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RUB-Neurowissenschaftler vergeben internationalen Nachwuchspreis: Young Scientist Award geht nach Düsseldorf

16.11.2009 - (idw) Ruhr-Universität Bochum

Arbeit ergründet Mechanismen entzündlicher Nervenkrankheiten

Für seine Forschungsarbeit zu den Details der Entzündungsmechanismen im Zentralen Nervensystem, die zum Beispiel bei Multipler Sklerose ablaufen, erhält David Kremer (Heinrich-Heine Universität Düsseldorf) den diesjährigen Young Scientist Award der International Graduate School of Neuroscience (IGSN) an der Ruhr-Universität Bochum. Der Preis, der mit 1.500 Euro dotiert ist, wird am 20. November im Karl-Arnhold-Haus der Wissenschaften in Düsseldorf durch Dr. Michael Stückradt, Staatssekretärs des Ministeriums für Innovation, Forschung und Technologie NRW, übergeben. David Kremer stellt seine Arbeit am 19. November (16 Uhr, Raum FNO 01/117) in der Ruhr-Universität vor. Alle Interessierten sind herzlich willkommen.

Warum die Isolierschicht nicht repariert wird

Multiple Sklerose ist eine entzündliche Erkrankung des Zentralen Nervensystems, bei der das körpereigene Immunsystem zur Zerstörung der Isolierschicht (Myelinscheiden) von Verbindungen zwischen Nervenzellen führt. Dadurch wird zunächst die Übertragungsgeschwindigkeit von elektrischen Signalen zwischen den Nervenzellen reduziert, und schließlich nehmen die Nervenzellverbindungen selbst Schaden. Die die Oligodendrozyten, welche die Isolierschicht bilden, können sie nur unvollständig erneuern. Das wird nicht zuletzt mit der eingeschränkten Fähigkeit von Vorläuferzellen in Verbindung gebracht, sich zu Oligodendrozyten auszubilden. David Kremer konnte nun zeigen, dass eine anhaltende Reduzierung der Expression des Gens p57kip2 in den Vorläuferzellen zu einer erleichterten und verstärkten Differenzierung der Oligodendrozyten führt. Die Ergebnisse legen nahe, dass es sich bei p57kip2 um einen neuartigen negativen Regulator der (Re-) Myelinisierung handelt, der sich an der Schnittstelle zwischen Genexpression und Zellausbildung befindet. Insbesondere in Hinblick auf das immer noch begrenzte Verständnis der (Re-) Myelinisierungsmechanismen kann die eingereichte Arbeit neue Wege zu alternativen Therapiestrategien weisen, wie der Stimulierung hirneigener Regenerationsprozesse.

Talentierten Nachwuchs fördern

Um talentierte Nachwuchswissenschaftler schon am Anfang ihrer Karriere zu ermuntern, ihre Forschungen zu veröffentlichen, vergibt die "International Graduate School of Neuroscience" (IGSN) zum vierten Mal den internationalen Preis zur Förderung von Nachwuchswissenschaftlern. Geehrt wird die beste Veröffentlichung im Bereich der Neurowissenschaften mit 1.500 Euro. Bewerben können sich Nachwuchswissenschaftler der Medizin, Biologie, Chemie, Biochemie, Physik, Mathematik, Informatik, Ingenieurwissenschaften und Psychologie mit neurowissenschaftlichen Arbeiten, die während ihrer Zeit als so genannte "Undergraduates" entstanden sind und publiziert wurden. Die IGSN möchte mit diesem Preis junge und talentierte Neurowissenschaftler schon in der Frühphase ihrer Karriere fördern.

IGSN: Interdisziplinär und international

Die IGSN ist eine gemeinsame Einrichtung der Fakultäten Biologie, Chemie, Medizin und Psychologie sowie dem Institut für Neuroinformatik der RUB. Sie hat mit dem "PhD in Neuroscience" Promotionsrecht und einen eigenen englischsprachigen Promotionsstudiengang - ein innovatives Konzept, interdisziplinär, schnell adaptierbar an neue Entwicklungen in den Lebenswissenschaften und optimal für die Gewinnung und zielgerichtete Ausbildung des Nachwuchses. Als wichtiger Bestandteil des Research Departments of Neuroscience i.Gr. (http://www.rub.de/rd/neuro) bietet die IGSN den Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftlern eine exzellente Ausbildung. Der internationale Stellenwert der IGSN spiegelt sich auch in den Studierendenzahlen: Seit 2001 haben Studierende aus 36 verschiedenen Nationen ihre Ausbildung an der IGSN begonnen, 63 erfolgreiche Absolventinnen und Absolventen arbeiten inzwischen an renommierten Universitäten und Instituten Deutschlands, Europas und der USA.

Titelaufnahme


David Kremer et.al.: "p57kip2 is dynamically regulated in experimental autoimmune encephalomyelitis and interferes with oligodendroglial maturation". In: PNAS 106(22), 9087-92, doi: 10.1073/pnas.0900204106

Weitere Informationen

Prof. Dr. Denise Manahan-Vaughan, Studiendekanin/Direktorin der IGSN, Ruhr-Universität Bochum, FNO 1/116, 44780 Bochum, Tel: 0234/32-26955, E-Mail: igsn@rub.de

Ursula Heiler, Koordinatorin der IGSN, Ruhr-Universität Bochum, FNO 1/114, Tel: 0234/32-26682, E-Mail: heiler-igsn@rub.de

Redaktion: Meike Drießen

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