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Suchtprävention: UKE überträgt US-amerikanisches Programm für Deutschland

23.09.2009 - (idw) Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf

Bisherige Präventionskonzepte in Deutschland richten sich entweder allein an Eltern oder an Kinder und Jugendliche. Ein Ansatz, der die ganze Familie im Fokus hat, existiert für den deutschsprachigen Raum bis dato nicht. Das Deutschen Zentrums für Suchtfragen des Kindes- und Jugendalters (DZSKJ) des Universitätsklinikums Hamburg Eppendorf (UKE) will diese Lücke durch die Übertragung des erfolgreichen Programms aus den USA schließen. Zum Projektstart spendete der Verein "Keine Macht den Drogen e.V." (KMDD) 75 000 Euro an das DZSKJ. Am Mittwoch überreichte Vorstand Professor Knut Föckler vom Verein "Keine Macht den Drogen e.V." den Scheck an den Ärztlichen Leiter des DZSKJ, Professor Dr. Rainer Thomasius, und den Projektleiter Dr. Martin Stolle. Der gemeinnützige Verein unterstützt damit die Herstellung neuer Lehrvideos, die für die deutsche Version des US-Familienpräventionsprogramms notwendig sind. Gleichzeitig beginnt das DZSKJ mit den weiteren Schritten zur Übertragung des erfolgreichen US-amerikanischen Programms für Deutschland. Neben der finanziellen Unterstützung durch KMDD werden auch die jeweiligen Kompetenzen aus Forschung und Praxis gebündelt, um diesen nachhaltigen Lösungsansatz zur Suchtprävention für die ganze Familie umzusetzen.

In diesem Programm kommen Familien elf Wochen lang zu jeweils dreistündigen Sitzungen zusammen. Mit den Jugendlichen werden personale und soziale Kompetenzen trainiert, unter anderem Kommunikation und soziale Interaktion, Gefühls- und Stressbewältigung sowie Standfestigkeit bei Konsumangeboten von legalen oder illegalen Drogen. Zugleich werden mit den Eltern Erziehungsfertigkeiten geübt. In gemeinsamen Sitzungen erarbeiten die Familien zusammen Instrumente zur Konfliktlösung und unternehmen Aktivitäten zur Förderung des Familienzusammenhalts. Nach erfolgter Übertragung und Anpassung an "deutsche Verhältnisse" wird das Programm, als das deutsche "Familien stärken!", in fünf verschiedenen Regionen Deutschlands über drei Jahre auf seine Wirksamkeit überprüft. Dafür wurden vom Bundesministerium für Bildung und Forschung
610 108 Euro bewilligt. Mit ersten Ergebnissen wird im Herbst 2010 zu rechnen sein.

Der gemeinnützige Förderverein KEINE MACHT DEN DROGEN mit Sitz in München wurde 1996 gegründet und führt die Arbeit der gleichnamigen, 1990 initiierten Kampagne, erfolgreich weiter. Ziel ist, dem missbräuchlichen Konsum von legalen und illegalen Drogen entgegen zu wirken und die Gesundheitsfürsorge von Kindern und Jugendlichen nachhaltig zu fördern. Das Deutsche Zentrum für Suchtfragen des Kindes- und Jugendalters (DZSKJ) wurde 2006 gegründet und will die Qualität der Suchtprävention vor allem für die Zielgruppe der Kinder und Jugendlichen verbessern. Derzeit werden in mehr als 30 Forschungsvorhaben verschiedene neue Methoden der Suchtvorbeugung entwickelt, erprobt und evaluiert. Das DZSKJ wird mit Unterstützung aus Mitteln der Freien und Hansestadt Hamburg im Rahmen des Senatsprogramms "Drogenfreie Kindheit und Jugend" am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) betrieben.

Kontakte für Journalisten:

KEINE MACHT DEN DROGEN,
Gemeinnütziger Förderverein e. V., Höchlstraße 4, 81675 München
Tel. 089/291933-5, E-Mail info@kmdd.de, www.kmdd.de

Deutsches Zentrum für Suchtfragen des Kindes- und Jugendalters,
Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, Martinistraße 52, 20246 Hamburg; Tel. 040/42803-9307; sekretariat.dzskj@uke.uni-hamburg.de, www.dzskj.de

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