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Wie wirkt Psychotherapy?

18.06.2003 - (idw) Klinikum der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg

Vom 20. bis 22. Juni 2003 findet in Magdeburg die 2nd International Conference on Qualitative Research in Psychotherapy statt, die sich mit methodischen Problemen der Psychotherapieforschung beschäftigt.

Ärzte, Psychologen und Sozialwissenschaftler aus den USA, Kanada, Taiwan, Großbritannien, Dänemark, der Schweiz und Deutschland versammeln sich in diesen Tagen in der Psychosomatischen Abteilung des Klinikums der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg, die unter Leitung von Prof. Dr. Jörg Frommer zu dieser Tagung eingeladen hat.
Die Mehrzahl der Tagungsteilnehmer beschäftigt sich mit derselben spannenden Frage: Wie können wir erklären, und vor allem auch verstehen, dass das therapeutische Gespräch heilsam wirken kann: Psychisches Leiden wie beispielsweise die Trauer um einen verstorbenen Angehörigen wird vermindert, Angstzustände und körperliche Funktionsstörungen gehen zurück, Ängste werden erträglich, chronische zwischenmenschliche Spannungen verwandeln sich in ein kooperatives Miteinander.

Bereits Ende der 80er Jahre des vergangenen Jahrhunderts stand vor dem Hintergrund der Ergebnisse von mehreren tausend Studien fest, dass Psychotherapie wirkt und bei vielen der genannten Störungsbilder messbare positive Effekte hat. Die in Magdeburg diskutierenden Wissenschaftler waren es, die damals forderten, sich mit dem erbrachten Wirkungsnachweis nicht zufrieden zu geben, sondern nun genauer die Mechanismen therapeutischer Wirkfaktoren zu untersuchen. Deutlich wurde, dass es hierfür nicht ausreicht, den Patienten und Therapeuten vor und nach der Psychotherapiestunde Fragebogen auszuhändigen und gruppenstatistisch Erfolgsmaße zu berechnen. Vielmehr ging es nun darum, die vorliegenden Ergebnisse zu ergänzen durch Studien an Tonband- und Videoaufzeichnungen und deren wortwörtlichen Abschriften. Mit Methoden der Analyse derartiger Materialien beschäftigt sich die Tagung.

Dabei geht es um grundsätzliche Methodenfragen ebenso wie um die soziale Einordnung von Psychotherapie und Beratung im gesellschaftlichen Kontext: Wie geht unsere Gesellschaft mit individuellen Krisensituationen um, welche Typen von Krisen sind typisch und wie sehen charakteristische biographische Verläufe aus? Wie verarbeiten Patienten die moderne Hightech-Medizin, beispielsweise im Bereich der Organtransplantation? Neben diesen Fragen stehen auch Fragen des Methodenvergleichs im Mittelpunkt der Tagung. Welche Vor- und Nachteile haben die einzelnen qualitativen Untersuchungsmethoden, mit denen Tonbandaufzeichnungen von Psychotherapie untersucht werden?

Gastgeber Professor Frommer erhofft sich von der Tagung, deren Ergebnisse auch in Buchform erscheinen sollen, wichtige Impulse für die Weiterentwicklung der Psychotherapieforschung. Ein Gewinn ist die Tagung auch für die Stadt Magdeburg und für die Otto-von-Guericke-Universität, die sich damit als erstklassiger akademischer Standort präsentieren. Die Tagung wird am Freitag, 20. Juni 2003, um 14 Uhr im Großen Konferenzraum, Haus 18, auf dem Campus des Uni-Klinikums Magdeburg, Leipziger Straße 44, eröffnet.

Ansprechpartner für Redaktionen:
Prof. Dr. med. Jörg Frommer, Tel. 0391/67 14200,
e-mail: joerg.frommer@medizin.uni-magdeburg.de
Tagungsprogramm im Internet unter:
http://www.med.uni-magdeburg.de/fme/znh/kpsy/pmpt/
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