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Reha für Krebspatienten nach Hochdosischemotherapie und Stammzellentransplantation auf dem Prüfstand

17.06.2003 - (idw) Klinik für Tumorbiologie an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg

Wissenschaftliche Studie über die Wirksamkeit eines spezifischen Rehabilitationsprogrammes für Krebspatienten nach Hochdosischemotherapie und Stammzellentransplantation

FREIBURG. Hochdosischemotherapie und Stammzelltransplantationen stellen vor allem für Patienten mit Leukämie und Lymphomerkrankungen oft die einzige Behandlungsform mit der Perspektive einer Heilung dar. Die Chance auf Heilung muss jedoch durch eine Reihe von Therapiefolgestörungen erkauft werden, für die sich Mediziner und Wissenschaftler der Abteilung Rehabilitationsonkologie der Freiburger Klinik für Tumorbiologie besonders interessieren. Unter Leitung von Prof. Dr. Hans-Helge Bartsch startete jetzt eine umfangreiche Vergleichsuntersuchung zwischen Patienten nach allogener Transplantation, die ein speziell auf sie zugeschnittenes Rehabilitationsprogramm erhalten und Patienten, die lediglich an einer ambulanten Nachsorge an den transplantierenden Zentren teilnehmen. Die Studie wird von der Deutschen José Carreras Leukämie Stiftung e.V., München unterstützt.

Vor fast zehn Jahren wurde im Institut für Rehaforschung und Prävention der Klinik für Tumorbiologie in Kooperation mit zahlreichen Transplantationszentren ein Konzept zur Rehabilitation von Patienten nach Hochdosistherapie und Stammzelltransplantation entwickelt. Sowohl die Transplanteure als auch die Freiburger Rehabilitationsmediziner um von Prof. Bartsch sind überzeugt, dass die spezifischen Anschlusstherapiekonzepte für die Patienten kurz- und mittelfristig sinnvoll und hilfreich sind. Ein definitiver Beleg des rascheren Abbaus von Therapiefolgen, einer schnelleren Gesundung sowie der zügigeren Integration der transplantierten Patienten in die Alltagsnormalität dank dieses Rehabilitationsprogrammes ist wissenschaftlich aber noch nicht abgesichert. Dies soll im Rahmen der Vergleichsuntersuchung von der Freiburger Arbeitsgruppe geleistet werden.

Das Projekt wird neben gesundheitsrelevanten Fragen auch die Auswirkungen auf die psychosoziale Situation der Patienten und deren Qualität der Wiedereingliederung in das persönliche und berufliche Umfeld untersuchen. Die Arbeiten werden zunächst von der Deutschen José Carreras Leukämie Stiftung für einen Zeitraum von drei Jahren durch Personal- und Sachkosten gefördert. Kliniker, Wissenschaftler und Förderer versprechen sich von den Ergebnissen eine verbesserte Identifizierung der Patienten, die besonders von Anschlussbehandlungskonzepten profitieren und denen damit eine beschleunigte und gefestigte soziale Integration ermöglicht wird.

Projektleiter: Prof. Dr. H. H. Bartsch; Team: Dr. med. A. Mumm, Prof. Dr. phil. J. Weis, Dipl. Psych. Petra Auclair, Klinik für Tumorbiologie Freiburg, Psychosoziale Abteilung

Förderung: Deutsche José Carreras Leukämie Stiftung e.V., München

Kontakt: Klinik für Tumorbiologie, Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit, Barbara Riess, Breisacher Str. 117, 79106 Freiburg, tel.: 0761 / 206 - 1109, Fax: 0761 / 206 - 1107, E-Mail: riess@tumorbio.uni-freiburg.de, www.tumorbio.uni-freiburg.de

Stichwort
Stammzellen- bzw. Knochenmarktransplantation

Bei der Knochenmarktransplantation werden gesunde Spender-Knochenmarkstammzellen nach Abtöten des befallenen Patienten-Knochenmarkes übertragen. Das erkrankte Knochenmark wird mittels einer hochdosierten Chemotherapie und einer Ganzkörperbestrahlung abgetötet. Dabei müssen alle Leukämiezellen erfasst werden. Die Spenderzellen werden dann als Infusion verabreicht und siedeln sich im Knochenmark des Empfängers an. Probleme sind die zwischenzeitliche Immunschwäche wegen fehlender eigener Leukozytenproduktion zwischen Abtöten des eigenen Knochenmarkes und "Anwachsen" des transplantierten Spender-Knochenmarkes. Der Patient muss daher in der Zeit der Immunschwäche nach dem Vernichten des eigenen Immunsystems einschließlich der malignen (bösartigen) Leukämiezellen und dem Wiederaufbau eines intakten Immunsystem durch das Spender-Knochenmark, besonders vor Keimen geschützt werden. Jeder auch sonst harmlose Keim würde in der Zeit des fehlenden Immunsystems den Organismus überrennen und den Patienten umbringen. Diese kritische Phase muss der Patient daher in sterilen Räumen auf besonderen Stationen verbringen.

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