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Immunologie: Querschnittsfach und Fortschrittsmotor in der Medizin

09.09.2009 - (idw) Deutsche Gesellschaft für Immunologie

"Ich glaube, es überrascht Sie nicht, von mir zu hören, dass das Immunsystem eines unserer wichtigsten Organsysteme ist. Seine Bedeutung sieht man allein daran, dass es im Verlauf der Entwicklungsgeschichte des Lebens mehrfach erfunden wurde", betont Professor Andreas Radbruch, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Immunologie und Direktor des Deutschen Rheuma-Forschungszentrums, Berlin. Über das Wunder unseres Immunsystems informierte er im Rahmen der Vorab-Pressekonferenz zum 2nd European Congress of Immunology. Selbst die einfachsten Lebewesen, Viren, Bakterien und Einzeller, haben Erkennungssysteme, mit denen sie "Selbst" und "Fremd" unterscheiden können. Das Immunsystem der Wirbeltiere, also auch des Menschen, ist besonders wirkungsvoll, weil es aus zwei Teilen besteht, die sich gegenseitig perfekt ergänzen. Das "Angeborene Immunsystem" kann gefährliche Stoffe und Krankheitserreger als solche erkennen, aber nicht gut unterscheiden. Das "Angepasste Immunsystem" erkennt dann sehr spezifisch die einzelnen Krankheitserreger, wenn sie ihm vom angeborenen Immunsystem gezeigt werden, reagiert mit angepassten Abwehrmechanismen, und prägt sich die erkannten Stoffe in das "Immunologische Gedächtnis" ein.

Die Immunologen versuchen, die Zellen und Gene zu verstehen, die diese beiden Immunsysteme und ihren Dialog ausmachen. "Wir denken, dass uns das immer besser gelingt. Doch immer wieder erleben wir Überraschungen, und manches, was wir glaubten verstanden zu haben, wird plötzlich wieder in Frage gestellt. Auf dem europäischen Kongress für Immunologie in Berlin werden wir die Grenzen wieder ein bisschen nach vorne schieben. Ein wesentliches Motiv, das uns antreibt, ist die Tatsache, dass unsere Forschungsergebnisse direkt von großer medizinischer Bedeutung sein können", so Radbruch.

So begann die Immunologie vor mehr als 200 Jahren mit der Einführung einer der erfolgreichsten medizinischen Therapien, der Impfung. Durch die Pockenimpfung konnten die Pocken letztendlich ausgerottet werden. Auch heute noch ist das Prinzip der Impfung eine der erfolgreichsten medizinischen Therapiestrategien überhaupt. Gerade erst wurde Harald zur Hausen, der den Eröffnungsvortrag des Kongresses halten wird, für die Entwicklung eines Impfstoffes gegen Viren, die Gebärmutterhalskrebs auslösen können, mit dem Nobelpreis für Medizin ausgezeichnet. Die Immunologie spielt nicht nur bei Infektionen eine Rolle, sondern bei einer ganzen Reihe von Krankheiten, die auf den ersten Blick vielleicht nicht viel gemein haben. Doch immer ist das Immunsystem Auslöser und Motor des Krankheitsgeschehens. Zu diesen Krankheiten gehören Allergien, Transplantatabstoßungen, entzündlicher Diabetes, Magen-Darm-Entzündungen und schließlich die Reihe der rheumatischen Erkrankungen. Mehr als die Hälfte der Menschen in Deutschland leidet an einer dieser Krankheiten, es sind Volkskrankheiten. In den letzten Jahrzehnten wurde durch die Immunologie neue Behandlungsstrategien definiert, so dass die Medizin die meisten dieser Patienten heute so behandeln kann, dass die Krankheit zumindest nicht weiter fortschreitet. "Das ist der Immunologie zu verdanken. Hier zeigt sich aber auch, dass die immunologische Forschung dringend fortgesetzt werden muss", so Radbruch. "Denn wir können die meisten dieser Krankheiten heute noch nicht heilen. Wir brauchen neue Heilverfahren, die aus einem besseren Verständnis des Immunsystems heraus entwickelt werden. Hier soll der europäische Kongress für Immunologie 2009 in Berlin neue Maßstäbe setzen."

EFIS (European Federation of Immunological Societies) ist der Dachverband der nationalen immunologischen Fachgesellschaften in Europa. Zu EFIS zählen 28 nationale Fachgesellschaften in 31 europäischen Ländern mit insgesamt 13.000 Mitgliedern. Gemeinsame Plattform ist der European Congress of Immunology, der all drei Jahre stattfindet - in diesem Jahr unter dem Motto: "Immunity for Life - Immunology for Health" vom 13. bis 16. September in Berlin. Der Kongress bietet über vier Tage ein umfassendes Programm zum aktuellen Wissensstand in der Immunologie. Das Themenspektrum in den mehr als 30 Symposien und 60 Workshops reicht von der Grundlagenforschung bis zur angewandten Immunologie. Im Mittelpunkt stehen die Erkenntnisse zur angeborenen und erworbenen Immunität, die verschiedenen Aspekte immunologischer Erkrankungen sowie die neuesten Möglichkeiten von Immun-Interventionen. Kongresspräsident Professor Reinhold E. Schmidt, Klinik für Immunologie und Rheumatologie der Medizinischen Hochschule Hannover, lädt Journalisten sehr herzlich dazu ein.

Ansprechpartner für Rückfragen:

Prof. Dr. rer. nat. Andreas Radbruch

Präsident der Deutschen Gesellschaft für Immunologie
Direktor des Deutschen Rheuma-Forschungszentrums Berlin, ein Leibniz Institut
Vorsitzender des Programmkomitees des Europäischen Kongresses für Immunologie 2009
Deutsches Rheuma-Forschungszentrum Berlin (DRFZ) Chariteplatz 1
10117 Berlin
Germany
Tel.: 030/28460-601
Fax: 030/28460-603
e-mail: raulfs@drfz.de
www.drfz.de

Prof. Dr. med. Reinhold E. Schmidt

Klinik für Immunologie und Rheumatologie
Medizinische Hochschule Hannover
Carl-Neuberg-Str. 1
30625 Hannover
Tel.: +49-511-532-6656

Fax: +49-511-532-9067
E-Mail: immunologie@mh-hannover.de
Internet: www.mh-hannover.de/kir.html

Dr. med. Julia Rautenstrauch
Pressereferentin ECI 2009 Berlin

MedCongress GmbH
Geschäftsführer:
Dr. Julia Rautenstrauch, Hans-Joachim Erbel
Postfach 70 01 49
70571 Stuttgart
Tel: +49 711 72 07 12 0
Fax: +49 711 72 07 12-29
Gerichtsstand: Amtsgericht Stuttgart HRB 22288
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www.medcongress.de
Weitere Informationen: http://www.eci-berlin2009.com
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