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Marie-Jahoda-Gastprofessur 2009/10: Prof. Monique David-Ménard kommt an die RUB

13.10.2009 - (idw) Ruhr-Universität Bochum

Im Wintersemester 2009/10 wird Prof. Dr. Monique David-Ménard die Marie-Jahoda Gastprofessur an der RUB besetzen. Ihre Arbeiten zielen darauf, die Ansprüche des philosophischen Denkens mit den Grundannahmen der Psychoanalyse zu verbinden, also der Unhintergehbarkeit des Triebes, des Begehrens und der Sexualisierung. Die französische Forscherin wird im Wintersemester zusammen mit Prof. Dr. Astrid Deuber-Mankowsky (Medienwissenschaft) das Seminar "Performativität des Geschlechts in der Psychoanalyse" anbieten (donnerstags, 9-12 Uhr). Am Donnerstag, 22. Oktober (18 Uhr, GC 03/46), referiert sie zu "Geschlecht - zwischen Gender und Sexualität". Alle Interessierten sind herzlich eingeladen. Informationen im Internet

Weitere Informationen zur Gastprofessur und zu den Veranstaltungen stehen im Internet unter
http://www.rub.de/jahoda

Zur Person

Die in Lyon geborene Philosophin und Psychoanalytikerin Monique David-Ménard war als Philosophielehrerin in Reims und in Paris tätig. Von 1969 bis 2007 war sie als Philosophieprofessorin für die Vorbereitung der Normaliens auf die Ecole Normale Supérieure zuständig. 1970 begann sie ihre psychoanalytische Ausbildung in der von Jacques Lacan geführten École Freudienne de Paris. Seit 1999 lehrt sie an der Universität Paris-Diderot Psychopathologie und Psychoanalyse. Gegenwärtig ist sie Direktorin des Centre d'études du vivant an der Université Paris-Diderot, eines Forschungszentrums, das sich mit den Grenzbereichen von Lebenswissenschaften, Epistemologie und Psychoanalyse beschäftigt. Seit 1994 ist sie Mitglied der "Société de psychanalyse freudienne" und darüber hinaus Gründungsmitglied der Société Internationale de Philosophie et Psychoanalyse.

Marie-Jahoda-Gastprofessur

Die Marie-Jahoda-Gastprofessur gibt es an der Ruhr-Universität seit 1994. Die Namensgeberin Marie Jahoda war eine der bekanntesten Sozialwissenschaftlerinnen des letzten Jahrhunderts. 1907 im "Roten Wien" geboren und aufgewachsen musste sie 1936 wegen ihrer jüdischen Abstammung vor den Nazis nach England fliehen. Später emigrierte sie in die USA, wo sie Professorin wurde. Ende der 50er Jahre kehrte sie nach England zurück, arbeitete viele Jahre an den Universitäten Brunel bzw. Sussex und lebte bis zu ihrem Tode am 28. April 2001 in der Nähe von Brighton. Bekannt wurde Marie Jahoda als erste Sozialwissenschaftlerin, die - zusammen mit ihrem Kollegen Paul Lazarsfeld - die psychologischen und subjektiven Auswirkungen der Arbeitslosigkeit auf den Einzelnen untersucht hat. Ihre Arbeit über die "Arbeitslosigkeit im Marienthal" gilt in der sozialwissenschaftlichen Forschung als bahnbrechende Untersuchung. Nicht zuletzt ihr methodisches Vorgehen darin ähnelt dem der Frauenforschung.

Weitere Informationen

Melanie Trommer, Koordination Marie-Jahoda-Gastprofessur, GC 04/501, Tel. 0234/32-22986, E-Mail: melanie.trommer@rub.de, Homepage: http://www.ruhr-uni-bochum.de/jahoda/profs/index.html

Redaktion: Meike Drießen

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