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Einladung zur Pressekonferenz: Gibt es den mündigen Patienten?

30.07.2009 - (idw) Max-Planck-Institut für Bildungsforschung

Harding Center for Risk Literacy präsentiert erste europaweite Studie zum Verständnis der Krebsfrüherkennung

Das Harding Center for Risk Literacy (Harding-Zentrum für Risikokompetenz) am Max-Planck-Institut für Bildungsforschung hat in Zusam­menarbeit mit der Gesellschaft für Konsum­for­schung (GfK-Nürn­berg) mehr als 10.000 Bürger aus neun europäischen Ländern interviewt. Die For­scher wollten heraus­­fin­den, wie informiert die Menschen wirklich sind, wenn sie über Fragen zur Krebsfrüh­er­kennung ent­scheiden. Die Studie zeigt nicht zuletzt, wie es um das Wissen der Deutschen zu die­sem wich­tigen The­ma bestellt ist und wie sich ihre Kompetenz im interna­tio­nalen Vergleich ausnimmt. Am 11. Au­gust 2009 um 9.30 Uhr werden die Ergebnisse der Stu­­die im Rahmen einer Presse­konferenz erst­mals vorgestellt. Sie findet statt in den Räumen der Agentur Literaturtest, Monbijouplatz 10, 10178 Berlin.

Ob Politiker, Patientenorganisationen oder Krankenkassen: Sie alle wünschen sich den Bürger als mündigen Patienten. Das Bundesministerium für Gesundheit hat die Stärkung der Patientensou­veränität gar zum "natio­nalen Gesundheitsziel" erklärt. Aber werden Patienten wirklich in die Lage versetzt, souverän zu ent­scheiden? Sorgen die Informationsangebote von Ärzten, Apothekern, Verbraucher­verbänden und Medien tatsächlich für Trans­parenz in Gesundheitsfragen?

Die Wissenschaftler haben Interviews durchgeführt zu zwei der wichtigsten Früherkennungsuntersuchungen, der Mammografie zur Brustkrebsfrüherkennung und dem PSA-Test für Prostatakrebs. Frauen und Männer wurden um eine Einschätzung gebeten, wie viele Personen weniger an der fraglichen Krebsart sterben aus der Gruppe derjenigen, die sich für eine Früherkennung entschieden haben, im Vergleich zu denen, die sich keinem Screening unterzogen haben. Außer­­dem wurden sie gefragt, aus welchen Quellen sie sich zu diesem Thema informieren. Eine ganze Reihe spannender Fakten fördert die Studie gerade in Bezug auf die Deutschen zu Tage: Wie realistisch sind ihre Einschätzungen des Nutzens der Früherkennung im Vergleich zu denen der Österreicher, Fran­zosen, Spa­nier oder Russen? Wie hilfreich sind die Auskünfte von deutschen Ärzten und Apothekern im internationalen Vergleich?

Wie wichtig es ist, die Vor- und Nachteile dieser und anderer Untersuchungen genau zu kennen, betont Prof. Dr. Gerd Gigeren­zer, Direktor des Harding Center for Risk Literacy: "Krebsfrüherkennung kann nicht nur einen Nutzen haben, sie birgt auch erhebliche Risiken - etwa in Form von Strahlenschäden oder unnötigerweise durchgeführten Operationen. Daher ist es notwendig, dass Patienten beides, Nutzen und Risiken, realistisch einzuschätzen vermögen. Nur dann können sie mündig Entscheidungen darüber treffen, ob sie an einer Früherkennung teilnehmen möchten. Dass Bürger gut informiert sind, wenn sie Entscheidungen treffen, ist ein Ideal unserer modernen Demokratien. Dies im Gesundheitswesen zu befördern, ist eines der wichtigsten Ziele von Bildung."


Am 11. August 2009 um 9.30 Uhr werden die Ergebnisse der Studie im Rahmen einer Pressekonferenz erstmals veröffentlicht. Bitte teilen Sie uns mit, ob Sie an der Pressekonferenz teilnehmen möchten - per E-Mail an voigt@literaturtest.de oder per Fax (030-531 40 70-99)!

Kontakt:

Mathias Voigt
Literaturtest
Pressesprecher Harding Center for Risk Literacy
Monbijouplatz 10
10178 Berlin
Tel. +49 (0)30-531 40 70-10
Mobil +49 (0)176-24 03 26 31
Fax +49(0)30-531 40 70-99
voigt@literaturtest.de

Hanna Thon
Max-Planck-Institut für Bildungsforschung
Referentin Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Lentzeallee 94
14195 Berlin
Tel. +49 (0)30-82406-284
Fax +49(0)30-82499-39
thon@mpib-berlin.mpg.de
Weitere Informationen: http://www.mpib-berlin-mpg.de
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