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Boom in Kassel: Uni-Präsident Postlep mahnt höhere Grundfinanzierung an

19.10.2009 - (idw) Universität Kassel

Zufrieden mit der erfolgreichen Entwicklung der Universität Kassel zeigte sich Präsident Prof. Dr. Rolf-Dieter Postlep zum Beginn des Wintersemesters Kassel. Zufrieden mit der erfolgreichen Entwicklung der Universität Kassel zeigte sich Präsident Prof. Dr. Rolf-Dieter Postlep zum Beginn des Wintersemesters. Zugleich mahnte er in einem Pressegespräch angesichts drastisch gestiegener Studierendenzahlen eine deutlich höhere Grundfinanzierung seiner Universität an.

Mit knapp 20.000 (exakt: 19.635) sei die Gesamtzahl der eingeschrieben Studentinnen und Studenten auf dem höchsten Stand der Universitätsgeschichte. Die bisherige Rekordzahl im Wintersemester 2003/2004 habe bei 18.773 Studierenden gelegen. Die Zahl der Erstsemester sei mit fast 5000 (exakt: 4938) ebenfalls auf absoluter Rekordhöhe angelangt, so Postlep. Im Vorjahr seien es 4750 gewesen (weitere Infos zu den aktuellen Studierendenzahlen siehe Pressemitteilung-Nr. 138/09).

"Wir freuen uns über die neuen Studentinnen und Studenten an unserer Universität. Die enorme Nachfrage belegt, dass unser Studienangebot sehr attraktiv ist", sagte Postlep zu diesen Rekordzahlen. "Wir tun alles dafür, um unsere Studienanfänger und Studierenden gut zu betreuen", so Postlep weiter. "Aber: Wir haben damit in vielen Studiengängen unsere Kapazitätsgrenzen mehr als ausgeschöpft." Die Universität Kassel werde auch weiterhin so viele Studierende wie möglich aufnehmen. Gleichzeitig müsse die Universität aber darauf achten, gute Studienbedingungen zu gewährleisten - notfalls mit weiteren Zulassungsbeschränkungen.

Postlep: "Was wir dringend brauchen ist eine Erhöhung der Grundfinanzierung, also der vom Land Hessen finanzierten Studienplätze, im Rahmen der neuen Zielvereinbahrung mit der hessischen Landesregierung ab dem Jahr 2011. Nur so können wir der Verantwortung gegenüber der jetzigen Studentengeneration gerecht werden und unseren Beitrag dazu leisten, dass möglichst viele hoch qualifizierte junge Menschen an die Region Nordhessen gebunden werden." Die zusätzlich von Bund und Land bereitgestellten Mittel aus dem Hochschulpakt 2020 seien ein Schritt in die richtige Richtung, aber bei weitem nicht ausreichend, um nunmehr fast 20.000 Studierenden der Universität ein qualitativ angemessenes Lehrangebot zu ermöglichen.

Bauentwicklung
Auch die schnelle Realisierung der bereits mit dem Land abgestimmten Bauvorhaben der Universität seien nun umso dringlicher. "Wir begrüßen das Bauinvestitionsprogramm
HEUREKA und das Sonderinvestitionsprogramm des Landes außerordentlich, sind allerdings bei den gemeinsam mit dem Land getroffenen Planungen von niedrigeren Studierendenzahlen ausgegangen. Deshalb müssen jetzt zumindest die vereinbarten Termine und Zeitpläne - insbesondere für den Campus Nord - unbedingt eingehalten werden." Im Übrigen wolle die Universität auch weiterhin mit flexiblen Lösungen wie etwa der kurzfristigen Anmietung von Räumen dafür sorgen, dass die Engpässe möglichst erträglich würden, sagte Postlep.

Am Campus Holländischer Platz, so Postlep, begännen derzeit die Vorbereitungen für die Erweiterung des Campus Nord: Ein Bauzaun werde ab Mitte November den Start der Bautätigkeit anzeigen. So solle bis zum Jahr 2015 der Gesamtcampus zwischen Kurt-Wolters-Straße, Möncheberg-, Mombach- und Liebigstraße, Henschel - und Gottschalkstraße entstehen.

