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Verlustreicher Abschied - Professoren in Ruhestand verabschiedet

20.07.2009 - (idw) Hochschule Esslingen

Drei Professoren, zwei davon Landeslehrpreisträger, werden am 23. Juli an der Hochschule Esslingen in den Ruhestand verabschiedet. Prof. Dr.-Ing. Werner Braun kam nach mehrjähriger Industrietätigkeit bei BBC in Mannheim und in leitender Funktion bei AEG-Telefunken in Frankfurt im Jahr 1977 an die Hochschule Esslingen. Seine Lehrgebiete waren die Regelungstechnik, die Elektrotechnik und speziell die Leistungselektronik. 1989 übernahm er die Leitung des Instituts für Regelungstechnik, das damals eine zentrale Hochschuleinrichtung war. Dort wurde die erste Photovoltaikanlage der Hochschule installiert und für wissenschaftliche Arbeiten genutzt. In den Jahren 1995 bis 1999 war er Dekan des Fachbereichs Elektrische Energietechnik und hat in dieser Eigenschaft den zugehörigen Studiengang aktualisiert und in "Elektrotechnik" umbenannt. Von den Studierenden wurde Prof. Braun immer sehr geschätzt. Er hat eine hervorragende Lehre geboten mit besten Beurteilungen bei der Evaluierung. Durch seine Tätigkeit als Gutachter und Industrieberater hat er den Bezug zur industriellen Praxis stets aufrecht erhalten und in die Lehre einfließen lassen. Eine Vielzahl von Diplom- und Bachelorarbeiten wurden von ihm betreut. Braun ist in Stuttgart geboren und lebt jetzt in Plochingen.

Im Jahr 1992 kam Prof. Dr.-Ing. Hans Martin Gündner an die Hochschule. Bereits 1993 wählte der Senat Gündner zum Didaktikbeauftragten der Hochschule. Bald richtete er neben seinen Vorlesungen Kurse zur Lerntechnik für Erstsemester ein und begann, in großen Teams von bis zu 25 Studierenden Projektarbeiten im industriellen Stil zu üben. Aus dieser Arbeit entstand ein internationales Projekt mit Kolleginnen und Kollegen aus sechs europäischen Ländern, dessen Ziel die Ausbildung von Studierenden zu international einsetzbaren Ingenieur-Managern war. Sechs Jahre später wurde der promovierte Nachrichtentechniker Dekan der Fakultät Informationstechnik und im Jahre 2001 Prorektor für Lehre und Qualitätssicherung. Dieses Amt hatte er bis August 2007 inne, aber auch danach blieb er der Hochschule nicht nur als Professor sondern auch als Beauftragter für Qualitätssicherung treu. Wie sein Kollege Kümmerer erhielt Gündner den Landeslehrpreis. 1999 wurde er für sein herausragendes Engagement und seine vielfältigen Ideen ausgezeichnet. Aber nicht nur in der Lehre wird die Hochschule Esslingen den IT-Professor vermissen. Seit 2000 war Gündner Leiter des Hochschulorchesters. Im Alter von neuen Jahren begann er, Geige und Bratsche zu spielen, wurde Konzertmeister im Orchester der Universität Stuttgart, an der er selbst studierte und als wissenschaftlicher Assistent in jungen Jahren arbeitete und machte so ganz nebenbei eine Dirigentenausbildung. Außerdem meldete er 10 Patente in den Bereichen optische Bauelemente, optische Übertragungselemente, elektronische Schaltungstechnik an. Gündner ist in Marbach geboren und lebt heute dort.

Prof. Dr. Harro Kümmerer ist Mathematik-Lehrer mit Leib und Seele. "Der Name scheint bei Ihnen Programm zu sein", würdigte Wissenschaftsminister Peter Frankenberg ihn in seiner Laudatio zur Preisverleihung des Landeslehrpreises im Jahr 2007. Seine Lehrtätigkeit begann er im Wintersemester 77/78 mit dem Lehrauftrag "Mathematik für Ingenieure und Technische Mechanik". Von Anfang an beschäftigte er sich vor allem mit den Problemen der Studienanfänger im Fach Mathematik. Die Liste seiner Projekte auf diesem Gebiet ist lang. So arbeitete er ab 1978 in der Projektgruppe "Computer Aided Teaching" (CAT) mit; dabei entstand in Zusammenarbeit mit Eberhard Hohloch und Günther Kurz das "Esslinger Modell für Studienanfänger": Ein Mathematik-Kenntnistest, der nun schon seit 30 Jahren an der Hochschule Esslingen zu Studienbeginn durchgeführt wird, zeigt Defizite auf; zur Behebung dieser Defizite dient dann ein Kompaktkurs, der vor Studienbeginn allen Studienanfängern angeboten wird. Parallel dazu entstand als Gemeinschaftsprojekt mehrerer Mathematik-Kollegen die siebenbändige Buchreihe "Brücken zur Mathematik" (Gesamtauflage über 160 000 Exemplare). Im Jahr 2003 war Harro Kümmerer Mitbegründer des Arbeitskreises COSH ("Cooperation Schule - Hochschule im Fach Mathematik"), in dem Mathematiklehrerinnen / -lehrer an beruflichen Schulen und an Fachhochschulen sich vor allem mit Problemen der Studierenden des zweiten Bildungswegs beschäftigen. Auf seine Initiative hin fand im SS 2000 das erste Kolloquium der Fakultät Grundlagen statt, das in diesem Semester bereits zum 19. Mal stattfand und inzwischen zu einem Markenzeichen unserer Hochschule wurde. Mit dieser Veranstaltungsreihe wird versucht durch Vorträge zu interessanten Themen aus den Gebieten Mathematik, Naturwissenschaft und Technik zu einer besseren Akzeptanz dieser Teilgebiete unserer Kultur in unserer Gesellschaft beizutragen


Seine vielfachen Tätigkeiten in der Lehre hinderten Harro Kümmerer jedoch nicht, in Hochschulgremien mitzuarbeiten. So war er über mehrere Amtsperioden Dekan der Fakultät Grundlagen und gewähltes Mitglied im Senat. Harro Kümmerer lebt in Esslingen-Sulzgries und ist in Esslingen wohl bekannt.

Alle drei Professoren, 1944 geboren, werden am Donnerstag, 23. Juli um 17 Uhr in der Aula Stadtmitte, Kanalstraße 33, in den Ruhestand verabschiedet.

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