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Mathematisch-Naturwissenschaftlicher Fakultätentag in Leipzig

11.06.2003 - (idw) Universität Leipzig

Die Interessenvertretung der mathematisch-naturwissenschaftlichen Fakultäten Deutschlands, der Mathematisch-Naturwissenschaftliche Fakultätentag, hält seine Plenarversammlung 2003 in Leipzig ab.


Prof. Franz Jacobs Auf der Tagesordnung stehen u.a. Probleme, die sich aus der Änderung des Hochschulrahmengesetzes ergeben; die Auswertung der PISA-Studie im Hinblick auf die Aufgaben der universitären Lehrerbildung und Fragen der Hochschulautonomie.

Zeit: 13. und 14. Juni 2003, Eröffnung: 13.6., 9.00 Uhr
Ort: Neuer Senatssaal, Ritterstraße 26

Der Vorstand des Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Fakultätentages, Prof. Franz Jacobs, Direktor des Institutes für Geophysik und Geologie der Universität Leipzig, hebt in Bezug auf die Änderung des Hochschulrahmengesetzes die Einführung der Juniorprofessuren hervor. "Damit soll jungen Wissenschaftlern der Weg zur frühzeitigen Übernahme von Verantwortung ermöglicht werden.", resümiert er, "aber das grundlegende Problem der deutschen Wissenschaftler, Planungssicherheit für hervorragende Diplomanden und Doktoranden zu gewährleisten, ist damit allein nicht erreicht." Der Fakultätentag fordere deshalb drittmittelfinanzierte Projektforschung als eine wichtige Entwicklungsperspektive von Wissenschaftlern über Befristungsgrenzen hinaus.

Die Pisa-Studie signalisiert bekanntlich ein dringendes Bedürfnis nach einer Verbesserung der schulischen Ausbildung. Hieraus ergeben sich auch Aufgaben für die Universitäten. Der Mathematisch-Naturwissenschaftliche Fakultätentag möchte daraus u.a. Konsequenzen für die Aus- und Fortbildung der Lehrer gezogen wissen. "Das beginnt bei der Reputation der Lehrerausbildung", betont Prof. Jacobs. "Solange diese bei uns mehr oder weniger eine Nebenrolle spielt, werden wir das Problem nicht lösen können." Um die Fähigkeit zum lebenslangen innovativen Lernen zu vermitteln, müssten die zukünftigen Lehrer in die Forschung einbezogen werden. Ob das angesichts der Stellenstreichungen allerdings möglich sei, wäre ein Problem, dem sich der Fakultätentag stellen müsse.

Weiterhin wird die Frage "Autonomie - Wieviel Freiheit braucht die Universität?" behandelt. Angesichts unumstößlicher finanzieller Zwänge bleibe da relativ wenig Spielraum, meint Jacobs. "Und wenn Landesregierungen ihre Unterstützung an Vorgaben koppeln - direkt oder indirekt - die nicht dem Wollen der betroffenen Universitäten entsprechen, kann von Souveränität wohl auch nicht mehr die Rede sein." Die Hochschullehrer müssten außerdem an der Akkreditierung neuer Studiengänge maßgeblich mitwirken können. Anzustreben sei eine Vergleichbarkeit der Abschlüsse als Basis für ihre Anerkennung im internationalen Maßstab. "Wir selbst müssen die Qualitätskriterien formulieren", so Jacobs, "und nicht allein halb staatliche / halb private Kommissionen von Ministerien und Agenturen." Über die zukünftigen Studienformen solle der Wettbewerb entscheiden

Der Fakultätentag sieht sich in der Rolle eines kritischen Begleiters der in den Universitäten stattfindenden Entwicklungen. "Wir verbreiten unsere Ideen, weisen auf gute Beispiele hin, mahnen, wo notwendig, und setzen auf die Vernunft aller am Prozess Beteiligten. Jeder von uns sollte selbst überprüfen, was er an seiner Fakultät tun kann", erläutert Jacobs die Rolle der Interessenvertretung. "Nicht den Kopf in den Sand stecken, sondern sich den anstehenden Problemen stellen und nach Lösungsmöglichkeiten suchen, ist unsere vordringliche Aufgabe."

weitere Informationen:

Prof. Franz Jacobs
Telefon: 0341 97 32800
E-Mail: jacobs@uni-leipzig.de
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