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Unibibliothek wird zum Sonderpostamt

09.11.2009 - (idw) Westfaelische Wilhelms-Universität Münster

Weihnachtsbriefmarken 2009 zeigen Motiv einer mittelalterlichen Handschrift aus Münster Alle Jahre wieder erscheint sie: die Wohlfahrtsbriefmarke zur Weihnachtszeit. Im Jahr 2009 ist dieses Ereignis nicht nur für Philatelisten bemerkenswert. Die zwei farbenfrohen Motive für die "Sonderpostwertzeichen-Serie Weihnachten 2009" stammen aus Münster; genauer: aus einer mittelalterlichen Handschrift, die in der Universitäts- und Landesbibliothek Münster (ULB) von Fachleuten für alte Bücher gut umsorgt und bewacht wird. Folgerichtig wird die Deutsche Post auch dort am Donnerstag, den 12. November, von 9.30 Uhr bis 17 Uhr ein Sonderpostamt einrichten. In der ULB ist dann erhältlich, was das Herz jedes Briefmarkensammlers höher schlagen lässt: das Ersttagsblatt, der münstersche Postsonderstempel und der münstersche Ersttagsbrief. Letzterer wird in einer Auflage von 1.000 Stück exklusiv an diesem Tag im Foyer der Bibliothek herausgegeben. Erwartet wird ein großer Andrang bereits zur Öffnung des Sonderpostamtes.

"Wir sind stolz, dass im Jubiläumsjahr der Wohlfahrtsmarken ein Motiv aus einer unserer Handschriften ausgewählt wurde", sagt Dr. Beate Tröger, Direktorin der ULB. Das Sozialwerk Wohlfahrtsmarken wurde im Jahre 1949 gegründet. Seit sechzig Jahren fließt der Erlös aus dem Verkauf der bislang fast vier Milliarden verkauften Wohlfahrts- und Weihnachtsmarken in die wichtige soziale Arbeit von Arbeiterwohlfahrt, Caritas, Paritätischem Wohlfahrtsverband, Deutschem Roten Kreuz, Diakonie und Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland. Schirmherr des Sozialwerks ist Bundespräsident Prof. Dr. Horst Köhler.

Die Abbildungen für die diesjährigen Weihnachtsmarken stammen aus dem sogenannten "Hoya Missale", einem prachtvollen gotischen Messbuch mit 56 Bildinitialen und einer reichen Initial- und Randornamentik. Die 45-Cent-Marke zeigt als Initiale die Anbetung der Könige. Links sitzt Maria, die das Kind auf ihrem Schoß hält. Auf der 55-Cent-Marke ist eine Initiale mit der Anbetung des Kindes im Stall abgebildet.

"Das Besondere am "Hoya Missale" ist die handwerkliche und künstlerische Darstellung der Bilderhandschriften", erklärt Reinhard Feldmann, Leiter des Dezernats Historische Bestände der ULB. Das Werk zählt zu den Meisterwerken des goldenen Zeitalters der holländischen Buchmalerei. Fachleute datieren die wahrscheinlich aus Utrecht stammende Pergamenthandschrift in das Jahrzehnt zwischen 1420 und 1430 und schreiben es der Schule der sogenannten "Meistern des Zweder van Culemborg" zu.

Der ursprüngliche Auftraggeber des Messbuchs ist unbekannt. Der Name "Hoya Missale" geht auf den ersten nachweisbaren Eigentümer zurück: Johann von Hoya, Fürstbischof von Osnabrück seit 1553 und von Münster seit 1556. Ein Wappen des Namensgebers ist zusammen mit den Wappen der Bistümer Münster und Osnabrück als Beschlag auf dem Einband angebracht.

Anlässlich der Herausgabe der Sondermarke findet Anfang Dezember ein Festakt im Dom zu Münster statt. Während der Weihnachtszeit, vom 30. November 2009 bis zum 6. Januar 2010, wird das "Hoya Missale" in der Domkammer Münster zu sehen sein.
Weitere Informationen: http://ulb.uni-muenster.de/sammlungen/handschriften/ Universitäts- und Landesbibliothek http://www.wohlfahrtsmarken.de/ Wohlfahrtsmarken
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