vorbereitet."

Prof. Claus Claussen, Geschäftsführender Direktor des Tübinger Departments für Radiologie: "Durch die großzügige Förderung ermöglicht es uns die Werner Siemens-Stiftung, innovative experimentelle Forschung mit gut ausgebildeten, motivierten, jungen Mitarbeitern im Bereich der Bildgebung durchzuführen. Durch die enge Kooperation aller Experten am Universitätsklinikum erwarteten wir, dass die neu zu entwickelnden Methoden unmittelbaren Eingang in die klinische Anwendung finden werden und uns in absehbarer Zeit für verbesserte Diagnose- und Therapieverfahren zur Verfügung stehen."


Das Kolleg wird von 13 weiteren Universitätsabteilungen und dem Max-Planck-Institut für Biologische Kybernetik aktiv durch die Vergabe geeigneter Promotionsthemen und/oder die Durchführung von Seminaren und Kursen unterstützt.

Ansprechpartner für nähere Informationen

Universitätsklinikum Tübingen
Prof. Dr. Bernd Pichler
Labor für Präklinische Bildgebung
Röntgenweg 11, 72076 Tübingen
Tel. 07071/29-8 34 27, Fax 07071/29-44 51
Bernd.Pichler@med.uni-tuebingen.de

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