Bereits im Frühjahr 2010 solle der Neubau für die Erziehungswissenschaften, Literatur- und Sprachwissenschaften sowie das Institutsgebäude für die Musik fertig sein. Dieses Jahr begännen bereits die Arbeiten am Neubau für die Sportwissenschaften. Mit einer Bauzeit von einem bis eineinhalb Jahren sei zu rechnen. Insgesamt erwarte die Universität Kassel für ihre Bauinvestitionen im Rahmen des HEUREKA-Programms des Landes Hessen und der Konjunkturprogramme von Bund und Land bis zu 316 Mio. Euro (ausführliche Informationen zum Bauvorhaben siehe Pressemitteilung 139/09).

Haushalt
Das Haushaltsvolumen der Universität für das Jahr 2009 bezifferte Postlep auf über 190 Mio. Euro, davon 136,5 Mio. Euro aus Mitteln des Landes Hessen, voraussichtlich über 33 Mio. Euro Drittmittel und weiteren Einnahmen. Hinzu kämen rund 12 Mio. Euro aus dem Budget des Studentenwerks Kassel. Das ergebe einen von der Universität eingeworbenen Finanzfluss in die Region von über 200 Mio. Euro im Jahr. Für den Haushalt 2010 erwarte die Universität ein Haushaltsvolumen von 205 Mio. Euro.

Forschung
Besonders zufrieden zeigte sich Postlep mit den von der Universität für Forschungsprojekte eingeworbenen Drittmitteln. Im Jahr 2008 beliefen sich die Drittmittel auf 32,8 Mio. Euro. Für das Jahr 2009 sei eine weitere Steigerung zu erwarten.

Zu dieser erfolgreichen Entwicklung hätten besonders beigetragen:
die Einrichtung des internationalen Zentrums für Entwicklung und menschenwürdige Arbeit (ICDD) im Zuge der Exzellenz-Initiative des DAAD

das erste universitäre Kompetenzzentrum für Klimaschutz und Klimaanpassung (CliMA) in Deutschland

die erfolgreiche Teilnahme an Exzellenz-Programmen wie dem hessischen Forschungsförderungsprogramm "LOEWE" (Landes-Offensive zur Entwicklung Wissenschaftlich-ökonomischer Exzellenz) und dem "Wettbewerb exzellente Lehre"

die Koordination großer EU-Projekte wie "PROGRASS", ein Forschungsvorhaben zur Bioenergie

die Allianz zwischen der Fraunhofer Gesellschaft und der Universität Kassel im Fraunhofer-Institut für Windenergie und Energiesystemtechnik (IWES)

der Ausbau der Transferstruktur der Universität

In diese positive Entwicklungsbilanz des Jahres 2009 der Kasseler Universität konnte Postlep auch die erneute Auszeichnung als familienfreundliche Hochschule einfügen: Nach dem 2006 erworbenen Grundzertifikat "audit familiengerechte hochschule" habe sie dieses nach erfolgreicher Reauditierung erneut erhalten. Damit sei gewürdigt worden, dass die Universität unter anderem flexible Arbeitszeit- und Teilzeitmodelle, ein Gesundheitsmanagement, einen Frauenförderplan entwickelt und umgesetzt habe und gemeinsam mit dem Studentenwerk Kinderbetreuungseinrichtungen fördere.

Uni-Präsidium
Postlep stellte die neuen Vizepräsidenten Prof. Dr. Claudia Brinker-von der Heyde und Prof. Dr.-Ing. Martin Lawerenz vor, die angesichts wachsender Führungsaufgaben zum 1. Oktober ihre Ämter aufgenommen haben. Damit erweitere sich das Präsidium auf fünf Mitglieder: Neben Präsident Prof. Dr. Rolf-Dieter Postlep und Kanzler Dr. Robert Kuhn würden künftig drei statt bislang zwei Vizepräsidenten das Universitäts-Leitungsteam bilden.


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Info
Annette Ulbricht M.A.
tel (0561) 804 2474
fax (0561) 804 7216
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