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Macht Chemie schön?

12.06.2003 - (idw) TSB Technologiestiftung Innovationszentrum Berlin

Kommt wahre Schönheit von innen oder kann man ihr mit Salben, Cremes und Wässerchen nachhelfen? Dieser Frage ging der 12. Treffpunkt WissenWerte am 10. Juni 2003 nach, zu der die TSB Technologiestiftung Innovationszentrum, die Investitionsbank Berlin und infoRADIO eingeladen hatten.



Jeder Kinderpopo bekommt irgendwann Runzeln. Zwar erneuert sich die menschliche Haut laufend, doch im Laufe der Zeit nimmt die Qualität der erneuerten Haut ab. "Es ist, als wenn man ständig Kopien von Kopien erstellt. Es schleichen sich kleine Fehler ein, die immer wieder reproduziert und durch neue Fehler vermehrt werden", beschrieb Prof. Dr. Dr.-Ing. Jürgen Lademann von der Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie an der Charité den Alterungsprozess der Haut. Diesen Prozess kann man nicht aufhalten aber verzögern. Das wussten schon die alten Ägypter, badeten in Eselsmilch und rieben sich anschließend mit Aloe Vera ein. Heute stehen uns für die Körperpflege neben Naturkosmetika hochreine chemische Stoffe zur Verfügung. Bei vielen Menschen stoßen solche Produkte auf Skepsis - zu Unrecht, wie die Diskussion zeigte.

Chemische Stoffe sind nicht nur wegen ihrer besonderen Reinheit für viele Allergiker besser verträglich als Naturprodukte. Außerdem können in den synthetisch hergestellten Produkten häufig mehrere wichtige Aspekte zusammengestellt werden, die einen sehr umfassenden und wirkungsvollen Schutz ergeben. Längst ist bekannt, dass beispielsweise Sonnencreme mehr bieten muss als Schutz vor Sonnenbrand. Längerwellige Lichtstrahlen verursachen zwar keinen Sonnenbrand, schädigen aber die Haut in tieferen Regionen und tragen damit zur frühzeitigen Faltenbildung bei, weshalb gute Sonnecremes mittlerweile neben dem UVB-Schutz auch einen UVA-Schutz aufweisen. Weiterhin kann der Reparaturbetrieb des Körpers unterstützt werden, in dem freie Radikale gebunden werden, die ansonsten die Alterung der Haut vorantreiben.

Entgegen der landläufigen Meinung ist die Wirkung von Salben, Cremes und Wässerchen nachweisbar. Dies unterstrich Norbert Groth vom Privatinstitut Galenus, der eine Methode entwickelt hat, die Bindung freier Radikaler durch Kosmetika nachzuprüfen. Auch Falten, die bei Selbstbeobachtung an guten Tagen eher verschwinden und an schlechten Tagen besonders tief erscheinen, werden heute mit objektiven Verfahren gemessen und definiert.

Zusätzlich können chemisch hergestellten Kosmetika positive Eigenschaften wie schnelles Einziehen und leichte Verteilbarkeit zugefügt werden, die entscheidend zur Wirksamkeit der benutzten Produkte beitragen. Schließlich nutzt die beste Sonnenmilch nichts, wenn sie wegen des unangenehmen Körpergefühls, das ihr Auftragen hervorruft, zu sparsam benutzt wird oder nicht wasserfest ist. Neben der weiteren Verbesserung der eigentlichen Schutz- und Pflegefunktion der Produkte liegt nach Meinung von Dr. Rolf Dieter Schilling von Berlin Cosmetics gerade auf diesem Gebiet ein Schwerpunkt der Forschungsarbeit der nächsten Jahre.

Natürlich wird es niemals möglich sein, einem 70jährigen Menschen die Hauteigenschaften eines 20jährigen zu erhalten. Es würde auch nicht schön aussehen, denn die Erscheinung eines Menschen sollte in sich stimmig sein. Die regelmäßige kosmetische Pflege garantiert jedoch nicht alleine die Verzögerung der Hautalterung. Hierzu tragen ebenso gesunde Lebensweise und Ernährung bei. Insofern kommt Schönheit eben doch von innen. Doch die Kosmetika, die uns heute zur Verfügung stehen, pflegen und schützen die Haut. Sie unterstützen damit ein Organ, das mit einer Ausdehnung von zwei Quadratmetern und einem Gewicht von bis zu 12 Kilogramm das mengenmäßig größte darstellt und eine besondere Schutzfunktion für unseren Körper hat.

Die Sendung wurde aufgezeichnet und wird am 15. Juni um 9.05 Uhr und um 21.05 Uhr auf infoRADIO 93,1 ausgestrahlt.

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