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Klima, Zukunft und die Chancen der Demokratie

01.09.2009 - (idw) Kulturwissenschaftliches Institut Essen (KWI)

In ihrem neuen Buch "Das Ende der Welt, wie wir sie kannten. Klima, Zukunft und die Chancen der Demokratie" (S. Fischer Verlag, September 2009) zeigen Politikwissenschaftler Claus Leggewie und Sozialpsychologe Harald Welzer, welche Auswirkungen voranschreitender Klimawandel, Ressourcenknappheit und Bevölkerungswachstum und der damit einhergehende Kulturwandel für die westlichen Demokratien haben. Sie plädieren dafür, das auf Wachstum basierende westliche Erfolgsmodell zu überdenken, um die Demokratien des Westens zukunftsfähig zu machen. Moderator ist Nils Minkmar von der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung. Im Hintergrund der Welt, wie wir sie kannten, türmen sich seit Jahrzehnten Megakrisen auf, die wir nur deshalb ignorieren können, weil unsere komfortablen Lebensumstände die Illusion befördern, alles werde schon irgendwie gut ausgehen. Aber der Klimawandel, die schwindenden Energieressourcen, die Verschmutzung der Umwelt, die Ernährungskrisen und das Bevölkerungswachstum zeigen die Endlichkeit unserer Kultur und unseres Lebensstils an. Hier befindet sich ein System an seiner Funktionsgrenze, und die Finanzkrise zeigt es in aller Deutlichkeit: In dem Augenblick, in dem die westliche Wirtschaftsform ihren weltweiten Siegeszug vollendet, kollabiert sie, denn die globalisierte Welt ist eine Insel. Sie hat kein Außen, aus dem sie Treibstoff für ihr Wachstum beziehen könnte. Sind die Demokratien des Westens in der Lage, sich so zu modernisieren, dass sie zukunftsfähig werden? Ist es möglich, das erreichte Niveau dafür zu nutzen, eine Form des Wirtschaftens und Lebens zu entwickeln, die nicht auf Wachstum, sondern auf Gerechtigkeit und Lebensqualität setzt? Erst das Ende der Illusion, dass unser Erfolgsmodell auch unter den Bedingungen einer globalisierten Welt funktioniert, bietet Chancen auf eine Zukunft der Demokratie.

Autoren:
Claus Leggewie, Professor für Politikwissenschaft und Direktor des KWI, an dem er den Forschungsschwerpunkt KlimaKultur ins Leben rief. Von 1995 bis 1997 war er erster Inhaber des Max Weber-Chair an der New York University; er bekleidete Gastprofessuren an der Université Paris-Nanterre und am Institut für die Wissenschaften vom Menschen in Wien und war 1999 bis 2000 Fellow am Wissenschaftskolleg zu Berlin.

Harald Welzer, Direktor des Center for Interdisciplinary Memory Research (CMR) und Leiter des Forschungsschwerpunkts KlimaKultur am KWI sowie Forschungsprofessor für Sozialpsychologie an der Universität Witten/Herdecke. Zuletzt erschien im S. Fischer Verlag sein Buch "Klimakriege. Wofür im 21. Jahrhundert getötet wird".

Moderation:
Nils Minkmar, Feuilletonredakteur der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung

Datum: 8. September 2009, 20:00 Uhr
Ort: Café Central im Grillo-Theater, Theaterplatz 11, 45127 Essen

Die Veranstaltung ist öffentlich.

WEITERE TERMINE:

22. September 2009, 19:00 Uhr
Vortrag mit Harald Welzer und Claus Leggewie
Moderation: Reinhard Kahl
Ort: Literaturhaus Hamburg, Schwanenwik 38,22087 Hamburg

23. September 2009, 19:00 Uhr
Vortrag mit Harald Welzer und Claus Leggewie
Ort: Museum für Naturkunde, Leibniz-Institut an der Humboldt-Universität, Invalidenstraße 43, 10115 Berlin

9. Oktober 2009, 19:00 Uhr
"Streitfall"
Harald Welzer und Claus Leggewie im Gespräch mit Franziska Augstein, Micha Brumlik und Martin Lüdke, Moderation: Peter Kemper (HR)
Ort: Literaturhaus, Schöne Aussicht 2, 60311 Frankfurt

25. Oktober 2009, 12:00 Uhr
Vortrag mit Harald Welzer in der Reihe "Sonntagsgespräche"
Ort: Geschwister-Scholl-Haus, Ritterstraße 8-10, 04109 Leipzig

12. November 2009, 19:30 Uhr
Vortrag mit Harald Welzer
Ort: Kultur- und Bildungszentrum, Mühlenstraße 15, 85737 Ismaning

Kontakt:
Magdalena Schaeffer, Pressesprecherin, Kulturwissenschaftliches Institut Essen (KWI),
Tel. 0201 7204 -152, magdalena.schaeffer@kwi-nrw.de.

Weitere Informationen erhalten Sie im Internet unter
http://www.kulturwissenschaften.de/home/veranstaltung-219.html und
>www.fischerverlage.de>

Über das Kulturwissenschaftliche Institut Essen (KWI):
Das Kulturwissenschaftliche Institut Essen (KWI) ist das Forschungskolleg der Universitätsallianz Metropole Ruhr (UAMR), zu der sich die Universitäten Bochum, Dortmund und Duisburg-Essen zusammengeschlossen haben. Seine Aufgabe ist die Förderung hervorragender interdisziplinärer Forschung in den Geistes-, Sozial- und Kulturwissenschaften mit regionalen, nationalen und internationalen Partnern. Das KWI erforscht die Grundlagen der modernen Kultur praxisnah und mit Blick auf aktuelle relevante gesellschaftliche Fragen. Derzeit stehen die Themenfelder kollektive Erinnerung, kulturelle Vielfalt der Weltgesellschaft, soziale Verantwortung und kulturelle Aspekte des Klimawandels im Mittelpunkt. Mit seinen Veranstaltungen sucht das KWI den Dialog mit einer breiteren Öffentlichkeit, es unterhält enge Partnerschaften mit Kultureinrichtungen und Medien.


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