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Prof. Ebeling - Rector designatus der Universität Ulm

07.06.2003 - (idw) Universität Ulm

Prof. Ebeling - Rector designatus der Universität Ulm

Prof. Dr. Karl Joachim Ebeling, Leiter der Abteilung Optoelektronik der Universität Ulm, seit dem 1.4.2001 zur Wahrnehmung der Funktion des Forschungsdirektors des Chipherstellers Infineon vom Landesdienst beurlaubt, ist am 6. Juni 2003 mit großer Mehrheit zum Rektor der Universität Ulm für die Amtszeit vom 1.10.2003 bis 30.9.2009 gewählt worden. Die Beurlaubung endet damit vor Ablauf der fünfjährigen Frist.

Ebeling (53), 1987 Leibniz-Preisträger der DFG, seit 1998 ordentliches Mitglied der Mathematisch-naturwissenschaftlichen Klasse der Heidelberger Akademie der Wissenschaften, wurde 1989 an die Universität Ulm berufen und hat zahlreiche weitere C4-Rufe erhalten. Mehr als 300 wissenschaftliche Veröffentlichungen auf dem Gebiet der Optoelektronik und angrenzenden Gebieten tragen seinen Namen. Sein Lehrbuch "Integrierte Optoelektronik" ist - auch in der englischen Übersetzung - bereits mehrfach aufgelegt worden. Zu den Ergebnissen seiner erfolgreichen Ulmer Forschungsarbeit gehört die wiederholt preisgekrönte Entwicklung von Vertikallaserdioden mit den weltweit niedrigsten Schwellströmen und größten Durchstimmbereichen und schließlich höchsten Ausgangsleistungen und elektrisch-optischen Konversionswirkungsgraden sowie höchsten Übertragungsraten.

Am 27.10.1949 wurde Karl Joachim Ebeling in Hehlen (Niedersachsen) geboren. Nach dem Studium der Physik in Göttingen (1969-1973) und der 1976 abgeschlossenen, summa cum laude bewerteten Promotion zum Dr. rer. nat. mit einer Arbeit über Hochfrequenzholographie lasererzeugter Kavitationsblasen war er von 1976 bis 1977 Postdoc an der Universität Ulm. In Göttingen setzte sich sein wissenschaftlicher Werdegang fort, unterbrochen von Gastaufenthalten an den Bell Laboratorien in Holmdel, New Jersey, USA. Dort entdeckte er die Einmodenoszillation gekoppelter Halbleiterlaser unter Hochfrequenzmodulation, war an der Entwicklung des ersten monolithischen Zweielement-Halbleiterlasers beteiligt und erarbeitete eine allgemeine Theorie für Mehrelement-Halbleiterlaser. 1984 erfolgte die Habilitation für das Fach Physik.

Als Leiter der Abteilung Hochfrequenzhalbleiter war der damalige C3-Professor von 1985 bis 1989 am Institut für Hochfrequenztechnik der TU Braunschweig tätig. Optische Signalverarbeitung in integriert-optischen Systemen, schmalbandige durchstimmbare Halbleiterlasersysteme für die kohärent-optische Nachrichtenübertragung und die Molekularstrahlepitaxie beschäftigen ihn hier schwerpunktmäßig. In Braunschweig erhält er auch den Gottfried-Wilhelm-Leibniz-Förderpreis der Deutschen Forschungsgemeinschaft (1987) sowie als einen unter mehreren C4-Rufen den an die Universität Ulm als Leiter der Abteilung Optoelektronik (1989). Er folgt dem letzteren und gehört damit zu den Pionieren der Elektrotechnik/Elektronik an der Universität Ulm, die damals im Begriff ist, ihr wissenschaftliches und Fächerspektrum um die Ingenieurwissenschaften und Informatik zu erweitern.

In Ulm erreichen Prof. Ebeling weitere C4-Rufe nach Göttingen, Stuttgart und Berlin, die er aber ablehnt. Quantenstrukturierte III-IV-Halbleiter, integriert-optoelektronische Halbleiterbauelemente, Glasfaserübertragungssysteme und optische Signalverarbeitung sowie Halbleiterbauelemente auf der Basis von Galliumnitrid zeugen von Kontinuität und Entwicklung im Forschungsspektrum des Optoelektronikers. Während seiner Tätigkeit bei Infineon in den vergangenen zwei Jahren haben sich weitere Schwerpunkte ergeben, so zum Beispiel Ultrakurzkanaltransistoren als Elemente elektronischer Nanotechnologie, langwellige Vertikallaserdioden, Prozessorarchitekturen, Polymer- und Molekularelektronik, elektronische Bio- und Neurochips.

Prof. Dr. Karl Joachim Ebeling, nunmehr Rector designatus der Universität Ulm, hat unbeschadet seiner intensiven Forschungstätigkeit wie auch zahlreicher Mitgliedschaften, Ämter und Funktionen in nationalen und internationalen wissenschaftlichen Gesellschaften, Stiftungen, Organisationen der Wissenschaftsförderung, ministeriellen Beiräten etc. nicht zuletzt der akademischen Selbstverwaltung gedient. Er war Dekan und Prodekan seiner Fakultät sowie von 1995 bis 2001 Prorektor für Forschung der Universität Ulm.

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