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Wissenschaftler aus Ilmenau und Hannover ermöglichen Schwerhörigen bessere Hörqualität

29.10.2009 - (idw) Technische Universität Ilmenau

Forschungen von Wissenschaftlern der Technischen Universität Ilmenau und der Medizinischen Hochschule Hannover ermöglichen Schwerhörigen eine erheblich bessere Hörqualität. Gemeinsam mit Unternehmen aus Großburgwedel bei Hannover und Lederhose in Thüringen entwickeln sie einen neuartigen Knochenleitungshörer, der Schwerhörigen ein wesentlich besseres und angenehmeres Hören ermöglichen soll. Für ihre Forschungsarbeiten wurden der Leiter des Fachgebietes Mechatronik der TU Ilmenau, Prof. Thomas Sattel, und sein Partner von der Medizinischen Hochschule Hannover, Prof. Martin Ptok, mit dem ersten Preis des diesjährigen "Innovationswettbewerbs Medizintechnik 2009" des Bundesministeriums für Bildung und Forschung ausgezeichnet. Die Preisträger des seit 1999 jährlich ausgelobten Wettbewerbs wurden heute (29.10.2009) während des "Innovationsforums Medizintechnik" in Berlin bekannt gegeben. Mehr als 100 Bewerber hatten sich mit ihren Ideen einer internationalen Jury gestellt.

Derzeit gebräuchliche Hörgeräte kann man mit einer kleinen Stereoanlage, bestehend aus Mikrofon, Verstärker und Lautsprecher, vergleichen. Sie erreichen bisher jedoch nicht einmal die Klangqualität preiswerter HiFi-Lautsprecher. Für schwerhörige Menschen bedeutet dies, dass sie trotz Hörgerät weiterhin "wie durch Watte" hören und daher Gesprächen oftmals nicht folgen können. Viele Schwerhörige verzichten deshalb ganz auf ein Hörgerät.

Der neuartige ringförmige Knochenleitungshörer wird dagegen dem Gehörgang des Patienten individuell angepasst und darin eingesetzt. Statt indirekt über die Luft wird der Schall über den Ring direkt auf den Knochen des Gehörgangs übertragen. So soll der Verstärkungsbereich - insbesondere für Sprache - gegenüber bisherigen Geräten deutlich größer werden. Anders als bei herkömmlichen Knochenleitungshörern ist eine Operation zum Einsetzen des "Rings im Ohr" nicht erforderlich.

Die Wissenschaftler der TU Ilmenau arbeiten im Rahmen des Projektes an der Aktorik des Knochenleitungs-Hörers (u. a. Aktorform, -bauweise, effektive Schallabgabe an die Gehörgangswand, akustische Eigenschaften des Aktors im Ohr). Konstruiert wird der Aktor gemeinsam mit den beteiligten Unternehmen. Die Untersuchungen mit den Labormustern an Patienten werden von der Medizinischen Hochschule Hannover durchgeführt.

Das Preisgeld des Bundesministeriums für Bildung und Forschung in Höhe von 400.000 Euro soll nun dafür eingesetzt werden, die Arbeiten an dem neuen Knochenleitungshörer zu forcieren. In Ilmenau können damit eine Mitarbeiterstelle und eine Stelle für eine wissenschaftliche Hilfskraft für jeweils drei Jahre finanziert werden.

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