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Verleihung des Bundesverdienstkreuzes an Prof. Dr. Ingelore Oomen-Welke

28.07.2009 - (idw) Pädagogische Hochschule Freiburg

Am Freitag, den 24. Juli 2009 wurde Prof. Dr. Ingelore Oomen-Welke das Bundesver-dienstkreuz am Bande durch Wissenschaftsminister Prof. Dr. Peter Frankenberg verliehen. Sie wird damit für ihr besonders Engagement als Wissenschaftlerin und Hochschullehrerin sowie für ihren sozialen und interkulturellen Einsatz ausgezeichnet. Verleihung des Bundesverdienstkreuz an Frau Prof. Dr. Ingelore Oomen-Welke, langjährige Wissenschaftlerin und Dozentin an der Pädagogischen Hochschule Freiburg.

Am Freitag, den 24. Juli 2009 wurde Ingelore Oomen-Welke das Bundesver-dienstkreuz am Bande durch Wissenschaftsminister Prof. Dr. Peter Frankenberg verliehen. Sie wird damit für ihr besonders Engagement als Wissenschaftlerin und Hochschullehrerin sowie für ihren sozialen und interkulturellen Einsatz ausgezeichnet.

Die Wissenschaft: Professorin Dr. Ingelore Oomen-Welke ist eine Persönlichkeit, die mehr als 30 Jahre intensiv und kontinuierlich daran mitgewirkt hat, das Profil der wissenschaftlichen Fachdidaktik national und international aufzuwerten. Maßgeblich war sie daran beteiligt, den Verein Symposion Deutschdidaktik e.V. aufzubauen, der heute als der führende und für die Deutschdidaktik aller Lehrämter fungierende Fachverband anerkannt ist. Sie war 9 Jahre in dessen Vorstand tätig. Vom September 2000 bis zum September 2004 nahm sie die Funktion der Vorsitzenden wahr.

Die Hochschulpolitik: Auf der Grundlage eines gemeinsamen Eckwertepapiers zur "Etablierung eines evaluationsbasierten Qualitätssicherungssystems" der Landesrektorenkonferenzen und des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg hat die Regierung des Landes im Jahre 2000 eine "Stiftung Evaluationsagentur Baden-Württemberg" errichtet. Prof. Dr. Oomen-Welke war von Anbeginn Mitglied und stellvertretende Vorsitzende des Stiftungsrats. In diesem Amt war sie an Universitäts- und Hochschulevaluation von 2000 bis 2007 beteiligt.

Die Bildungspolitik: Ihr bildungspolitisches Engagement für Migrant/innen lässt sich wie folgt zusammenfassen: Ingelore Oomen-Welke griff, sowohl innerhalb ihrer Fachdisziplin als auch weit darüber hinaus, ein sozialpolitisch wie bildungspolitisch relevantes Problem wissenschaftlich auf und initiierte entsprechende Forschungen: z.B. zum Thema der Fremdenfeindlichkeit einerseits und der Integrationsprobleme von Migrant/innen andererseits. Bereits 1990 publizierte sie (zusammen mit Ibrahim Ilkhan) eine Studie zu Sprache und sozialer Situation von türkischen Hauptschülern im Neckarraum. Es folgten weitere Untersuchungen zu interkulturellem Deutschunterricht, zu Schreibprozessen immigrierter Schüler/innen (1991), zu Schulerfahrungen von Aussiedlerkindern (1992). Als in den frühen 90er Jahren (insbesondere 1991 in Hoyerswerda und 1992 in Rostock-Lichtenhagen) die Übergriffe auf Ausländer/innen und insbesondere auf Asylant/innen zunahmen, rief Ingelore Oomen-Welke Pädagogen und Fachdidaktiker auf, in ihrer wissenschaftlichen Arbeit diesen Tendenzen entgegenzuwirken. Aus diesem Aufruf entstand dann die Publikation "Brückenschlag - Von anderen lernen - miteinander handeln" (Klett, Stuttgart 1994, Hrsg. Ingelore Oomen-Welke). Darin wurden u. a. Impulse zur praktischen interkulturellen Arbeit im Bildungswesen gegeben. Prof. Oomen-Welke wurde zu einer der wichtigsten Wegbereiterinnen einer Deutschdidaktik, die es sich zur Aufgabe macht, die Ausbildung von Lehrkräften auszurichten auf die Aufgabe, Deutsch als Zweitsprache in multikulturellen Klassen zu unterrichten. Weitere Beispiele der konkreten interkulturellen Arbeit sind der Aufbau eines Tandembüros, die Mitwirkung an einem gemeinsamen Tempus-Programm von Ungarn, Spanien, Italien, Frankreich und Deutschland. Seit September 2006 ist Professorin Oomen-Welke Präsidentin der internationalen Stiftung "Tandem Fundazioa" Donostia / San Sebastian.

Die Sozialpolitik: Im Kontext ihrer sozialpolitischen Ausrichtung bemühte sich Professorin Oomen-Welke stets um die Öffnung der Pädagogischen Hochschule Freiburg für interkulturelle Kommunikation. So förderte sie junge Wissenschaft-ler/innen der Partnerhochschulen, insbesondere der Universität Kecskemet (Ungarn), förderte afrikanische junge Wissenschaftler aus Kamerun, dem Senegal und Togo - es entstanden mehrere Dissertationen -, holte ausländische Gastdo-zent/innen und -professor/innen an die Hochschule, baute deren Perspektiven in den Lehrbetrieb der Hochschule ein, war stets bemüht, insbesondere ausländische Studierende bis zu deren Studienabschluss zu unterstützen.

Ingelore Oomen-Welke, Jahrgang 1943, studierte Deutsch, Französisch und Geschichte an den Universitäten Tübingen, Bonn und Dijon. 1977 wurde sie an der Universität Tübingen promoviert. Es folgten Tätigkeiten als Realschullehrerin in Tübingen und als wissenschaftliche Assistentin an den Pädagogischen Hoch-schulen Esslingen und Karlsruhe. Von 1980 bis 1991 war sie Professorin an den Pädagogischen Hochschulen Esslingen und Ludwigsburg. Danach lehrte sie bis zu ihrem Ruhestand im Jahr 2008 an der Pädagogischen Hochschule Freiburg. Sie ist Verfasserin zahlreicher Publikationen und Trägerin mehrerer Auszeich-nungen, darunter der BMW-Award LIFE 1988 für interkulturelles Lernen.


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