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Geographisches Institut der Universität Mainz wertet Einzelhandelsbefragung im Mainzer Stadtzentrum aus

02.11.2009 - (idw) Johannes Gutenberg-Universität Mainz

Hauptproblem: Kaufzurückhaltung der Kunden - Hauptforderung: Senkung der Parkgebühren Die allgemeine wirtschaftliche Lage und die dadurch bedingte Kaufzurückhaltung der Kunden betrachtet die weitaus größte Gruppe von 166 Einzelhändlern als Hauptproblem ihrer Geschäftsentwicklung in der Mainzer Innenstadt. Das zeigen die jüngsten Ergebnisse einer Langzeituntersuchung, die von Studierenden des Geographischen Instituts an der Universität Mainz unter Leitung von Professor Dr. Günter Meyer durchgeführt wurde. An dieser Studie beteiligten sich seit 2003 im Abstand von zwei Jahren jeweils mehr als 350 Leiter von Einzelhandelsgeschäften im Stadtzentrum.

Mit weitem Abstand hinter der allgemeinen wirtschaftlichen Lage folgt auf Rang zwei der Hauptproblemlagen die starke Konkurrenz durch Handelsketten, Discounter und Ramschläden. 50 Geschäftsleiter sehen darin das wichtigste Problem für die Entwicklung ihres Betriebs, darunter besonders viele alteingesessene inhabergeführte Geschäfte.

Zu teure Parkplätze und zu wenig Parkmöglichkeiten geben 40 bzw. 33 der befragten Einzelhändler als Hauptproblem an. 31 Geschäfte leiden vor allem unter der Randlage ihres Betriebs innerhalb der City und dem dadurch bedingten schwachen, teilweise rückläufigen Passantenverkehr. Zu hohe Mieten (15 Nennungen), Konkurrenz durch den Internethandel (13), Leerstände in der Nachbarschaft (8) und Baustellen am Standort (7) werden von anderen Geschäftsleitern als Hauptprobleme genannt.

Gefragt wurden die Einzelhändler auch: "Was sollte nach Ihrer Ansicht als Wichtigstes getan werden, um die Attraktivität der Mainzer Innenstadt insgesamt zu erhöhen?" Die Forderung nach einer Senkung der Parkgebühren rangiert hier mit 58 Nennungen an der Spitze. Die zweite Position nimmt der Wunsch der Einzelhändler nach einem attraktiveren Branchenmix aus Fachgeschäften und Boutiquen (41) ein, gefolgt von dem Verlangen nach einer Verbesserung der Parksituation (33). Rechnet man den bereits an erster Stelle genannten Wunsch nach einer Senkung der Parkgebühren hinzu, so sieht rund ein Viertel der befragten Einzelhändler in der Bewältigung der Parkprobleme den wichtigsten Ansatz, um die Innenstadt attraktiver zu machen. Der Rückgang von 113 auf 91 Nennungen im Vergleich zur vor zwei Jahren durchgeführten Untersuchung, als noch jeder dritte Geschäftsleiter diesen Wunsch äußerte, deutet allerdings auf eine leichte Entschärfung dieser Problematik hin.

Auf Rang vier unter den Verbesserungsvorschlägen findet sich die Verschönerung des Stadtbildes (30). Dabei wird vor allem in der Ludwigsstraße dringender Handlungsbedarf gesehen. Auf den nächsten Plätzen folgen mit etwa gleicher Zahl der Nennungen wie vor zwei Jahren die Forderung nach Reduzierung der Ramschläden (24), Begrünung des Stadtzentrums (23), die Zulassung von mehr Werbung und Hinweisschildern (19) und die Reduzierung der Kettenläden (15). Größere Sauberkeit in der Fußgängerzone (12), eine Vereinheitlichung der Ladenöffnungszeiten (11) sowie mehr Sitzgelegenheiten und Ruhezonen (10) nehmen in der Wunschliste der Einzelhändler die Ränge zehn bis zwölf ein. Zum ersten Mal seit Beginn der Untersuchungsreihe werden die Forderungen nach Senkung der Ladenmieten (9) und der Errichtung von weiteren Einkaufszentren in der Innenstadt erhoben (8).

Eine verbesserte Erreichbarkeit der Innenstadt durch öffentliche Verkehrsmittel (8), mehr Cafés (5), eine stärkere Verkehrsberuhigung der Innenstadt (4) und eine Reduzierung der Baustellen (4) stehen ebenfalls auf der Vorschlagsliste der befragten Geschäftsleiter. Im Unterschied zu der deutlich größeren Zahl von Einzelhändlern, die mehr Veranstaltungen wünschen, sind andere Geschäftsleiter der Meinung, dass die Zahl der Feste in der Innenstadt verringert werden sollte (4). Die Senkung der ÖPNV-Preise (3), eine Verstärkung des City-Managements (3), weniger Bettler und Obdachlose (2) sowie die Beseitigung der Leerstände (2) rangieren weit unten auf der Vorschlagsliste der Einzelhändler zur Steigerung der Attraktivität der Innenstadt.


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