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Masterstudiengang für Naturheilkunde und komplementäre Medizin erfolgreich gestartet

12.10.2009 - (idw) Hochschule Fresenius

An der Hochschule Fresenius Idstein: Salutogenese und Regulationsbiologie im Dienste einer bio-psycho-sozialen Gesundheit Nach einem Informations- und Einführungswochenende im Juni startete nun im September der erste Jahrgang des Masterstudiengangs Naturheilkunde und komplementäre Medizin an der Hochschule Fresenius in Idstein. Thema des ersten Wochenmoduls waren die regulationsbiologischen und bio-psycho-sozialen Grundlagen von Naturheilkunde und komplementärer Medizin. "Eine Woche fruchtbarer Gespräche, engagierter Dozenten und Studierender und Lernen mit Kopf, Hand und Herz", formulierte eine Teilnehmerin die Quintessenz der ersten Präsenzphase.

Unter der Leitung von Prof. Dr. Peter W. Gündling erläuterten namhafte Kenner der Materie ihre Spezialgebiete. Der Gründer und Nestor der positiven Psychotherapie Prof. Dr. Nossrat Peseschkian führte im Rahmen der Salutogenese in Vorgehen und Wirkweise der positiven Psychotherapie ein. Anhand von Eigenanalysen konnten die Studierenden das Vorgehen der positiven Psychotherapie "den Menschen in seiner transkulturellen Situation zu begreifen" und ihm Ressourcen zur Lösung seiner Lebensaufgaben zur Seite zu stellen, selbst erfahren. Besonderen Anklang fanden dabei Peseschkians Lebensweisheiten und Geschichten aus anderen Kulturkreisen, da sie nicht nur den Kern seines therapeutischen Zugangs verdeutlichen sondern auch das Zuhören zu einem Erlebnis machen. "Dass sich hinter diesem Ansatz eine systematische Methode verbirgt, war mir vorher nicht so klar gewesen", berichtete ein begeisterter Teilnehmer angeregt durch den interaktiven Vermittlungsstil.

Prof. Klaus Jork, Emeritus der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt, zeigte in seinem Seminarteil auf, welche Konsequenzen das salutogenetische Modell von Aaron Antonovsky für die Interaktion zwischen Arzt und Patient in einer hausärztlichen Praxis bedeuten kann. In Kleingruppenarbeiten konnten die Teilnehmer erfahren, wie Patienten als Experten für ihre eigene Situation einen bedeutsamen Part innerhalb der täglichen Sprechstunde erhalten können. In der anschließenden Diskussion wurde deutlich, dass sich auch in der knapp bemessenen Zeit einer kassenärztlichen Sprechstunde für diese wichtige ärztliche Intervention, das Patientengespräch, Spielräume finden lassen.

Der kürzlich an der Universität von Dallas/Texas für seine Forschungsarbeiten zum Grundsystem ausgezeichnete Prof. Hartmut Heine rückte schließlich die Zelle und vor allem das sie umgebenden Milieu in den Fokus der gemeinsamen Betrachtungen. Heine stellte das System der Grundregulation als die gemeinsame wissenschaftliche Basis von komplementärer und konventioneller Medizin dar. Unter Grundregulation wird das System von zellulären, humoralen, hormonellen und nervösen Anteilen verstanden, das im extrazellulären Zwischenraum - also im Bereich außerhalb der Zellen - miteinander verschaltet ist. Einen lebendigen Meinungsaustausch lösten die Konsequenzen seines Modells der Zellkommunikation für die Behandlung chronischer Krankheiten und Prozesse des Alterns aus. Speziell für die Versorgung des stetig wachsenden Anteils alter Menschen kommt hier den Naturheilverfahren eine besondere Bedeutung zu.

Einen weiteren Höhepunkt stellte die Exkursion zu einem Heilpflanzengarten dar, in dem alle Heilpflanzen "live" zu besichtigen waren, die in der Herstellung pflanzlicher Homöopathika eine Rolle spielen. Dabei konnten die Studierenden auch einen wertvollen Einblick in die wissenschaftlichen Grundlagen, den Anbau, die Lagerung und Verarbeitung moderner Phytotherapeutika bekommen. Zum Abschluss des ersten Moduls und als Zeichen eines besonderen Beginns pflanzten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer auf dem Hochschulgelände ein Wahrzeichen der Natur- und Pflanzenheilkunde, einen Ginkgobaum.


Der akkreditierte Masterstudiengang Naturheilkunde und komplementäre startet alljährlich im September und richtet sich ausschließlich an Ärztinnen und Ärzte.
Weitere Informationen: http://www.fh-fresenius.de/naturheilkunde-master-berufsbegleitend.2008.html
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