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"Frauen in der Medizin" - Veranstaltung am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf

11.06.2003 - (idw) Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf

Zum dritten Mal findet am Mittwoch, den 18. Juni 2003 (14.00-19.00 Uhr) im Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) die Tagung "Frauen in der Medizin" statt.

Es werden Forschungsprojekte von Wissenschaftlerinnen des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf aus der klinischen Forschung, der klinisch-theoretischen Medizin, den psychosozialen Fächern und der Molekularen Neurobiologie vorgestellt.
Die Prodekanin für Forschung, Prof. Dr. Ulrike Beisiegel, führt in die Veranstaltung ein. Die Initiatorinnen sind die Gleichstellungsbeauftragten des Fachbereichs Medizin, Prof. Dr. Ursula Platzer, Prof. Dr. Hertha Richter-Appelt und Dr. Heidrun Lauke-Wettwer, sowie die Frauenreferentin Elke Mätschke.

Die Veranstaltung soll deutlich machen, dass ein dringender Bedarf besteht, die Kategorie "Geschlecht" in der Medizin vermehrt zu berücksichtigen. Die Initiatorinnen verfolgen mit dieser Veranstaltungsreihe zwei wesentliche Ziele:

- Wissenschaftlerinnen des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf stellen sich und ihre Forschungsarbeiten vor.
- Geschlechtsspezifischer Forschung in der Medizin soll vermehrtes Interesse geschenkt werden, um das erhebliche Defizit an geschlechtsspezifischen Daten in der Gesundheitsforschung abzubauen und die neuen Erkenntnisse in Lehre und Forschung einzubeziehen.

Die Veranstaltung wird mit einem Gastvortrag: "Herz-Kreislauferkrankungen bei Frauen" von Vera Regitz-Zagrosek eröffnet, der ersten Lehrstuhlinhaberin in Deutschland für "Frauenspezifische Gesundheitsforschung mit Schwerpunkt Herz-Kreislauferkrankungen" an der Charité in Berlin und dem Deutschen Herzzentrum.
Herzerkrankungen gehören zu den wichtigsten Gesundheitsrisiken von Frauen. Noch immer werden selbst in Fachkreisen die Tatsachen, dass Herzkreislauferkrankungen das Gesundheitsrisiko Nummer Eins bei Frauen sind, dass wesentliche Unterschiede in der Diagnostik und im Krankheitsverlauf (z.B. beim Herzinfarkt) im Vergleich zu Männern bestehen, dass psychosoziale und hormonelle Faktoren eine große Rolle spielen und wichtige Herzkreislaufmedikamente bei Frauen und Männern unterschiedlich wirksam sind, mit Unglauben quittiert. Frauen selbst sind nur in erschreckend geringem Umfang richtig informiert.

Katrin Lamszus aus der Klinik für Neurochirurgie am Neurozentrum berichtet über neue Ansätze der Behandlung des häufigsten und zugleich bösartigsten Hirntumors, des Glioblastoms, mit einer Lebenserwartung für Patienten von weniger als einem Jahr. Neue Forschungsergebnisse beschreiben eine experimentelle anti-angiogenetische Therapie bei Hirntumoren.

Catherina G. Becker vom Zentrum für Molekulare Neurobiologie spricht über zelluläre und molekulare Determinanten der erfolgreichen Regeneration des zentralen Nervensystems beim Zebrafisch. Im Gegensatz zum Menschen und anderen Säugern können Fische Verletzungen ihres zentralen Nervensystems regenerieren und sich z.B. nach einer Querschnittslähmung weitgehend funktionell erholen. Untersuchungen an Zebrafischen sollen dazu beitragen, die Komponenten zu identifizieren, die auch bei Säugern für eine erfolgreiche Regeneration notwendig sind.

Die Entwicklung eines Fragebogens zur Krankheitsbewältigung von chronisch kranken Kindern unter Berücksichtigung der Geschlechterperspektive wird von Corinna Petersen aus dem Institut und der Poliklinik für Medizinische Psychologie des Zentrums für Psychosoziale Medizin vorgestellt. Hierbei geht es um Krankheitsbewältigungsstrategien im Kindesalter.
Mildred Schick aus der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie am Zentrum für Psychosoziale Medizin berichtet über eine gemeinsam mit Klaus Wiedemann und Holger Jahn durchgeführte Medikamentenstudie, in der unterschiedliche Behandlungseffekte bei Männern und Frauen mit Depressionen überprüft wurden. Diese Studie soll deutlich machen, wie wichtig es ist, bei der Behandlung von Depressionen, geschlechtsspezifische Aspekte zu berücksichtigen.
Silja Matthiesen vom Institut für Sexualforschung und Forensische Psychiatrie am Zentrum für Psychosoziale Medizin stellt die Ergebnisse einer Studie zur Sexualität 60-Jähriger dar. Im Zentrum der Analyse stehen Geschlechtsunterschiede in der sexuellen Aktivität, den sexuellen Wünschen und Problemen und in der Bedeutung der Sexualität für die Beziehung.
Geschlechtsspezifische Unterschiede der Tatumstände bei Tötungsdelikten werden von Heike Klotzbach und Esther Lentz vom Institut für Rechtsmedizin am Zentrum für Klinisch-Theoretische Medizin II referiert. Im vergangenen Jahr wurden Tötungsdelikte aus dem Großraum Hamburg der Jahre 1990-2001 (n=1434) unter geschlechtsspezifischen Gesichtspunkten vorgestellt. Unterschiedliche Tatmotive und Aussagen über das Strafmaß bei Männern und Frauen werden analysiert.

Die Veranstaltung findet am Mittwoch, den 18. Juni 2003, von 14:00-19:00 Uhr im Festsaal des Erikahauses (W 29) im Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, Martinistraße 52, statt. Anmeldung zur Veranstaltung ist erwünscht per E-Mail (maetschke@uke.uni-hamburg.de) oder telefonisch (Tel. 42803-8354). Das aktuelle Programm und die Abstracts sind auf der Website:

http://www.uke.uni-hamburg.de/einrichtungen/gleichstellung/gleichstellung_w.de.html

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