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Auf der Suche nach neuen Therapien bei Muskellähmung

10.09.2009 - (idw) Klinikum der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg

Erstmalig wurde der "Christa Lorenz-ALS-Forschungspreis" von der Stiftung für medizinische Wissenschaft mit Sitz in Frankfurt a. M. für hervorragende wissenschaftliche Originalarbeiten zur Amyotrophen Lateralsklerose (ALS) vergeben. Der mit 15.000 Euro dotierte Forschungspreis wurde dem Wissenschaftler und Kliniker Privatdozent Dr. med. Stefan Lorenzl von der der LMU-München zuerkannt. Der Preis wurde im Rahmen des von der Universitätsklinik für Neurologie und des Deutschen Zentrums für neurodegenerativen Erkrankungen (DZNE) in der Helmholtz-Gemeinschaft in Magdeburg ausgerichteten wissenschaftlichen Symposiums zu den Altersdemenzen am 5. September 2009 auf dem Campus der Medizinischen Fakultät der Otto-von-Guericke-Universität überreicht. Die Laudatio hielt Privatdozent Dr. Stefan Vielhaber, leitender Oberarzt und stellvertretender Klinikdirektor der Universitätsklinik für Neurologie Magdeburg und wissenschaftlicher Berater im Vorstand der Stiftung. Er würdigte die exzellenten Arbeiten des Preisträgers auf dem Gebiet der Amyotrophen Lateralsklerose. Besonders bedeutsam sei, dass diese Befunde neue potentielle Behandlungsmöglichkeiten dieser schwerwiegenden neurologischen Erkrankung aufzeigen.

Die Amyotrophe Lateralsklerose (Amyotrophie = Muskelschwund, lateral = lat. zur Seite hin gelegen und Sklerose = Verhärtung: gemeint ist der Untergang motorischer Nerven im Rückenmark) ist eine chronische Erkrankung des Nervensystems. Durch die fortschreitende Schädigung von Nervenzellen kommt es zu Muskellähmungen, die zu Bewegungs-, Sprech- und Schluckstörungen führen, was die Betroffenen bei der Ausübung der Aktivitäten ihres täglichen Lebens zunehmend einschränkt. Die Erkrankung ist nicht heilbar, da die Ursachen für die Entstehung noch unbekannt sind. Mit den heute bekannten Therapiemöglichkeiten kann jedoch zu einer Linderung der Symptome beigetragen werden.

Die Stiftung für medizinische Wissenschaft Frankfurt a. M. wurde im Jahre 1999 durch Frau Christa Lorenz gegründet, die selber Betroffene mit einer ALS war und daran verstarb. Der Zweck der Stiftung ist die Förderung der Forschung und Wissenschaft bei dieser neurodegenerativen Erkrankung, die auch als Modellerkrankung für andere altersgebundenen Erkrankungen mit selektiven Zelltod wie den Demenzen angesehen wird. Der Preisträger Privatdozent Dr. med. Stefan Lorenzl, Jahrgang 1967, arbeitet als Oberarzt auf der Palliativstation und Neurologischen Klinik mit dem Schwerpunkt der Behandlung neurodegenerativer Erkrankungen.

"Ausgewählt wurde Magdeburg für die erstmalige Verleihung dieser Anerkennung aufgrund der engen inhaltlichen Übereinstimmung der wissenschaftlichen Intention des Preises mit der fachlichen Thematik unseres Symposiums", informiert PD Dr. Vielhaber.

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