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Stifterverbands-Wettbewerb für bessere Lehrerbildung: Finalisten stehen fest

23.07.2009 - (idw) Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft

Acht Hochschulen und ihre Kooperationspartner haben es mit ihren Konzepten für eine bessere Verbindung der theoretischen und praktischen Lehrerausbildung in die Endrunde des mit insgesamt 800.000 Euro dotierten Stifterverbands-Wettbewerbs "Von der Hochschule in den Klassenraum - Neue Wege der Zusammenarbeit zwischen Hochschulen und Studienseminaren" geschafft. Sie sind nun aufgefordert, ihre Ideenskizzen zu ausführlichen Anträgen auszuarbeiten.

Für das Finale nominiert wurden:

- die Staatliche Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Stuttgart in Kooperation mit dem Staatlichen Seminar für Didaktik und Lehrerbildung Stuttgart (Gymnasien und Sonderschulen)
- die Technische Universität München in Kooperation mit dem Staatlichen Studienseminar für das Lehramt an beruflich Schulen Südbayern
- die Freie Universität Berlin in Kooperation mit dem Schulpraktischen Seminar Reinickendorf (S)
- die Universität Hamburg in Kooperation mit dem Landesinstitut für Lehrerbildung und Schulentwicklung
- die Carl von Ossietzky Universität Oldenburg in Kooperation mit dem Studienseminar Aurich für das Lehramt an Grund-, Haupt- und Realschulen sowie den Studienseminaren Leer, Oldenburg und Wilhelmshaven für das Lehramt an Gymnasien
- die Universität Bielefeld in Kooperation mit den Studienseminaren für Lehrämter an Schulen Bielefeld und Minden
- die Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg in Kooperation mit dem Staatlichen Seminar für Lehrämter Magdeburg
- die Friedrich-Schiller-Universität Jena in Kooperation mit den Staatlichen Studienseminaren Gera und Erfurt

Insgesamt wurden 54 Antragsskizzen eingereicht; 60 Prozent der lehrerausbildenden Universitäten aus allen Bundesländern - mit Ausnahme Mecklenburg-Vorpommerns - haben sich beteiligt. Die Entscheidung, welche vier Kooperationsvorhaben ausgezeichnet und mit einem Preisgeld von jeweils 200.000 Euro gefördert werden, fällt zu Beginn des nächsten Jahres.

Andreas Schlüter, Generalsekretär des Stifterverbandes, sagte zum Wettbewerb: "Lehrerausbildung kann nur im Zusammenspiel zwischen Theorie und Praxis, zwischen Hochschulen und Studienseminaren gelingen. Die hohe Beteiligung am Wettbewerb des Stifterverbandes ist erfreulich, weil sie zeigt, dass die Hochschulen das Thema ernst nehmen. Die Qualität der Anträge zeigt dagegen, dass noch viel zu tun bleibt."

Der Wettbewerb des Stifterverbandes knüpft an das Programm "Neue Wege in der Lehrerausbildung" an, das der Stifterverband gemeinsam mit der Stiftung Mercator in den letzten Jahren durchgeführt hat. Im Zuge dieser Zusammenarbeit wurde deutlich, dass es trotz aller Anstrengungen zur Reform der Lehrerbildung nach wie vor erhebliche Defizite gibt, insbesondere mit Blick auf die stets geforderte Verzahnung von Hochschulstudium und praktischer Ausbildung im Studienseminar. Die Lehrerausbildung ist in Deutschland zweigeteilt: Nach dem Hochschulstudium folgt die Ausbildung im Studienseminar, verbunden mit der praktischen Arbeit in einer Schule. Nur selten begreifen sich beide Seiten als verantwortliche Partner in einem gestuften Ausbildungsprozess. Der Wettbewerb des Stifterverbandes soll zu einer geregelten Zusammenarbeit von Hochschulen und Studienseminaren in der Lehrerausbildung beitragen und die theoretische und praktische Ausbildung so aufeinander abstimmen, dass ein systematischer Kompetenzaufbau ermöglicht wird.

Die Gutachterkommission unter Vorsitz von Bernd Ralle, Professor für Didaktik der Chemie an der Technischen Universität Dortmund und Vorstandsmitglied der Gesellschaft für Fachdidaktik, war von den Ergebnissen der ersten Auswahlrunde nur teilweise überzeugt. Viele Antragsskizzen spiegelten den bisher nur unzureichend entwickelten Stand der Kooperationsbeziehungen von Hochschulen und Studienseminaren wider, der Anlass für die Ausschreibung war. Häufig würden die Kooperationen nur von den Bildungswissenschaften oder einzelnen Fachdidaktiken getragen und die Verantwortung der Fachwissenschaften für die Lehrerausbildung ausgeblendet. Oftmals dominiere die Hochschulperspektive: Inwieweit auch die zweite Phase von der Zusammenarbeit profitieren kann, werde kaum konkretisiert. Vor allem aber sei es vielfach nicht gelungen, bestehende Kooperationsprojekte für eine systematische und institutionalisierte Zusammenarbeit fruchtbar zu machen.


Pressekontakt:
Moritz Kralemann
Telefon: 0201/8401-114
E-Mail: moritz.kralemann@stifterverband.de

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