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Tübinger Poetik-Vorlesungen von Kiran Nagarkar und Christoph Peters als Buch erschienen

02.11.2009 - (idw) Eberhard Karls Universität Tübingen

Tübinger Poetik-Vorlesungen von Kiran Nagarkar und Christoph Peters als Buch erschienen

Im Wintersemester 2008/2009 waren die beiden Schriftsteller Kiran Nagarkar und Christoph Peters Dozenten im Rahmen der von der Adolf Würth GmbH & Co KG in Künzelsau gestifteten Tübinger Poetik-Dozentur der Universität Tübingen. Die Vorlesungen von beiden Dozenten sind nun unter dem Titel "Die Traumbilder des Schreibens" im Swiridoff-Verlag, Künzelsau erschienen. Die Schriftenreihe wird von Dorothee Kimmich und Philipp Ostrowicz herausgegeben.

Die Traumbilder des Schreibens führen Kiran Nagarkar und Christoph Peters in ihren Tübinger Vorlesungen auf die Wege der eigenen Arbeit als Autor und auf fliegende Teppiche.
In seiner ersten Vorlesung Clueless - Ahnungslos: Der Weg eines Gelegenheitsschriftstellers geht Nagarkar auf die Bedingungen der Entstehung seiner Texte ein. "Einen Roman zu schreiben ist wie Drachen steigen lassen. Man kann den Drachen immer wieder in die gewünschte Richtung lenken, aber viel interessanter ist es, den Drachen dahin fliegen zu lassen, wo es ihn hinzieht, während man ihm gleichzeitig nachfolgt und ihn locker, aber bestimmt lenkt." Er unterstreicht dabei aber in seiner zweiten Vorlesung Die Sprachenkonflikte in Indien dennoch die Funktion des Schriftstellers in politischen und kulturellen Auseinandersetzungen. Er selbst "gehöre zu jener fragwürdigen und gefährdeten Spezies namens zweisprachige Autoren". Mit seinem ersten Buch in der Sprache Marathi rief er große Irritationen im indischen, vom Englischen dominierten Literaturbetrieb hervor. Als er sich bei seinem zweiten Buch für die englische Sprache entschied, wurde er als 'Verräter' bezeichnet, der sich den Regeln des Marktes unterwerfe.
Die dritte Vorlesung beschwört jenseits dieser Konflikte das Bild eines Künstlers herauf, der sich - wie Shiva im indischen Mythos - der Welt zunächst ohne moralisches Urteil zuwendet: "Gibt es ein besseres Glaubensbekenntnis für einen Künstler, als in sein Schaffen sowohl das Gute als auch das Schlechte, das Licht und die Finsternis [...] aufzunehmen und dabei Menschlichkeit und Mitgefühl nicht zu verlieren?"

Christoph Peters beschäftigt sich in seiner Vorlesung Teppiche - Verkehrsmittel für den inneren Orient mit der Funktion von Teppichen - als Metapher, aber auch in ihrer konkreten Materialität - für sein Schreiben. Er stellt sich die Frage nach der Textur von Schreiben, nach dem Ort der Kultur, der Kontemplation und nach der Migration nicht nur von Menschen, sondern auch von Geschichten. "Im Teppich wurden Theologien und Kosmologien ebenso formuliert wie subjektive Empfindungen und Traumbilder."

Zu den Autoren:
Kiran Nagarkar wurde 1942 in Bombay geboren, wo er heute auch lebt. Er studierte englische Literatur am Ferguson College in Pune, arbeitete an der Universität, als Journalist und in der Werbebranche. Nagarkar gilt als einer der bedeutendsten lebenden indischen Autoren und schreibt auf Marathi und Englisch. Er veröffentlicht Romane, Theaterstücke und Drehbücher. Im Jahre 2000 erhielt er den höchsten indischen Literaturpreis, den "Sahitya Akademi Award". 2006 erschien Nagarkars letzter Roman "Gottes kleiner Krieger."

Christoph Peters, 1966 in Kalkar geboren, absolvierte ein Studium der Malerei an der Akademie der Bildenden Künste in Karlsruhe und lebt heute in Berlin. Er arbeitete mehrere Jahre als Fluggastkontrolleur am Frankfurter Flughafen. Für sein Debütroman "Stadt Land Fluß" wurde er 1999 mit dem aspekte literaturpreis ausgezeichnet. Sein neuester Roman "Mitsukos Restaurant" erschien 2009.


Zur Publikation:
Kiran Nagarkar/Christoph Peters
Die Traumbilder des Schreibens
Tübinger Poetik-Dozentur 2008
Hg. von Dorothee Kimmich und Philipp Ostrowicz
Künzelsau: Swiridoff-Verlag 2009
14,00 EUR
ISBN 978-3-89929-168-1

Für Nachfragen:

Philipp Ostrowicz MA
Tübinger Poetik-Dozentur
Deutsches Seminar (Universität Tübingen)
Wilhelmstraße 50
72070 Tübingen
(07071) 29-74261
E-Mail: ostrowicz[at]poetik-dozentur.de
http://www.poetik-dozentur.de

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